niniinrr «'imnnnin
Dieser Baum, welcher ursprünglich im Orient>\ild wächst, und jetzt auch in Europa und fastdurch ganz Deutschland in Weinbergen, an Zäu-nen und in Gärten gezogen wird, ist von mittlerGröfse, erreicht in 25 Jahren seine Vollkommenheitund zeichnet sich durch seine hängenden Zweigeaus.
Der Stamm ist gerade und schlank, hat zahl-reiche Aeste und ist mit einer grauen, glatten, in-wendig röthlichen Rinde bedeckt.
Die Blätter sind abwechselnd, gestielt, eyför-mig-lanzettformig, zugespitzt, sägeförmig an denRändern gezahnt, auf beiden Seiten glatt, oben glän-zend , von fester Substanz und in der Knospe aufbey-den Seiten zusammengefallen. Die Blüthen stehenseitwärts, sindweifs, haben ziemlich lange Stiele, undsind oft auf einem gemeinschaftlichen sehr kurzenStiele in einfache Dolden vereinigt. Die Blattstielehaben zuweilen Drüfsen, zuweilen keine, und sindmit dreyspaltigen Nebenblättchen versehen.
Der hinfällige Kelch ist unterhalb befindlich,einblättrig, glockenförmig und hat fünf hohle zu-rückgebogene Einschnitte»
Die Blumenkrone besteht aus fünf grofsen, rund-lichen, fast ganzen, hohlen, rosenförmig geöffne-ten und im Kelche befestigten Blumenklättern. Die20 bis 3o pfriemenförmigen Staubfäden haben zwey-lappige, kurze Staubbeutel. Der rundliche Frucht- Iknoten, welcher einen fadenförmigen, mit rundli-cher Narbe versehenen Griffel trägt, sitzt oben.
Die Frucht, eine Steinfrucht ist glatt, kugel-rund , fleischig, auf einer Seite schwach einfurchigund einsaamig. Die Nufs ist kugelich, glatt, mithervorragender Nath und an den Rändern etwas ge-furcht.
Die Blüthezeit ist April und May mit dem Aus-bruche der Blätter. Die Früchte reifen im Juni bisAugust, Die Fortpflanzung geschieht durch Saamen,und die verschiedenen Abänderungen werden durchPfropfen und Okuliren fortgepflanzt. Lucullussoll, nachdem er Mithridates überwunden, den
Kirschbaum von Geras unte (woh er der Name Ce-rasus) mit nach Rom gebracht haben.
Die Früchte (fructus Cerasorum acidorum, sau-re Kirschen) sind offizineil.
Von den mancherley Kirscharten; den Früch-ten des Kirschbaumes (Prunus cerasus L.) werdenzum Arznevsebrauch nur die sauren Kirschen an-gewendet. Sie sind rund, haben bey der Reife ei-ne dunkelrothe Farbe und ein sehr sauer schmek-kendes Fleisch mit einem blutrothen Safte; und ent-halten einen rundlich-länglichen, zugespitzten, et-was gedrückten, mit etwas hervorstehendem Randeversehenen Stein, der einen öligen, bitterlich-schmek-kenden Kern einschliefst.
Aufserdem, dafs die Kirschen in der Ökonomievielfältig benutzt werden, bereitet man davon in denOffizinen einen Syrup (Syrupus Cerasorum, Kirschen-syrup), welcher eine dunkelrothe Farbe und einensüfs-säuerlichen angenehmen Kirschgeschmack be-sitzt, so wie auch das angenehme, nach Kirschker-nen riechende und schmeckende Kirschwasser (aquacerasorum),
Abbildungen:
Flor, du dict. des scienc. med. livr, 28, pl. 109.
Black well. herb. tab. 449-
Du Hamel. arb. II. t. 56.
Du Hamel. edit, Michel. V. t. 49.
Erklärung der Platte.Taf. Nro.
1. Ein früchtetragender Zweig,
2. Blüthen.
3. Eine Abtheilung des Kelchs mit Staubfäden.
4. Ein einzelnes Blumenblatt.
5. Ein Staubfaden vergröfsert.
6. Ein Griffel vergröfsert.
7. Die Nufs.
8. Die offene Nufs mit dem Kerne,