Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

bis sieben Zoll. Die Knospenschuppen der jungenTriebe sind eiförmig lang zugespitzt, braun, am Randestark gewimpert, und an der Spitze zurückgerollt.

Die männlichen Kätzchen stehen theilseinzeln, theils zu mehreren beisammen und sind auszahlreichen, walzenförmigen, stumpfen, kurz ge-stielten , besondern Kätzchen zusammengesetzt,die am Grunde von mehreren unregelmäfsigen,trocknen, gelblichen Schuppen umgeben sind; derKamm an der Spitze der Staubbeutel ist abgerun-det, schwach gekerbt, vor dem Aufblühen roth,dann blafs-gelb.

Die weiblichen Kätzchen stehen quirlför-mig, seltner einzeln auf den Spitzen der jungenTriebe; sie sind walzenförmig, stumpf, ungefähreinen halben Zoll lang, von schöner dunkelrotherFarbe und an der Basis von kleinen bräunlich-gel-ben, am Rande weifsen und häutigen Schuppenumgeben; die fruchttragenden Schuppen desKätzchens sind stumpf, mit einer erhabenen Mittel-rippe; auf ihnen erscheinen die beiden Frucht-knoten, während der Blüthe, wie kleine, stumpfe,gelbliche Erhabenheiten an der Basis, unter die-sen liegt die kürzere, dünne, stumpfe, an den Sei-ten zuweilen abwärts gebogene Schuppe der Blü-thenhülle, (squama perianthii).

Die grofsen eiförmigen und verlängerten Früchtestehen zuweilen in grofser Anzahl beisammen; sozähle ich an einem vorliegenden Exemplare acht-zehn junge Früchte in dicht gedrängten Quirlen.Ein Zapfen mit aufgesprungenem Schuppen mifstvier und einen halben Zoll in der Länge und fastvier Zoll in der gröfsten Breite. Die kleinen ova-len Nüfschen sind mit einem grofsen, häutigen,braunen Flügel umgeben.

Dieser Baum ist besonders reich an dem denZapfenbäumen eigenthümlichen flüssigen Harz, wel-ches wir unter dem Namen Terpentin kennenund von dem schon früher in diesem Werke beiandern Arten der Gattung Pinus die Rede war.Von ihm kommt diejenige Sorte Terpentin, die un-

ter dem Namen Terpentin von Bordeaux inFrankreich gewöhnlich verbraucht und in grofsenQuantitäten nach den angränzenden Ländern ver-führt wird. Man benutzt diese Bäume gewöhn-lich vom dreifsigsten Jahre an, und wenn die Bear-beitung richtig geleitet wird, so soll derselbe Baumhundert Jahre lang benutzt werden können. (S,

Guib. a. a. 0.)

(N. v. E.)

Abbildungen.

Lamb. Monogr. tab. 4. 5.Duham. Arb. IL tab. 29.

Erklärung der Tafeln.

A. 1. Die zusammengesetzten männlichen Kätzchen

(amenta mascula).

2. Ein besonderes Kätzchen in natürlicher Grofse.

3. Eine Schuppe desselben mit dem Kamm,

von vorn gesehen.

4. Die Schuppe von unten, mit den Staubfächer.

5. Dieselbe von der Seite, alle vergröfserl dar-

gestellt.

6. Die Spitze eines Zweigs, mit drei blühenden

weiblichen Zapfen.

7. Einer derselben, gesondert dargestellt, beides

in natürlicher Gröfse.

8. Die fruchttragende Schuppe mit den beiden

Fruchtknoten.

9. Dieselbe, von der untern Seite mit der Blü-

thenschuppe.10. Dieselbe, von der Seite gesehen. (Von Fig.8 an vergröfsert.)

B. ii. Ein Zweig mit unreifen Früchten.12. Die reife Frucht.

i3. Ein Nüfschen mit dem Flügel.

i4- Der Flügel, aus dem das Nüfschen heraus-genommen.

i5. Der Saamenkern mit dem polykotyledoni-schen Embryo.