2 Möllendorf
der Provinz Schauenburg (Kurhessen); ge«hörte sonst der Universität Rinteln.
Möllendorf (Geogr.), Dorf im man««selber Gebirgskreise des preußischen Regie-rungsbezirk« Merseburg, am Thalbache, ineinem engen Thale, zwischen hohen Bergen,mit einem eisenhaltigen Sauerbrunnen denRuinen des 1596 erbauten Schlosses Asse-burg und 150 Lw.
Möllendorf (Wichard Joachim Hein«rich von), geb. 1724 auf dem Gute Lin-denberg in der Priegnitz; besuchte bis 1739die Ritterakademie zu Brandenburg, ward1740 Page Friedrichs II. u. begleitete diesenim ersten schlesischen Kriege, wo er denSchlachten von Molwitz und Chotusitz bei-wohnte; 1743 Fähnrich, 1744 Flügeladju-danc, war er im 2. schlesischen Kriege beider Belagerung von Prag und den Schlachtenvon Hohenfriedbcrg und Sorr und wurdein letzterer verwundet. 1746 wurde erHauptmann, 1757 war er bei der Belage-rung von Prag und in der Schlacht vonRoßbach. Ein muthiger einflußreicher An-griff auf da« Dorf Leuchen erwarb ihm denVerdienstorden; 1758 war er als Major u.Eommandeur des 8. Garde-Bataillons beimUeberfall von Hochkirchen. 1760 Comman-deur de« Garderegiment« focht ec mit die-sem in der Schlacht bei Liegnitz und warddarauf Oberstlieutenant. In der Schlachtbei Torgau gefangen wurde er 1761 aus-gewechsclt und zum Obersten, 1762 zumGeneralmajor und 1764 zum Generallieu»tenannt ernannt. 1779 im baierlchen Erb-folgekriege, wo er unter Prinz Heinrich einCorps commandkrte, verdiente er sich denschwarzen Adlerorden ; 1783, als Gouverneurvon Berlin, war er fast der Erste, der einemenschlichere Behandlung de« gemeinenSoldaten berücksichtigte. In den letzten Le-bensjahren Friedrichs II. war er sehr vielum denselben. 1787 ward er General derInfanterie. 1794 erhielt M., der indeßFeldmar'chall geworden war, den Befehlüber die preußisch« Rhcinarmee; 1806 beriefihn se'n König zur Armee, und er folgte,obschon ein 82jähriger Greis, dem Rufe,fiel nach der Schlacht bei Jena in Erfurtin französische Gefangenschaft, wo er mitAuszeichnung behandele wurde urd die Er-laubniß erhielt, nach Berlin zurückzukehrcn,und starb 1816, 92 Jahr alt, zu Havelbcrg,wo er sich die letzte Zeit als Domprobstaufaehalken hatte. (4/-/.)
Möller (Joh. Georg Peter), geh. zuRostock 1729; wurde 1765 Prof, der Ge-schichte und Moral zu Greifswalde, 1775könsgl. schwed. Kanzleirath, 1797 Ritterde« Wasavrdens u. Kammerrath; st. 1807;ist des. wegen seine« teuttch schwedischenund schwedisch - t'titschen Wörterbuchs, 3Thie., Stockholm 1780—90, 4., bekannt.
Mölie-r-bekt (Hültenw-), s. unt. Ei-
Mönch
senschmelzea. M.-brat (Bot.), der ge-meine Hagedorn (s. d.).
Mölln (Möllen, Geogr.), Stadt ander Steckenitz und an einem großen Teich«(MLIlncrfee) im Amte Ratzeburg de«dänischen Herzogthums Sauenburg; hatBranntweinbrennereien, 1700 Ew. und daSGrabmal von Till Eulenspiegel.
Moelly (Geogr.), s. unter Comoro.
Mölfen (Hohenmölsen - Geogr.),
, Stadt im Kreise Weißenfels des preuß.Regierungsbezirks Merseburg, unweit d§rRippach, auf einer Anhöhe; hat in derNähe Braunkohlenbergbau und 300 Ew.,welche viel Sand verfahren und Torf stechen.Hier Schlacht am 15. Oct. 1085 zwischenKaiser Heinrich I V. und den Sachen unterdem Gegenkaiser Rudvtf (s. d.) von Schwa-ben; letzirer wurde geschlagen und verloreine Hand, die noch im Dome zu Merseburgaufbewahrt wird. Mömpelgard,s. Müm«pelgard Möen (MLenböe), Insel zumAmt« Pröstöe des dänischen Stifts Seeland ge-hörig; von Seeland durch den Ulfsund, vonFalster durch den Grönsund getrennt; hat4 (4s) QM., gegen 10,000 Ew., meistebene«, fruchtbares Land, an der Küstemehrere Kreideberge (bi« 200 Fuß Höheund Möcnsklint genannt), deren höch-ster Kongsbierg heißt; bringt reichlich Ge-treide (Gerste), Hülsenfrüchle, Kartoffelnund andre Feld- und Gartenfrüchte, auchetwas Holz und Torf; man treibt außerAckerbau und Viehzucht Vogelfang, Fische,rei, Schifffahrt, wodurch viel Wohlstanderzeugt ist. Hauptstadt Stege am Ulf-sund, mit Hafen, Handel, 900—1000 Ew.
IXIosnuöuril castrumr (a, Geogr.),so v. w. Menois.
Mönch (v. lat. monacliu«), in der ka-tholischen und griechischen Kirche ein Mann,der, von der Welt zurückgezogen, in Ge-meinschaft mit andern Personen, nach ge-wissen Regeln, religiösen Uebungen und derinnern Beschauung lebt- Das Mönchs-wesen stammt auS dem Orient; die in-dischen Gymnosophisten, die Therapeutender Juden halten gleiche Bestimmung, undnoch jetzt bestehen im Orient alt Fakirs,Santo;,« Talapoinen, Bonze» (s. d. a.)ähnliche Einrichtungen. In der christlichenKirche entstanden sie aus den Anackoretenund Eremiten (s. d.) des 3. und 4. Jahrh.Der heil. Antoniu« und Pachomius (s- b.)bildeten das Mdnchswefen aus. Letztererstiftete in Aegypten die ersten Mönchs-Vereine. Ueber ihre Enistchung und Aus-bildung durch den heil. Benedict (s. d.8)von Nursia und den heil. Augustinus (s.d ) u. a., s. Kloster, über ihr Wirken, s.die einzelnen Art ikel über Mönchsorden,wie Benedictiner, Augustiner, Trinttarier,Franziecaner, Dominicaner, Kapuziner,Carlheuser, Prämonstcatenscr, Cisterzienscr,
Thea-