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-er fahren, um feindlichen Schiffen, welche etwa kn der Gegend erwar-tet werden, aufzulauern, Flotten zu beobachten rc. Die Schiffe selbstführen den Nahmen Kreuzer, und die Gegend, wo sie sich umher-treiben, die Höhe des Kreuzens.
Kreuzzüge gehören unter die sonderbarsten und merkwürdig-sten Erscheinungen im Mittelalter, von welchen es immer noch zwei-felhaft ist, ob sie mehr Schaden als Nutzen gestiftet, und mehr Bö-ses oder Gutes befördert haben. Die nächsten Veranlassungendazu lagen wohl mehr in dem enthusiastischen Eifer, womit man da-wahls die Reliquien verehrte, und in der Unzufriedenheit, welche mandarüber bezeigte» daß Ungläubige im Besitze d.s heiligen Landes wa-ren, als in einem künstlichen Plane der Päpste und der RömischenElerisei. Die nach dem heiligen Grabe wallfahrlcnden Christenhatten eine geraume Zeit hindurch, gegen Erlegung eines kleinen Tri-buts, von den Arabern Schutz und Sicherheit genossen; da aberSaraccnische Völkerstämme die Araber unterjochten, so wurdendie Christen gcmißhandelt und vertrieben. Der Griechische KaiserAlexius Comnenus» welcher die Annäherung der Türken anseine eignen Staaten befürchtete, bat den Papst um Hülfe, konnteaber nicht eher etwas ausrichten, als bis der Einsiedler Peter vonAmiens, welcher eben aus dem heiligen Lande zuruck kam» Frank-reich und Italien durchzog, und durch seine Mitleid erweckende Ge-stalt , noch mehr aber durch die höchst klägliche Beschreibung, die ervon dem traurigen Zustande des heiligen Grabes und den geangftig-ten Christen unter den Ungläubigen entwarf, die Gemüther erhitzteund mit wüthendem Haß gegen die Türken erfüllte. Einmüthig de,schloß man auf einer Synode, welche Papst Urban II. im Jahrerc>95 nach Clermont ausschricb, einen allgemeinen Zug gegen die Un-gläubigen, und verschwor sich zur Eroberung des heili-gen Landes. Einer der edelsten und tapfersten Heerführer der da-mahligen Zeit, der Herzog von Nieder - Lothringen, Gottfried vonBouillon, stellte sich an die Spitze der Kreuzfahrer, und brachmit einem Heere von yo,ooo Mann am 25. Aug. 1096 nach dem ge-lobten Lande auf. Ein Schwarm von allerlei losen Gesindel , der an200,000 Menschen betrug, strömte aus Frankreich und Deutschlandunter Anführung Peters von Amiens und anderer Heerführerdieselbe Straße, verübte am Rheine und in Ungarn die empörendstenSchandthaten und Grausamkeiten » und würde nachher von denTürken aufgcrieben worden sryn, wenn ihm nicht das Heer desGottfried von Bvullon zu Hülse geeilt wäre. Nach unsägli-chen Beschwerden nahm man mehrere Städte des heiligen Landes ein«und bemächtigte sich zuletzt sogar der Stadt Jerusalem, von wel-cher Gotksried von Bouillon im Jahre 1099 " Beinahmen
eines Königs zu Jerusalem erhielt. Die übrigen Heerführer be^kamen andere Besitzungen; und es schien, als wäre den Christen dasgelobte Land auf immer gesichert. Allein die Uneinigkeiten der Für-sten unter sich veranlaßten bald Spaltungen; und die schändliche Auf-führung der Christen in Palästina, worin sie sich dem schamlosestesLeidenschaften überließen, war Ursache, daß die Einwohner jener Ge-