Vorwort v
dcn durste, daß doch auch wohl einmal, von Einem oder dem Andern, wegeneines an sich mikrologischen Gegenstandes, durch dies Werk eine Notizcrtheilungerwartet werden könnte, derselbe doch nicht ganz umgangen, wenn auch nurmit nothdürstigster Kürze berührt werde, und daher Manchem, eine oder einPaar Zeilen vergönnt, was, wenn es auch weggeblieben wäre, nicht leichtvermißt worden sein dürfte; überhaupt aber hat sich die Redaction 'hierbei mehrdurch einen gewissen Takt leiten lassen, als aufgestellte Grundsätze bis in daskleinste Detail mit pedantischer Aengstlichkeit verfolgen können. Sollten daherBesitzer des Werks von diesem oder jenem Worte, das sie hier finden, meinen,Laß es, in gleicher Art, wie manches andere ihm gleichstehende, hätte weg-bleiben, oder, wenn sie andere von ähnlicher mindern Wichtigkeit vermissen,daß solche mit gleichem Rechte wie jene hätten ausgenommen werden können;so dürfen sie meist sicher voraussctzen, daß die Gründe dafür oder dagegensorgfältig erwogen, und daß nur in seltenen Fällen hier gesuchte Artikel wirklichvon der Redaktion übersehen oder vergessen, daß fehlende dagegen absichtlichweggelassen worden sind. Besondere Grunde des Verfahrens hierbei lassen sichnicht anführen, eben so wenig Rechtfertigungsgründe der mehrern oder mindernAusführlichkeit der Darstellung in den gelieferten Artikeln, weil wir sonst fastjedem einen eignen Commentar beifügen müßten.
n. Die aufgenommenen Artikel selbst zerfallen in zwei Hcrup»tr«rbtheilungen: solche, die Sachgegenstände, und solche, die persönlicheNotizen betreffen, oder sind entweder Real- oder biographische Artikel.Erstere gewähren entweder dem Unkundigen eine wirkliche wissenschaftliche Be-lehrung, oder sie sind einfache Worterklärungen, oder auch zurückweisend aufbelehrende Artikel. Jene, so wie die mehrstcn beider letztem Klassen, könnenunter folgende Hauptfächer der Wissenschaften gebracht werden, ob-gleich viele zur Betrachtung kommende Gegenstände auch mehreren diesen Wissen-schaften gemeinschaftlich angehören, oder auch nur ihnen verwandt sind, dabekanntlich eine strenge Abscheidung unter Wissenschaften, so wenig wie einestrenge Systematik in der Natur selbst, möglich ist.
Wir berühren, indem mir diese wissenschaftlichen Fächerselbst neben einander aufftellen zugleich die vornehmsten Gesichtspunkte, dieplanmäßig für die Darstellung der einzelnen, unter jedem derselben befaßten,Artikel von den Bearbeitem wahrzunehmen sind.
1. Literatur. Die Literaturgeschichte jedes Landes erhält unter dessenNamen einen ausführlichen Artikel; eben so werden Gegenstände, die zurLiteraturkunde überhaupt gehören, wie auch einzelne merkwürdige literarischeGegenstände ausgenommen. Sehr wichtige Werke, deren Verfasser oder Heraus-geber sich nicht nannten, oder die bekannter als ihre Verfasser sind, werden ,unter ihrem Titel aufgesührt; bei unwichtigeren wird auf den Verfasser verwiesen,und unter dem diesem gewidmeten Artikel auch ihrer gedacht.
2. Sprachkunde. Jede Sprache erhält einen Artikel, worin ihreEntstehung, ihre Geschichte und ihr Geist abgehandelt wird. Ferner sind Ge-genstände, die Sprachen überhaupt angehcn, also alle Theile der Grammatik,Interpunktion, Syntax u. s. w. aufzunchmcn; ihr Begriff ist dann auch wohldurch ein Beispiel anschaulich zu machen. Auch Eigenheiten einzelner bekannterSprachen werden, wenn sie bedeutend sind, ebenfalls zu erklären sein. Vor-zugsweise ist die teutsche Sprache beachtet, obgleich unter der gedachten Be-schränkung, daß unser Werk kein Sprachwortervuch sein soll. Haben jedochbekaimte Worte durch Anwendung eine besondere Bedeutung; so ist auch eineklare Darstellung der eigentlichen sind Hauptbedcntung nicht zu umgehen, in sofern oft am einfachsten daraus die abgeleitete Bedeutung crbellt. Eben so iss