Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

: ^^^-^S£ : hs&

Benennungen.

G r i e ch. xewtv^x«.

Deutsch. Die Schlehenpflaume. Schlehdorn,

Schwarzdorn.

Franz, Le prunellier.

Ital. Prugnolo.

Span. Endrino.

Port. Ahrunheiro pravo.

Engl. Sloe-tree

Ho 11, Sleedorn,

Dan, Slaadorn.

Norw. Slaaper.

Schwed, SUn.

R u f s. Tern.

Po In. Tarn,

Böhm, Trnj.

Ungar. Kökeny-fa.

Der Schlehenbaum, ein 4 his 6 Fufs hoherStrauch, wächst in Deutschland und in ganz Europa.Er wird auf sonnigen, freyen und ungebauten Plät-zen und Hügeln, an Zäunen und Feldern etc. ange-»troffen. In Gärten, wo er bey uns zwar selten ge-zogen wird, findet man zuweilen eine Abart mitweifsen Früchten.

Die Wurzel ist braunroth; der Stamm mit rau-her bräunlich schwarzer Rinde bedeckt, knotig, unddas Holz sehr hart, zähe, glatt und braunröthlich.Die Zweige endigen sich im Dorne, sind schwarzund weichhaarig. Die abwechselnden, kurzgestieltenelliptisch-langen Blätter sind sägeartig gezahnt,zusammengerollt, oben glatt und unten fein be-haart.

Die wohlriechenden weifsen Blüthen steheneinzeln, oder auch gepaart auf kurzen etwas haari-gen Stielen an den Seiten der Zweige.

Der abfallende, unterhalb befindliche Kelchist fünf, nicht selten vierspaltig und flach ausgebrei-tet, mit stumpfen vertieften Einschnitten. Die Kro-ne besteht aus fünf Blumenblättern, welche imKelche befestigt, rundlich, hohl, offen u. oben ein-gekerbt sind. Es finden sich fast immer wenigerals zwanzig Staubfäden, die pfriemenförmig, fast solang als die Krone und mit zweyknöpfigen kurzenStaubbeuteln versehen sind. Der Fruchtknotensitzt oben, ist rundlich, und hat einen fadenförmigenGriffel von der Länge der Staubfäden. Die Nar-be ist scheibenförmig. Die Frucht, eine Steinfrucht

ist rundlich, aufrecht, Anfangs von grüner, dann vonschwarzblauer Farbe, und enthält eine runde Wufs.Der Schlehendorn blüht im April und Mai vordem Ausbruche der Blätter, Die Früchte reifen imSeptember undOctober. Die Fortpflanzung geschiehtdurch Wurzelauslaufer und durch Kerne, In Gär-ten Iahst sich dieser Strauch auch als Baum ziehen.Die Blüthen (Schlehenblume, flores Acacise) unddie Früchte (Schlehen, Fructus acaciae nostratis s.germanica? s. vulgaris) sind offizinell.

Die Blüthen welche gewöhnlich schon im Aprilhervorkommen, im frischen Zustande einen liebli-chen Geruch und bitter-mandelartigen Geschmackbesitzen, und ehe sie noch ganz aufgeschlossen sind,eingesammelt werden, verwechselt man beym Ein-sammlen zuweilen mit den Blumen der Ahlkirsclie(Prunus Padus L.) die aber in ziemlich langen, trau-benförmigen Büscheln hervorkommen, und einenstarken widrigen Geruch haben. Die bekanntenSchlehen sind rundliche, schwärzliche, blaubestäub-te, kirschenartige Früchte mit grün gelblichem Flei-sche, welches einen flachen rundlichen Stein, miteinem bittermandelartig schmeckenden Kern enthält.Sie schmecken herbe und zusammenziehend , wel-ches ihnen aber durch den Frost in etwa benom-men wird.

Abbildungen:

Flor, du Dict. des scienc. med. liv. 74. pl. 28a.

Plenk. Jcon, plant, med. 38o.

Du Hamel edit Michel, tom. V. tab. 54. ßg>*.

Reiter und Abel. Abbild, tab. 43.

Schkuhr. bot. Handb. t. i32.

Sturm. Deutsch. Flor. I, 9.

Flor. Dan. 926.

Engl, botany, 842.

B1 a c k w. Herb. t. 494»

Du Hamel, Arb. et Arbusc. 2. n. 4- ta h- 4°»

Erklärung der Platte.

Taf. No,

1. Ein Zweig mit Blumen.

2. Ein Zweig mit reifen Früchten.

3. Ein einzelnes Blumenblatt. .

4. Staubfäden und Griffel, wo erstere auf dem Kelche

fest sitzen.

5. Dieselben geöffnet.

6. Eine aufgeschnittene Frucht.

7. Der innere Kern aus der Nufe.