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2 (1812) Neues Zeitungs- und Conversations-Lexikon : oder Handwörterbuch für die in der gesellschaftlichen Unterhaltung vorkommenden Gegenstände, mit beständiger Rücksicht auf die Ereignisse der ältern bis auf die neuesten Zeiten. 2 / [E - K]
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wohl nicht glänzenden körperlichen Anlagen erreichte er bald das Zielder Vollkommenheit: und nach dem, was über den Geist seines Spiels, gesagt worden ist, kann man es sich leicht erklären, daß sich sein Talentnicht auf ein bestimmtes Fach einschränkte, sondern daß er in mehrerenFachern meisterhaft spielt; wiewohl, wie Herr O. C. R. Böttcherin einer bald anzuführenden Schrift sagt, nur eine Stimme darüberist, daß ihm die humoristischen Rollen in Lustspielen vor allen anderngelingen, die bloßen Hc-ldenrollen aber im ernsten Drama oder imTrauerspiele, wofern sich ihnen nicht ein Zusatz von Jntrigue oder Launedeimischt, seinem Spiele am fernsten liegen. Seine Grundsätze überdie Schauspielkunst hat er in seinen Fragmenten über Men-schendarstellung auf denDeutschen Bühnen (er^ie Samm-lung, Gotha 1785) mitgetheilt, welche kleine Schrift unter das Bestegehört, waS über Schauspielkunst geschrieben worden. Späterhin gingJffl and an die NationasiSchaubühne nach Mannheim. Hier finger an auch fürs Theater zu schreiben. Verbrechen aus Ehrsuchtwar das erste seiner Stücke, welches ihm ungetheilten Beifall erwarb;mehrere eben so vortreffliche, welche diesem folgten, vorzüglich die Jä-ger, verschafften ihm bald eine Stelle unter den ersten Schauspiel-Dichtern unsrer Nation. Das bürgerliche Scha u fpiel, welchesim Anfänge der Deutschen Literatur von den meisten Kunstrichtern alseine verwerfliche Zwittergattung zwischen Lustspiel und Trauerspiel be-trachtet wurde, und welchem vorzüglich Lessing durch seine Ueberse-tzung und Kritik des Diderotschen Theaters in Deutschland Ein-gang verschaffte, ist das eigentliche Fach , welches Ifflandals Schau-spiel-Dichter bearbeitet. Eine eigne Herzlichkeit, welche man die Is-ländische nennen könnte, tiefe Menschenkenntniß , überraschend treueSittenmahlerei, tief rührende Situationen und über dieß alles ein mo-ralischer Zweck herrschend — dieß sind die Vorzüge seiner Schauspiele,in welchen er keinem Dichter nachahmt als sich selbst ; denn nicht ohneGrund findet man eine zu große Aehnlichkcit zwischen mehreren seinerStücke, welches, wie einige andre Fehler, welche die Kunstrichter andenselben tadeln, eine nothwendigc Folge davon ist, daß er sehr vielfürs Theater arbeitet. Wenn man seinen Stücken den Vorwurf macht,daß darin oft zu viel und zu lange moralisirt werde, so scheint mir Iff-I lan 0 durch die hohen Begriffe, welche er von der Schauspielkunst als

! einer Sitkenlehrcrin hegt, hierzu verleitet worden zu seyn. In dem Fran-

zöstsch-Pr.usisch- und Oesierreichischen Kriege, welcher auch gegen Mann-heim wüthete, verließ Jffland diesen Ort, und wurde, nach dem er meh-rere Orte besucht, und vorzüglich durch mehr.re Gastrollen, die er im1 .1796 auf dem Weimarischen Hoftheater übernahm, neue Lorbeern ein-geerntet hatte, an das Berliner Hoftheater engagirt, wy er zugleichSchauspiel-Director ist, Wenn es neben denen , welche sein Spiel ver-stehen und zu schätzen wissen, manchen in Berlin gibt, wclckcm Jff-land unter seinem Rufe zu spielen scheint, so muß man bedenken,daß es das Loos vieler Menschen ist, eine glänzende Täuschung dereinfachen Wahrheit vorzuziehen. Zum Beschlüße dieses Artikels führeich folgende vortreffliche Schrift des Herrn O. C. R. Böttcher inWeimar an: Entwickelung des Jfflandischen Spirls in