Du Regreg Burg 53S
Kostenersparniß waren die Vcranlaffungs-gründe der Entstehung «nd Einführung derBureaukratie, welche jetzt noch in ganzFrankreich, mit wenigen Ausnahmen, alsRegel, in ganzTeutschland aber ausnahms-weise nur in dem Großherzogthume Badenbesteht. Ihr gegenüber steht als zweiteArt der Staatsverwaltung das Colle-gialsystem. Nach diesem werden alleGeschäfte cvllegialisch von Räthen mit ent-scheidender Stimme behandelt und die Be-schlüsse nach der Stimmenmehrheit gefaßt.Als eine dritte Staatsverwaltungsart istdas burcaukratischc Collegialsy-stem zu bemerken, d. h. eine zweckmäßigeVerbindung der Burcaukratie mit der col-legiaüschen Einrichtung. Welche dieser 3Administrationsarren die vorzüglichste ist,läßt sich nur nach der Gattung der Ver-waltungsgegenstände bestimmen. Für reineBollzugsgeschäfte und für solche, welcheein rasches augenblickliches Einschreitennolhwendig machen, wie z. B. in den mei-sten administrativen Polizcisachen, hat dieBureaukratie den Vorzug. Wo ein Ge-genstand zuerst gesetzlich geordnet, wo erverbessert oder neu hergcstellt werden soll,ist das Collegialsystcm das zweckmäßigste,weil da die Einsichten mehrerer erfahrnenStaatsbeamten zur Auswahl der bestenAnordnung znsammenwirken. Wenn aber,wie in der Regel, die Geschäfte einerStaatsbehörde vermischter Art sind, dannbesteht die größte Organisationskunst in ei-ner wohl berechneten Verbindung derBureaukratie mit dem Collegialsystem.Ostreichs Staatsverwaltung ist in dieserHinsicht ein noch nicht erreichtes Musterfür alle Staaten. Bureaukratische Justizexistirt zwar noch mehrfältig in erster In-stanz; in zweiter und dritter Instanzaber wird sie jetzt in keinem civilisirtcnStaate Europa's mehr bemerkt. (17,-.)
Bu Regreg (Bercgreb, Burargag»Geogr.), Fluß im afrikanischen Reiche Ma-rokko; entspringt auf dem Arlas, nimmtden Vieroo und Concrou auf, fällt zwi-schen Sake u. Rabat ins atlantische Meer.
Buren (Büren, Buyren, Geogr.),Stadl in der Provinz Geldern (Königr.Niederlande); hat 3500 Ew., Waisenhausund Titel einer Grafschaft.
Bureus (-äus, Johann Thomasson),geb. in Upland (Schweden) den 25. Mai1568; des Königs Gustav Adolf Lehrer, her-nach Reichsanriquar; st. d. 22. Oct. 1652;ein fantastischer Kopf, der das Ende derWelt bestimmte und, im Glauben an dieGewißheit seiner Vorhersagung, seine ganzeHabe den Armen austheilte; hinterlirß eineSammlung lyrischer Gesänge (^marsvi-snr, Upsala 1637, 8.), die einen sehrschwärmerischen Charakter haben.
Burrva (Geogr.), Landschaft in der
Prov, Burgos (Spanien); ist fruchtbar u.theilt sich in die Partido's Burcva (westl.,mit der Hauptstadt Briviesca) und Mi-randa.
Burford (Geogr.), Marktflecken ander Windrush in der Grafschaft Oxford(England); hat 1350 Ew., welche Sattelund wollene Zeuge fertigen.
Burg, 1) (m. Gesch.), mit verschiedenenHoheitsrechten versehener Wohnsitz einesFürsten, Grafen oder Dynasten. Sie warstets befestigt, lag meist auf Bergen undhatte dicke Mauern mit schweren Zugängen.Wo der Felsen durch Natur und Kunststeil war, befand sich kein Graben, an denflachen Stellen aber wohl ein doppelter,mit Zwinger und Außenwcrken, des. vorden Thoren. In der Mitte lag ein hoherWartthurm, der zugleich, nach Eroberungder Burg, den letzten Zufluchtsort der Be-lagerten bildete und deshalb isolirt lag.Die B. war in Friedenszciten die Woh-nung der Ritter; sie enthielt daher dieRäumlichkeiten für diese, meist sehr engeund dunkel; desto geräumiger waren Kel-ler und Bodenräume, um Vorräthe zu be-wahren. Die Treppen waren fast durch-gängig Wendeltreppen; eine Capelle be-fand sich fast in jeder B. Außerhalb derMauern war gewöhnlich noch ein großerRaum befestigt, wohin sich die Hörigen imFall eines Angriffs mit ihrem Vieh flüchte-ten. Ohne Erlaubniß des Landrichtersdurfte Niemand eine Burg bauen; verlie-ren konnte man solche, wegen Aufnahmeeines flüchtigen Friedbrechers, verübterNachzucht an einer auf die Burg ent-führten Frauensperson, Gefangenhaltungeiner Person, die der Kaiser hatte vor sichfordern lassen, u. wegen verweigerter Lei-stung des Eides, daß man die B. nichtzum Unfrieden oder zur Empörung gebrau.chcn wolle. Oft gaben die festen Schlösserauch Anlaß zu Räubereien, weil der Rau.bende dort wenigstens vor dem ersten An-griff sicher war. So entstanden in Thürin-gen, am Rhein, in Franken eine sehrgroße Menge B., welche die Kaiser späterwieder zu zerstören strebten. Gewöhnlichgehörten auch zu der B. noch Dörfer, Unler-rhanen, Zölle, Jagd u.s. w- (Pertinentien),die meist Eigenthum der aus ihnen entstan-denen Rittergüter geworden sind. In denspätern Jahren verfielen nämlich die B.,als man in ihnen, zufolge der Erfindungdes Pulvers, keinen Schutz mehr fand;wegen Unbequemlichkeit der Lage und Kost-bgrkeit der Unterhaltung wurden sie gro-ßentheils verlassen, indem die Besitzer sichim Thal ansiedelten und nicht mehr denKrieg, sondern den Ackerbau zum Haupt-zweck ihres Lebens machten, und sic wur-den so nach einem Brand oder einer Er-oberung nicht wieder aufgcbaut od. nach u.