Der lange Pfeffer wächst nach den Verfas-sern der Flora Indiae in feuchten Wäldern derCircars'schen Bergen wild und wird in Bengalencultivirt. Die Pflanze ist im dritten Jahre am frucht-barsten; ein englischer Morgen Land bringt dannungefähr i4oo Pfund Pfeffer.
Aus einer perennirenden holzigen Wurzelkommen mehrere ästige runde windende Stengelmit etwas verdickten Gelenken hervor; die jungenTriebe sind weichhaarig.
DieStengelblätter sind lang-gestielt, herz-
förmig ,
spitz, mit weiter und tiefer Bucht; die
gröfsten derselben sind an dem vorliegenden Exem-plare aus dem Willdenow'schen Herbariomit dem Blattstiel drei und einen halben Zoll lang,zwei Zoll breit. Die unteren Astblätter sind eben-falls gestielt, die oberen in der Nähe der Blüthenumfassen sitzend den Stengel, sind kleiner und mehrlänglich, alle sind ganzrandig, glatt und blafsgrün.
Die männlichen Blüthen bilden dünne wal-zenförmige stumpfe Kätzchen, die auf acht biszehn Linien langen Blüthenstielen aus den Winkelnder obern Astblätter entspringen.
Die weiblichen Kätzchen sind sitzend, auf-recht, walzenförmig, mit fünf Reihen sehr kleinerspiralförmig geordneter, dachziegelförmig überein-ander liegender, runder, schildförmiger Schüppchenund zahlreichen runden sitzenden (eingesenkten)Fruchtknoten bedecktj die Narben sind drei- odervierlappig.
Die Früchte, wie sie im Handel zu uns kom-men, sind walzenförmige, auf beiden Seiten stumpfe,ungefähr anderthalb Zoll lange und zwei und einehalbe Linie dicke Kätzchen mit vollkommeneingesenkten Saamen; die Oberfläche ist vonden gewölbten Saamen höckrig und grau - bestäubt.Die Saamen sind eirundlich, mit schwarzbraunerglänzender Testa, innen weifslich von hornartigemAnsehen; sie haben den bekannten Geruch undfeurigen Geschmack des gemeinen schwarzen Pfef-fers in noch höherem Maafse als dieser und wirkönnen mit aller Wahrscheinlichkeit auch dieselbenBestandtheile in ihnen annehmen.
(N. v. E.)
Abbildungen»
Pluckn. Almagest. tab. 104.Rheed. Mal. VJI. tab. 14.
Erklärung der Tafel.
i. Ein blühender Zweig der männlichen Pflanze.
2. Eine Blüthenähre.
3. Die Frucht, wie sie im Handel vorkommt. *4- Dieselbe in Wasser erweicht und so durchschnit-ten, dafs man die ganzen Saamen sieht.
5. Dieselbe trocken und mit den durchschnit-tenen Saamen.
6. Der Saamen in natürlicher Gröfse.
7. Derselbe im Durchschnitt, vergröfsert.