Bockdornkafer
Bock-dorn-käfer (Schrotkäfcr, rfl»-giurn, Zool.), Gattung aus der Sinne schenOrdnung der Scheibenflügler; Fühlhörnerstumpf, borstenförmig, kürzer als der Kör-per. Arten: I) Auöspähender Bock,dorn-käfer (Zangenbock, Inquisitor,Großer Holzbock, ili. Inquisitor); lebt inNadelwäldern, gelbgrau, haarig, wie be-pudert, Flügeldecken schwärzlich mit 2 — 3rothgeblichen Binden; das Weibchen größerals das Männchen und durch den vorstehen-den Legestachel kenntlich; Larve graulich-weiß mit schwarzbraunem Kopf und einzel-nen Haaren besetzt, Puppe gelblich u. grau;Fichtenwälder sind der Lteblingsaufenthaltder Käfer, die Larve wird auch in Pappelnund Birken gefunden; das Weibchen legt20—30 Eier an das Stammende der Bäu-me , die ausgckrochene Sarve gräbt sich durchdie Rinde und den Splint 1 — 2 Zoll riefins Holz und macht weite Gänge rings umden Stamm. Der Schaden von diesem Jn-sect ist bedeutend; wenn mehrere Eier anEinen Baum gelegt werden, so geht er ge-wöhnlich zu Grunde. 2) BissigerBock-dorn-käfer (Bissiger Zangenbock,rli. rnorüax, rii. liisasciatuin), Männ-chen schwarz und rostgelb gemischt oder wiebestäubt, Flügeldecken mit 2 schmalen rost-röthlichen Binden; im Mai und Juni istder Käfer in Nadelwäldern und auf Zim-merplätzen einzeln anzutreffen. ,3) Be-trüg l i ch e rB. (rli. s)-copi>snta), schwarz,grau und rostbraunbunt, auf jeder Flügel-decke 3 schivärzliche Binden; im Mai aufWeißtannenstöcken und Zimmerhölzern an-zutreffen. (Az,.)
Bocke (Böcke, Ringbocke, Geogr.),1) Schloß an der Lippe im Kreise Büren,des Regierungsbezirks Münden (Preußen),einst Residenz Karls des Große», wieder-hergestellr nach dem 50jährigen Kriege. 2)Flecken dabei mit 800 Ew.
Bockelem (Geogr.), s. Bockenem.
Bpckel-Haube (Buckelhaube, Putzm.),eine Kopfbedeckung für Frauenzimmer vonseidenem Zeug, vorn über der Stirn mitSpitzen, welche in Falten gelegt sind; nichtmehr in der Mod«.
Bockrlius, s. Böckel.
Böckcloh (Geogr.), Amt mit 1361 u.Dorf mit 600 Ew. in der Provinz Kalen-berg des Königreichs Hannover.
Bocken, 1) (Landw.), von Ziegen, dieBegattung begehren; 2) (Böckeln), vomBocke, -im Herbste, zur Begattuugszeit,«inen widrigen Geruch von sich geben; da-her 3) auch von andern Sachen, wie einBock riechen; 4) die Unart mancher, des.polnischer Pferde, den Kopf zwischen dieVordcrfüße zu nehmen und so lange mit denHinterfüßen Hinte» hinauszuschlagen u. mitden Borderfüßen zu springen, bis der Rei-ter (was oft auch der beste nicht vermeiden
Bockfelle jl
kann), abgeworfen ist. Mittel dagegen sind:das Pferd nicht zu fest zu gurten, es vor-sichtig und ruhig zu reiten, die Hülfen nurleise zu geben und den Kopf des PferdesstelS in die Höhe zu halten. Merkt de?Reiter an dem Benehmen des Pferdes, daßes zu bocken anfangen will, so muß er alleKräfte aufbieten, den Kopf des Pferdesin der Höhe zu erhalten, da er dann dochwahrscheinlich sitze» bleibt. Wirft das Pferdaber den Reiter ab, so wird es dies, nochmehrmals versuchen und dann messt seinenZweck erlangen. Man legt ihm dann dieBockzügel an, wodurch die Kraft desReiters vermehrt wird und er den Kopf obenerhalten kann. Glückt dies eine Zeit langimmer, so wird das Pferd batd die Unartablegen; 5) s. Boke»; 6) (Schifffahrt),von Schiffen, wenn das Vorder- u. Hin-tertheil abwechselnd tief in das Wasser fälltund sich wieder erhebt.
Bocken (Geogr.), s. Beckum.
Böchenberg (Peter Corncliffon van),geb. zu Gouda in Holland 1543; st. alsHistoriograph der. Staaten von Holland u.West-Friesland zu Leyden 1617 und hin-terließ: strisoi Laraviug et I'risi.as re^eseoillinqieo.skstnos er eonsunFrlittsi ouillElsirüfrLivilis stisroiia, Leyd. 1589, 12.;Eutulo^us, Aoireslouin er Hrovis Irisrn-riu re^irloririir Ilosisiirlias, ,2eiaiiüiaser I'risiao, eband. 1584, 12.; Ilisroriser AeneLloAiu Drestsrostioririn, «bend-,1587,12.; ü^monckanoi uni, cbend. 158B,12 .; WAssoiisrornili, cbend. 1589 , 12 .;6st»1oAiis er drsvis Irisroris ^ouriiiourr»Ulti'sjeccensiuirl u. a. m.
Bockender^ (Geogr.), kleines Dorfim Amte Gewunden, in der kurhessischenProvinz Ober-Hessen; Geburtsort desDichters Eobanus Heffus.
Bockenem (Geogr.), Stadt an derNette, im Stadtgerichte und Provinz >HH-deshcim (Königreich Hannover): hat 1900Ew., welche Tabak, Potasche, Garn uni>Leinwand fertigen.
Bockenheim Geogr.), 1) Stadt mit1100 Ew. in der kurhessischen Provinz.Ha-nau. 2) S. Saar Union.
Bockerclle, Judenkirsche (s. d.).
Bockerl (Zool.), so v. w. Moorschnepfe.
Bocket (fr. kouqrrer, Hdlgsw.), imHandel, künstliche, aus Seide , Tastet, Ad-dern u. dgl. verfertigte Blumen u. Guir,landen; s. Blumen.
Bockfeld (Unter-, Geogr.), flacherGebirgsrücken im Districte Drakenstein aufdem Vorgebirge der guten Hoffnung; bringtfür diese Gegend die schönsten Pferde undviele Antilopen.
Bock-felle (Waarenk-), die Felle desbekannten Ziegcnbocks; sie kommen vorzüg-lich von Liebau und Memel in Handel undwerden von den Cvrduanarbcitern u. Weiß-ster-