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10 (1835) Universal-Lexikon oder vollständiges encyclopädisches Wörterbuch : . 10 / Huß bis Karkos
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719
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Kappar

trapien, Kappadokia Pontika oder schlecht»weg Pontos, und Kappadokia am Tauru«,welches das eigenkliche K. ausmachte unddie oben bestimmten Grenzen halte. Eswurde vom Halys und Melas bewässert,war ein fruchtbares Weideland, auf demdie schönsten Pferde in Kleinasien erzogen wur-den , auch schöne Maullhiere geliefert; derkappadokische Mennig war der beste, denman kannte. Die Hauptstadt hieß Mazaka.Der persische Satrap Ariarath I. (s. d.),363 v-Chr., erhielt die Krone K s als pers.Basallenrekch. Sein Enkel Ariarath 11.wurde von Perdikkas überwunden und getöd-tet; aber schon dessen Sohn, Ariarath III.,warf das makedonische Joch wieder ab, undsein Stamm blieb, bis 132 v-Chr. die Rö-mer Ariarathos X. entsetzten und das Landfür frei erklärten. Allein die Kappadokierwählten sich SO v. Chr., mit Bewilligungder Römer, selbst wieder einen König. Ario-barzanes l. (s. d.), dessen Geschlecht mitArio-barzanes III. ausstarb, worauf 34 v.Chr.Archelaos (s. d. 6) König ward; Tiberiusaber lockte diesen als Greis nach Rom, ließihn tödten und verleibte K- dem Römerrei-che ein, worauf es in 2 Provinzen und 11Präfecturen abgetheilt wurde. In der Fol-ge unterlag es den Schicksalen der byzanti-nischen Monarchie. Wahrscheinlich hattedas Land, wie da« Volk, den Namen von ei-nenFluffe Kappadox, der zwischen K. u.Galatien floß und sich in den Halys ergoß.Die Ew. führten den Namen Leukosyrer,ehe sieden der Kappadokier annahmen;rauhe, tölpische Menschen, die auf einer sehrgeringen Stufe derCivilisation standen u. ei-ner Religion huldigten, die ein Gemisch derhellenischen Mythen und der Lehre des Ser»dutsch wurde. Sie scheinen indessen gute Acker-bauer uud Hirten gewesen zu sein; bei denRömern standen sie in solcher Verachtung,daß ein Kappadokier u. ein niederträchtigerEinfaltspinsel bei ihnen für synonym gäl-ten. Jetzt ist in dem heutigen Karamanvon dem alten Stamme nichts mehr übrig;es sind Turkmanen, die der alten Kappa-dvkier Weiden benutzen; die Städte bewoh-nen Otmanen, Griechen, Armenier undLuden. Käppadox, 1)Fluß in der klein-asiatischen Landschaft Kappadokien, der dieGrenze mit Lykaonken macht, im O. vonSoanda entspringt und in dem Halys geht.2) Fluß Kleinaslens, der auf dem Amano«entsprang, Samvsata vorbei und dem Eu-phrate« zufloß. (Li.)

Kappar, in Schweden ein Getreide-maß, enthält 230 pariser Cubikzoll.

Kappäreas (Geogr), Stadt in dersyrischen Provinz Chalcidike.

*Kappäten (osxxsti, Kir-chengesch.), Büßende, welche, um nicht er-kannt zu werden, sich bei der Geißelung inin eine Kappe verhüllten.

Kappe 719

Kappautas (Älyth.), so v. w. Kap»pota».

Kappe, 1) im Allgemeinen der obersteoder äußersteThetl einer Sache ; 2) (Deichb.),s. unt. Deich; 3) (Bauk.), Guß von Mör-tel über den äußern Bogen eines Gewöl-bes, um dasselbe durch gleichmäßigen Druckhaltbarer zu machen. Vorzüglich findet maneinen dergleichen Ueberguß auf den kühnenGewölben des Mittelalters, die bei ihrergeringen Stärke einer solche Belastung sehrbedurften; 4) so v. w. Kappengcwölbe (s.d. 1 f.); 5) s. unter Gewölbe 1); 6)

die schräge Decke einer freistehenden Mauer,damit da« Wasser von derselben ablaufe;7) die obere Hälfte eines gebrochenen Da-ches; 8) (Wafferb.), der obere Lheil einesWehreS; S) (Bergb.), bei einem ausgezim-merten Schachte die horizontalen Hölzer,welche auf dieFächer eingelassen sind u, die-selben auseinander halten; 10) bei einemausgezimmerten Stollen - die Querhölzer,welche auf den Stämpel eingelassen sind u.da« Herunterfallen der Erde verhindern;11) (Kriegs«.), so v. w. Bonne 3); 12)an Tonnen und Kübeln eiserne Schienen,welche über die Reifen genagelt sind, umdieselben festzuhalten; 13) (Bau- u. Hüt-ten«.), so v. w. Haube 17); 14) (Ant.),so v. w. Capelle 8); 15) (Schwerts-), beiPalaschen oder Säbeln ein Stück Eisen oderMessing, womit die Hintere Seite des höl-zernen Griffes belegt wird u. das sich obenhäufig in einem Löwen - oder Adlerkopf en-digt, in welchem der Bügel befestigt wird;16) (Maschinen«.), ein eiserne« Band, mitwelchem der Bläuel und die Zugstangen derStangenkünste beschlagen sind; 17) (Müh-len«), das Blech, womit der obere Theil deSAich- oderMahlpfahles beschlagen ist; 18) da«Blech, womit die Zapfen eines Stück Hol-zes beschlagen sind; IS) das Eisen, womitdie Wagendeichsel vorn, die Achsen an denäußersten Enden und die Ortscheite in derMitte beschlagen sind; 20) (Phys.), die me-tallene Einfassung an gläsernen, zum physi-kalischen Apparate gehörigen Instrumenten;21) (Land«.), der Balg, welcher die Aehreumgiebt, «he das Getreide schoßt; 22) sov. w. Flegelkappe, s. unter Dreschflegel;23) (Hufschm.), s. unt. Hufeisen; 24)(Büch-senm ), s. unter Garnitur 4); 25) (Mes»serschm.), der obere Beschlag an den Scha-len eines Messers; 26) ein Stück Holz,welches an der obern Seile einer ReihePfähle angenagelt oder eingezapft ist, umdieselben mehr zu befestigen; 27) (Bleig.),die Stifte an der Form zum Gießen derBlciröhren, mit welchen dieselbe zu -oder ausgemacht wird; 28) (Bienenz.),kleines Körbchen, welches man auf dieBienenkörbe setzt, damit die Bienen hinein-bauen und der Honig weggenommen wer-den kann, ohne den Stock zu stören; in gu-