Der gemeine Pflaumen- oder Zwcischcnbaum istvon mittler Gröfse und wird selten über 20 Fufshoch. Das Holz desselben ist hart, dicht, rothbraunund angenehm geädert; die Rinde braun und asch-farbig, rauh, ungleich und bekommt Sprünge. DieAeste sind ausgebreitet. Dieser Baum soll ursprüng-lich in Asien zu Hause seyn, welches wenigstensbey den edlern Sorten sehr wahrscheinlich ist. letztwird er bey uns häufig in Gärten, an Wegen, aufFeldern und in Weinbergen gezogen und wächstauch in manchen Gegenden Deutschlands, und inden wärmern Ländern Europas gleichsam wild oderverwildert und wird auch zuweilen strauchartig an-getroffen.
Die abstehenden Zweige sind ohne Dornen; ha-ben aber im wilden Zustande zuweilen einzelne Dor-ne. Die abwechselnden, kurzgestielten, eyformig-lanzettförmigen Blätter sind gesägt, oben dunkel-grün und gefurcht, unten weifslich, feinhaarig undgeädert.
Die weifsen, gestielten Bliithen stehen einzelnoder auch zu zwey beysammen an den Seiten derZweige.
Der Kelch ist abfallend einblättrig, unterhalbbefindlich, eyförmig und fünfspaltig. Die Einschnit-te desselben sind gezahnt und auswendig rauh. DieKrone besteht aus fünf stumpfen im Kelche befes-tigten Blumenblättern. Die. 20 oder mehrere Staub-fäden >ind pfriemenförmig, fast so lang als die Blu-menkrone; die Staubbeutel zweyknöpfig und kurz.Der Fruchtknoten sitzt oben und hat einen mitrundlicher Narbe versehenen Griffel.
Die Frucht, eine Steinfrucht, ist glatt, läng-lich oder ej-rundlich, auf einer Seite gering ein-furchig, gewöhnlich von schwarzblauer Farbe miteinem Reifüberzug, und enthält in einer gelblichen,süfslichen, saftigen, fleischigen Substanz eine etwaszusammengedrückte, runzliche, bey den Pflaumenmehr runde, bey denZwetsehen längliche, bey bey-den aber scharfrandige Nufs mit einem öligen bit-termandelartigen Kern. Durch Kultur hat man vondiesen Früchten viele Abarten erhalten, die sichdurch Gestalt, Gröfse, Farbe, Geruch, Geschmack
und durch die Consistcnz des Fleisches etc. unter-scheiden.;
Die Bläthezeit ist meistens vor dem Ausbruchder Blätter im April und Mai. Die Frü'hte reifennach Verschiedenheit der Arten vom Ende Juli bisOctober. Die Fortpflanzung geschieht durch Saa-men und Wurzelausläufer. Die edlern Abarten aberwerden durch Pfropfen und Okuliren fortgepflanzt.
Die Früchte (Pruna damascena minora s. nos-traria) sind offizineil. Man verwirft die nicht voll-kommen reifen, die wurmstichigen und minder saf-tigen, so wie auch die beym Trocknen verbrann-ten.
Aus den frischen, reifen Pflaumen wird dasPflaumenmus (Pulpa prunorum) bereitet, welcheseine bräunliche Farbe und einen süfssäuerlichen Ge-schmack hat. Es darf weder brenzlich riechen, nochschmecken. Durch sorgloses Kocheu in unverzinn-ten, kupfernen Kesseln findet man es häufig mitKupfer verunreinigt, welches auf dieselbe Art entdecktwird wie der Kupfergehalt beym Tamarindenmus,
Abbildungen :Fl. du dict. des scienc. med. livr. 74. pl. 28>.
Du Hamel. arb. fruit. 2. t, 20. f. 14. et var. in
seq.Du Hamel. edit. Michel. V. 34. et seq.Black well. herb. t. 3og.Cramer. tab. 20.Knoop, arb. fruit, t. 3.
Erklärung der Platte.
Taf. No.
1. Ein blühender Zweig.
2. Ein fruchttragender Zweig.
3. Ein einzelnes Blumenblatt.
4.5.6.
7-
8.
Der Kelch geöffnet.
Pistill vergrüssert.
Ein Staubfaden vergrüfsert.
Die Nufs.
Der Kern.