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8 (1835) Universal-Lexikon oder vollständiges encyclopädisches Wörterbuch : . 8 / G bis Hältiges Gestein
Entstehung
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Galen

salen. Merkwürdig sind: 1) (Johannvon), gcb. zu Essen in Westfalen 1600,wurde 1626 holländischer Schiffscapitai»,zeichnete sich -gegen die Engländer, Fran.zosen und Türken aus und schloß 1652 6englische Schiffe im Hafen von Livorno ein.Als diese jedoch Hülfe erhielten, entstand«in Gerecht, in welchem er stark verwun-det wurde, und S Tage darauf zu Livorno1653 starb. 2) (Christoph Bernd,von), geh. 1604; ergriff aus Neigung dieWaffen, gab sie oder, um eine Stiftestellein Münster zu erhalten, wieder auf undwurde 1650 Fürstbischof von Münster. Dasich diese Stadt aber ihm widersctztc, mußteer sie mehrmals belagern und eroberte sie166t. 1664 wurde er einer der Direktorender Reichsarmee gegen die Türken. Docherfolgte der Frieden eher, als er bei demHeere ankam. 1665 führte er mit Eng-land gegen Holland Krieg, wurde aber1666 von Ludwig XIV- zum Frieden ge-zwungen; er brach diesen schon 1672 undentriß, mit Frankreich alliirt, den Hollän-dern mehrere Plätze. 1674 zwang ihn je-doch der Kaiser zum Frieden; er verbandsich nun mit Dänemark gegen Schweden,nahm diesem mehrere Orte an der Weserund st. 1678. (/.<.)

Galdn, s. Galenos.

Oalen» rrrläta (Bergb.), so v. w.Blümchens Glanz.

Galdne (Myth.), Meeresstille, eineNereide.

GalTnia (§. 7..), Pflanzengattung,nach dem griech. Arzte Galenos (s. d,) be-nannt, die in der natürl. Familie der Che-nopodeen zu gehören scheint, zur 8. Kl.2. Ordn. des Linn. Syst, gehörig. Arten:A. akricana, Strauch in Afrika; A. xro-ournhen», auf dem Cap.

6->1snio» (Log-), di« 4 Schlußfigur;f. unter Syllogismus.

Galenische Arzneien, solche züsawsmengesetzte Medicamente, welche blos durchmechanische Mischung oder durch Kochenauf die einfachste Weise bereitet werden,wie Pulver, Latwergen, Decvcle u, s. w.,im Gegensatz der chemischen. G. Binde(kasoia Oaieni, Chir.), 1) Hauptbintemit4, 6 und 8 Köpfen; 2) besonders alsKrebs des Galens (eanoer 6s1eni),die vierköpfige (s. Hauptbindcn). G. Fa-kultäten, s. unter Fakultäten 2).

Galenssten (Kirchengesch.), Partei derLaufgesinnten (vgl. Haiin Galenus).

Galenok (Handlgsw ), russisches Wein«maß, wovon 8 auf 1 Wedro od. Eimer gehen,

Galenos (Galenus, KlaudivS),geboren zu Pergamo« 131 n. Chr.; er-hielt von seinem Batcr Nikon, einemGeometer, eine gelehrte Erziehung undwurde mit allen abweichenden philoso-phischen Lehrsätzen seiner Leit, besonders

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den Aristotelischen, vertraut, ehe er »ochdas Krudivm der Medicin erfaßte, das ereben so umsaffend betrieb. Nach Meh-rern Reisen und einem länger» Aufenthaltzu Alexandrien übernahm er zu Perga-moS die Cur der öffentlichen Kämpfer. EinAufstand daselbst bestimmte ihn aber, sichnach Rom zu wenden, wo er bald einenausgezeichneten Ruf erlangte. Später ver-lebte er mehrere Jahre an verschiedenenOrten Griechenlands, kehrte dann nach Romzurück, war eine Zeit lang im Gefolge derKaiser Marc Aurel und Lucius Berus zuAquil-ja, dann Leibarzt des Kaisers Com-moduS zu Rom. Zuletzt wendete er sichwieder in sein Vaterland. Sein Todes-jahr ist unbekannt-, Suidas legt ihm einAlter von 70 Jahren bei. Wie seine Schrif-ten erweisen, suchte er alle zu seinerZeit in den medicinischen Schulen herrschen-den Secten in Verein zu bringen. Grstellte zunächst die Hippokratischen Lehrsätze(aber auch die in unächten Schriften desHippokrates enthaltenen) als Grundlageauf, brachte sie aber mit Platonischen undAristotelischen Lehren in Verbindung. Inseinem Borkrag ist er Dialektiker u. weit-schweifig. Gleichwohl verdient auch der kri-tische Geist in Darstellung und gegenseitigerVergleichung der zu seiner Zeit vorherr-schenden medicinischen Systeme, so wie man-cher Helle Blick in Darlegung von Eigen-heiten der menschlichen Natur in ihrem ge-funden und kranken Zustande in seinenSchriften Bewunderung. Das ganze Ge-bäude der theoretischen Medicin war vieleJahrhunderte hindurch hauptsächlich auS sei.nen Schriften hergenvmmen. Die Galen«scheu Lehren gingen meist auch, nach Unter-gang der griechischenLiteratur, in die Schrif-ten der Araber über und behaupteten sichbis in die neuesten Jahrhunderte, wo erstein gereifterer Geist die Verdienste Walen-tin» die Wissenschaft auf ihren wahrenWerth zurückdrachten. Die Zahl seiner an.erkannten ächten Schriften in griechischerSprache ist 82, die etwas verdächtigen(worunter auch, wie von den folgenden,mehrere blos in lateinischer Uebersctzung er-halten sind) 13, die der offenbar unächten45; von 19 hat man nur Fragmente. Au-ßerdem sind 18 sehr weitschweifige Com-mcntare über Hippokratische Schriften vouibm erhallen geblieben. Seine berühmtesteSchrift ist seine Heilmethode in 14 Bü-chern. Die Galenschen Werke erschienenzuerst (theilweise) griechisch in 5 Bdn.,Venedig (1525), Fol., dann in 5 Bdn.,Basel 1538, Fol. Die HauptauSgabe istgriech. und lat., in Verbindung mit denWerken des Hippokrates, die von R. Char-ter (s. d.) in 13 Bdn., Paris 1679, gr.Fol., erschienene. Eine schätzbare Handaus.gab«, ebenfalls griech. u. lat., hat C. G-

Kühn