Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Der Kampferlorbeer, ein schönet Baum, wächstursprünglich in Japan, China, Cochinchina etc. underreicht die Gröfse einer mittelmäfsigen Linde.

Der Stamm ist gerade und wird sehr stark.Die Aeste sind aufsteigend. Das Holz ist weifs ,undröthlich marmorirt, und von angenehmem Gerüche.

Die immergrünen , gestielten , eyrund -längli-chen, zugespitzten, am Grunde schmälern, glattenglänzenden, unten weifslichen Blätter stehen ab-wechselnd, zuweilen auch einige gegen einanderüber, sind fast einen Zoll breit, drey Zoll lang undmit drey Nerven versehen, welche über der Basisdes Blatts entspringen, und die Spitze nicht er-reichen.

Die kleinen, weifslichen Blumen sind oft ge-trennten Geschlechts, und stehen zu mehrern bey-sammen in Rispen, deren allgemeiner Blumenstielseitwärts oder in den Blattwinkeln entspringt undziemlich lang ist.

Der Kelch fehlt. Die einblättrige Blumenkroneist kelchartig und sechstheilig. Die Einschnitte sindey förmig, zugespitzt und etwas vertieft. Die Staub-gefäße (acht oder mehr) sind zusammengedrückt,ustmpf, kürzer als die Krone, und einige davonunfruchtbar. Der obere fast eyförmige Fruchtkno-ten trägt einen mit stumpfer Narbe versehenen Grif-fel von der Länge der Staubgefäfse.

Die Frucht, eine Steinfrucht ist rundlich, beyder Reife schwarzroth und glänzend, von der Gröf-se einer Erbse, und enthält in einem durchdrin-gend-riechenden, kampfer-und zimmtartig-schmek-kenden Fleische einen Kern mit öligem Saamen.

Die Blüthezeit ist Juny und July; die derFruchtreife November und Dezember.

Die in allen Theilen dieses Baums enthaltene,und durch Kunst aus denselben gewonnene, unterdem Namen Kampfer (Camphora) bekannte, eigen-tümliche, feste, flüchtige Substanz ist offizinell.

Wir erhalten den Kampfer, nachdem er zuvor

in den Campherraffinerien gereinigt worden, inrunden Mafsen oder Scheiben, welche gewöhnlichin der Mitte durchlöchert, über einen Zoll dick undgegen zwey Pfund schwer sind. Der gereinigteKampfer ist weifs, halbdurchsichtig, leicht, dicht,etwas fettig anzufühlen, unter den Zähnen ein we-nig zähe, zerbrechlich, bruchig, und stellt im Bru-che crystallinische, eckige Körner dar. Er besitzteinen ganz eigenen, starken, durchdringenden, bal-samischen, dem Rosmarin ähnlichen Geruch, undeinen scharfen, gewürzhaften , bitterlichen, erstbrennenden , dann kühlenden Geschmack. Erschwimmt auf dem Wafser, verfliegt bald an derLuft, brennt angezündet mit heller, weifser Flam-me, und vielem Rauche und Rufs. Einer Verfäl-schung ist der Kampfer nicht leicht unterworfen,jedoch findet man ihn nicht immer von derselbenGüte und Reinheit.

Abbildungen :

Plenk icon pl. med. p. 3i4«

Jacquin Collect. IV. tab. 3. fig. 2»

Blackwell Herb. tab. 347«

Breynius Prodr. rar. pl, Holland. 2. Je. 16. t. 2.

Commelin Hort. Amst. I. tab. 5g.

Kämpfer Amcen, tab. 771.

Erklärung der Platte.

Unsere Abbildung ist nach einem lebenden Exem-plar des botanischen Gartens in Bonn.

Taf. No.

1. Ein blühender Zweig.

2. Eine einzelne Blume vergröfsert.

3. Ein einzelnes Blumenblatt.

4. Die fruchtbaren und sterilen Staubfäden mit dem

Pistill.

5. Dieselben noch stärker vergrössert, so dafs die

aufgeschlagenen Klappen der Staubbeutelsichtbar sind*