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Benennungen:
Griech. niV. (Diosc.)
Deutsch. Fichte, wilde Fichte, Fichtenhaum, Kie-fer, gemeine Kiefer, Kieferbaum, Kien-baum, Kienforle, Kienföhre, Forle, Föhre,Fore, Forche, Fuhre, Forchenbaum, Pech-bauin, Harzbaum, Theerbaum, Spanholz,Fackelholz, Fackelfohre, Dale, Thäle.
Franz. Pin sauvage, Pin d'Ecosse, Pin de Geneve.
Ital. Jl pino.
Span. El pino.
Port. O pinheiro.
Engl. Wild-Pinetree, wild pine.
Ho iL Pynboom, wilde Pynboom.
Dan. Furr.
Schwed. Tall Für, Furu, Fära.
Rusf. Losna, Cocha.
Poln. Sosna borowa.
Böhm. Sosna.
Die gemeine Fichte wächst überhaupt imnördlichen Europa, in Lappland, Schweden, Nor-wegen, der Schweiz und durch ganz Deutschlandin trocknem, sandigem Boden, und bildet ganzeWälder. Auch findet sie sich häufig auf den Ge-birgen Frankreichs etc. Der Wuchs dieses Baumesist nach Beschaffenheit des Bodens, in dem er wächst,verschieden. In schlechten Gegenden ist er klein,gebogen und gekrümmt; in gutem Lande hingegenund unter günstigerm Klima nimmt er eine schöneGestalt an, und erhebt sich zu einer Höhe von 5obis 100 Fufs. Er wird bey 4 Fufs dick und er-reicht ein Alter von mehreren hundert Jahren. Ein-zeln stehend wird er weniger hoch, und treibtam untern Theile des Stammes viele Aeste, welcheer aber in der Mitte anderer Bäume wachsend ver-liert und nur am Gipfel behält.
Der Stamm ist grad und aufrecht. Die auf-steigenden Aeste sind, bei den Jüngern Stämmenquirlförmig, steif, mit Höckern besetzt; bey den al-tern abwechselnd. Die Rinde ist aschfarbig oderzimmtbraun uud voller Risse. Die obersten Zweigesind von gelbgrüner Farbe.
Die bleibenden, zerstreut sitzenden, nadeiför-migen Blätter, zu zwei und zwei, selten zu drei,in einer kurzen, häutigen, weifslichen, abgestutztenScheide vereinigt, sind steif, etwas hart, schmal,spitzig, glatt, auf der einen Seite erhaben, auf derandern flach, beinahe zwei Zoll und drüber lang,von frischer, etwas bläulich-grüner Farbe und amGrunde ihrer Scheide mit einer kleinen braun-röthlichen Schuppe versehen, derer Spur, nachdem Abfallen, die Aeste sehr rauh und unebenmacht.
Die gelben männlichen Blüthen stehenin mehreren, kurzen Endtrauben zusammen, habenstatt des Kelchs blofs Knospenschuppen, (nachWillden. einen vierblättrigen Kelch), keine Blu-menkrone, viele S t a u b f ä d e n, die unten in eineaufrechte Säule verwachsen, oben vertheilt sind,im Blumenboden stehen, und aufrechte, nackteStaubbeutel tragen.
Die weiblichen Blüthen sind in kurze,eyförmige, überhängende, purpurrothe, späterzimmtbraune, schuppige, am Grunde abgerundete,stumpfe, meist paarweise stehende Zapfen zusam-mengehäuft. Die Blumenkrone fehlt. Die Schup-pen sind bleibend, zweiblüthig, länglich, rautenför-
mig, lederartig, steif anschliefsend, oben genabelt,vorne stumpf, inwendig ausgehöhlt, und bedeckenzwei kleine Fruchtknoten mit pfriemenförmi-gen Griffeln und einfachen drüsigen Narben. Nachder Blüthe vergröfsern sich die Schuppen, werdenholzig, dicker, winkelig und sind zur Zeit derSaa-menreife mehr geöffnet. Am Grunde jeder Schup-pe befinden sich zwei längliche nufsartige, untenzugefpitzte und auf einer Seite erhabene und etwashöckerige Saamen, die mit einemHäutchen bedecktsind, welches einen schwarzen oder grauen Flügelbildet, der viel gröfser ist, als der Saame, aber klei-ner, als die Schuppe.
Die gemeine Fichte blüht im May und der Saa-me reift im November und December des zweytenJahrs. Sie wird durh Aussäen, welches im März ge-schieht, fortgeflanzt. Man hat viele Abarten vonderselben, welche vom Boden, Clima oder von an-dern Umständen entstehen. Einige dieser Abartenhnlt man jedoch für besondere Arten.
Die jungen Sprofsen, (Kiefersprofsen, fichten-knospen (Turiones pini) fälschlich Zapfen (Strobilis. coni Pini genannt) sind offizineil. Jm Frühjahrwerden diese walzenförmigen, ein bis zwey Zoll lan-gen, kaum aufgeschlofsenen, zarten Spröfslinge, diesich an den Enden der Zweige der gemeinen Kieferansetzen, eingesammelt. Sie sind mit dünnen roth-bräunlichen, lanzettartigen Schuppen bedeckt, undinwendig grün, fühlen sich harzig und klebrig an,lafsen sich leicht zerbrechen und besitzen einen an-genehmen gewürzhaften Geruch und bittern, balsa-mischen Geschmack. Sie dürfen nicht mit den Knos-pen der Rothtanne (Pinus abies L) oder mit denjungen Zapfen und den jungen ZM r eigen, den Vor-schlägen der Kiefer verwechselt werden.
Auch erhält man von diesem Baume und vonmehreren Abarten defselben den gemeinen Terpentin(terebenthina communis) und das aus diesem berei-tete Terpentinöl (Oleum terebenthina?) Geigenharzcolophonium: ete. etc.
Abbildungen.
Guimpel Abbild, d. deutsch. Holzart. 26. H. t. i53
Weinmann n. 3. b.
Zorn icon. pl. t. 626.
Blackwell herb. t. 190.
Kerner abbild. ökon. pfl. t. 47 2 -
Oelhafen abb. 1. t. 1 — 4-
Cr am er forstw. t. 26.
von Langefeld t. 5. 6.
von Gleichen abb. t. 28.
Pallas fl. russ. t. 2. f. 2.
Lambert descript. of. Pin. p. i. t. 2
Reitter und Abel abb. t. 97.
Schkuhrs bot. handb. t. 3o8.
Plenk icon. plant, med. t. 677.
Handb. der pharm, bot. bl. LXXXI1I. f. 388.
Flor, du dict. des scienc. med. livr. 71. pl. 272.
Erklärung der Platte.
Taf. No.
1. Ein Zweig mit ausgebildeten Fruchtzapfen.
2. Männliche Blüthen oder Kätzchen, an der Spitze
sieht man den jungen Trieb.
3. Eine einzelne Spindel oder ein Säulchen des
männlichen Blüthenstandes, wovon mehrereStaubgeläfse, zur befsern Ansicht der ein-zelnen Staubkölbchen, abgepflückt sind.4« Eine einzelne Schuppe des Saamenzapfens.
5. Ein einzelnes geflügeltes Saamenkorn.
6. Zwey Blätter oder Nadeln in ihrer gemeinschaft-
lichen Scheide.