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Sultan Mnrad l. gestiftet worden sind. Ursprünglich bestanden siebloß aus Christen, die entweder Kriegsgefangene waren, oder vonihren Aeltern aus Armuth dem Sultan Statt des Tributs als Sol-daten übergeben wurden; jetzt aber nimmt man gewöhnlich nur gebor-»e Türken unter sie auf. Sie sind die Infanterie der Pforte, undbestellen aus zweierlei Arten, nähmlich den eigentlichen Zanitscharenoder Zanitscharen der Pforte» und den geringern Ja-n i t slb a re n. Erstere bestehen aus 102 Odos oder Regimentern(eigentlich Kammern , weil jedes Regiment in Constantinopel in gro-ßen Zimmern beisammen wohnt); jede Oda soll Zoo Mann begrei-fe,, , enthalt aber oft kaum 400. Der Commandeur einer Oda heißtOda-Basch i, und der Oberbefehlshaber über alle Zanitscharen ist derJani kscharen-Aga. Aus ihnezi wird d»e Leibwache des Sultans(S 0 la k i und P ei k i genannt) genommen. Sie erhalten außer demSolde noch Speise und Kleidung; und ihre Waffen, die sie jedochiinr im Kriege führen, sind eine Flinte, eine Pistole und ein Messer,nebst einem kurzen Säbel. Sie sind geschickter im Hieb als im Ge-brauch des Fcnergcwehrs : ihr Ang'ff ist wüihend » abrr ohne Lrd.n»ng; ihr Much erkaltet nach dem geringsten Unglück; und wo sicnur hinkommen, machen sie alles zur Einöde. — Die g e ri ri ge rn Ha-rr i tsch a r e n, deren die Pforte nicht selten über 100,voo zählt, sindeine bloße undisciplinirre Landmiliz, die durch die ganze Türke, zer-streut ist, meist keinen Sold erhält und Handwerke treibt. Sie sol-len eigentlich bloß die Orte,'besonders die Festungen, wo sie woh-ne», verlheidigcn, und werden daher nur im Nvtbfall ins Feld ge-stellt. Die Zanitscharen tragen eine große herabhangendc weißeMütze, die beinahe wie ein Mannsärmel gestaltet ist, und in dm«weitestes Ende der Kopf gesteckt wird; außer dieser Mütze findet sichnur wenig einförmiges, wodurch sich die Tracht der Janilscharm >von der Tracht der andern Türken unterschiede; und jeder wählt dieFarbe des Kleides nach seinem Gefallen.
Die Janse nisten; so nennt man die Anhänger einer Seelein der Römisch-Katholischen Kirche, welche von einem Bisckose zuApern, Cornelius Jansen, den Nahmen führt. Dieser Mvnnhakte wahrscheinlich gar nicht die Absicht, das Haupt einer Partei zuwerden , sondern wollte nur die Lehrsätze des berühmten KuchenlehrersAugustin i» ihrer ursprünglichen Reinheit wieder Herstellen, undarbeitete deswegen ein weitläuftiges gelehrtes Werk ors, dessen Her-ausgabe er aber nicht selbst besorgt« konnte, sondern seinen Freunden iüberlassen mußte, weil er schon im Jahre rhztt starb. Dictoniabls !mächtigen Je su iten glaubten in diesem Buche gewisse, ihrem Or-den schädliche Grundsätze und Meinungen zu entdecken, und bewirk-ten daher im Jahee >6Fz vom Pcpste Jnnocenz X. die feierliche Ver-dammung der ihnen nnstöß ge» Sr-llen. So wie gemeinigllch Büchcrverbote noch mehrere Leser onlccken, als sie vielleicht außerdemgefunden Hab, n würden, so war es auch hier der Fall; das Werkvon Jansen wurde überall begierig gelesen, und fand besonders i»Holland, den Niederlanden und Frankreich viel Beifall. Die gelebrtesten Männer, ein Passcal Arnaud und Andre, schlugen sich