Benennungen:
Griech, vftvt. Theophr. ex Sprengel. Hist. reiherb. p. io5.
Deutsch. Der Lerchenbaum. Lerchenfichte. Ler-chentanne. Brechtanne.
Franz. Le meleze.
ltal. u. Span. Larice.
Port. Larico.
Engl. The common white larch-tree,
Holl. Lorkenboom.
Dan. Lerketrae.
Seh w e d, Lerketraed.
Russ. Listweniza.
P o 1 n. Modrzew.
B ö h m. Modrju.
Der gemeine Lerchenbaum wächst sehr schnell,erreiebt eine Höbe von 5o bis 60 Fufs und drü-ber; eine Stärke von 3 bis 4 Fufs; wird über 200Jahre alt, und findet sich auf hohen Bergen in Si-birien, in der Schweiz, in Deutschland, Frankreich,Italien und mehrern andern Ländern Europas.
Der S t a m tri ist gerade und mit braunrother,rissiger Rinde bedeckt.
Die abwechselnden, mit aschgrauer Rinde ver-sehenen Aeste sind schwach, lang, dünn, eckig,etwas geneigt oder hängend.
Die Nadelblätter, welche zu 20 bis 4° au seiner Scheide kommen, stehen vor derEntwickelungdeutlich büschelweise rings um die Aeste. Siesind gleich breit, stumpf, am Grunde etwas schmä-ler, glatt, weich, biegsam, einen Zoll und drüberlang, von hellgrüner Farbe, und fallen im Winterab. An den jungen Trieben stehen sie auch ein-zeln. Die grofse, becherförmige, braune Scheideist in der Quere gestreift, und am Rande mit brau-nen, vorstehenden, häutigen Schuppen versehen.
Die Blumen stehen au den Seiten in der Mit-te eines Blätterbüschels zerstreut in kleinen Kätz-chen.
Die fast eyrundlichen, männlichen Kätzchensind abwärts gerichtet, ohne Blätter und über einenviertel Zoll lang; die weiblichen purpurrotben stehenaufrecht, gewöhnlich mehr nach oben zu, erschei-nen mit den Blättern, sind fast drei Viertel Zolllang, und bilden hinglich-eyförmige, an beydenEnden stumpfe, nach oben zu etwas schmälere, auf-rechte, fast zolllange Zapfen, welche aus gestreiften,lederartigen, breiten, länglich-runden, etwas ab-siehenden und rauhen, am Rande zurückgebogenenund zerrissenen Schuppen bestehen, zwischen wel-chen schmale, eyförmige, lang-zugespitzte, durch-sichtige, hervorragende D eckblätt chen befind-lich sind.
Die übrigen Blumentbeile kommen mit den,den Tannen oder Fichten verwandten, Arten überein.Die Frucht besteht in nufsartigen , sehr kleinenSaamen, die oval, zugespitzt, flach gedrückt, vongelblicher Farbe, und mit einem eckigen, kurzen,breiten Flügel versehen sind.
Dieser Baum, von dem es verschiedene Abän-derungen gibt, blüht im April und Mai beym Aus- |
bruch der Blätter; bringt im October reife Früchte,nnd wird durch Saamen fortgepflanzt.
Das aus dem Stamme der Lerchenfichte theilsvon selbst, theils aus den durch Anbohren oderAnhauen gemachten Offnungen herausfliefsende, wei-che Harz, venedischer Terpenthin, Lerchenterpen-tliin, (Therebinthina laricina, Terebinthina veneta),welcher sonst aus Venedig zu uns gebracht wurde;den wir jetzt aber aus der Schweiz, aus Frankreich,dem südlichen Deutschland, aus Tyrol, Ungarn undmehrern andern hohen gebirgigen Ländern bekom-men, ist offizinell.
Dieser Terpenthin hat die Dicke eines Sy-rups, ist zähe, sehr klar und durchsichtig, weifs-lich oder blassgelb, und von erhitzendem, bitter-lich-beifsendem Geschmack und starkem, etwas ci-tronenartigem, balsamischem, eben nicht angeneh-mem Geruch. Er ist nicht so scharf und weit dünn-flüssiger, als der gemeine Terpenthin, mit dem erzuweilen verfälscht wird. Zum Arzneygebrauchemufs er weder zu alt, noch ausgetrocknet, sondernflüssig, weifslich und durchsichtig seyn.
Er mufs sich in Weinalcohol völlig klar auflö-sen, und, wenn zu dieser Auflösung vier TheileWasser gegossen werden, durch Umschütteln einedickliche, . gleichförmige Mischung darstellen, dieoben Oel absetzt und mehr nach Weingeist, als nachTerpenthin riecht. Sehr dickflüssiger, nicht völligdurchsichtiger, unangenehm-riechender und mitTrübung in Weingeist sich auflösender, venedischerTerpenthin ist weniger rein, oft nur ein künstlichesGemisch' aus gemeinem Terpenthin, Baumöl undGeigenharz und taugt zum Arzneygebrauche nicht.
In warmen Ländern schwitzt aus dem Ler-chenbaume , welcher bey uns keinen Terpenthinliefert, auch eine Art Manna (Lerchenbaummanna, tManna laricina s. brigantina), welche der ächtenManna weit nachsteht.
Abbildungen.
Plenk icon. plant, med. t. 68t.Lambert Descript. of. pin. t. 35.Du Hamel edit. Michel T. V. t. n.v. Oehlhafen. Abbild. I. tab. 17 - 21.Cr am er Anleit. zum Forstw. t. 28.Kern er Abbild, ökon. pfl. t. 455.Blackwell herb. t. 477»Ludwig eetyp. t. 86.Kniphoff cent. 9. n. 77.
Erklärung der Platte.
Taf. No.
1. Ein blühender Zweig.
2. Ein fruchtet! agender Zweig. *
3. Ein einzelner Staubfaden vergrössert.
4. Eine Schuppe mit Fruchtknoten.
5. Dieselbe vergröfsert.
6. Eine Schuppe mit dem Saamen.