Dieser schöne Baum ist schon seit langer Zeitbekannt, und ausgezeichnet durch seinen pracht-vollen Wuchs, seine Haltung, sein immergrüne«Laubund seine balsamischen Ausdünstungen; die altenGriechen weiheten ihn dem Gott der Poesie undder Künste; auch waren seine. Zweige zugleich da-zu bestimmt, als Kränze gewunden, der Sieger Stir-ne zu zieren.
Das Vaterland des Lorbeerbaums ist ursprüng-lich Asien. Auch wächst er im nördlichen Afrika,in Griechenland, Italien, Spanien und scheint eben-falls in den südlichen Gegenden Frankreichs ein-heimisch geworden zu seyn. Da er gegen unserKlima etwas empfindlich ist, und im Freyen bey derKälte nicht wohl ausdauern kann, so wird er beyans in Gewächshäusern durchwintert.
Der Lorbeer erhebt sich zu einer Höhe vonfünfzehn bis zwanzig Fufs und drüber. Seine Astesind biegsam, gerade, braun-grünlich und gegenden Stamm anliegend. Auch sind die Zweige vonden Narben, wo ehemals Blätter gesefsen, knotig.
Die immergrünen , abwechselnden, kurz gestiel-ten, lanzettförmigen Blätter sind hart, steif, leder-artig, ganz ungetheilt, etwas wellenförmig an denRändern, auf beyden Seiten glatt, geädert, obenvon dunkelgrüner Farbe und glänzend, unten bläs-ser, und drey bis fünf Zoll lang.
Die kleinen, meistens vierspaltigen, gewöhnlichzweyhäusigen , weifs - gelblichen Blumen stehen inden Blattwinkcln in kleinen mittelmäfsigen gestiel-ten Dolden, welche an ihrem Grunde mit kleineu,hinfälligen, ey förmigen Nebenblättchen versehensind.
Der Kelch ist glatt und hat vier bis fünf ova-le, vertiefte, zugespitzte, aufrechte Einschnitte. DieKrone fehlt. Die acht bis zwölf Staubfäden sindzusammengedrückt und stumpf, und stehen in zweiReihen, wovon die äufsern fruchtbar, die innernaber abwechselnd fruchtbar und unfruchtbar sind,und an ihrer Basis zwey rundliche, kurz-gestielteDrüsen haben. Der oberhalb befindliche Frucht-knoten ist fast eyförmig; der Griffel einfach, gleich-förmig, so lang als die Staubfäden; die Narbe stumpf.Die den Fruchtknoten umgebenden Honiggefäfse en-digen sich in zwey Borsten.
Die Frucht, eine Steinfrucht, uneigentlich Bee-re genannt, ist eyförmig, länglich-rund, fast vonder Gröfse einer kleinen Kirsche, von schwärzlich-blauer Farbe, an der Basis nakt, einfächerig, undenthält eine eyrund-zugespitzte, einsaamige Nufs.
Die Blüthezeit des Lorbeerbaums ist Mai. DieFortpflanzung desselben geschieht durch Ablegerund Stecklinge.
Die Blätter, Lorbeerblätter und die sogenann-ten Beeren, Lorbeeren (Folia et Baccae lauri) sindofiizincll.
Die Blätter besitzen einen stark gewürzhaftenGeruch und Geschmack.
Die trocknen Früchte sind dunkelbraun undrunzlich. Sie enthalten unter einer dünnen zer-brechlichen Schale einen eyrunden, röthlich- brau-nen Kern, der in zwei Theile zerfällt, und eineneigeiuhümlichen stark gewürzhaften Geruch, undeinen bittern, fettigen , gewürzhaften Geschmackhat. Die sehr runzlichen, angefressenen, leichtenund schwach riechenden Lorbeeren sind untauglich.
In den Offizinen wird das destillirte und aus-geprefste Oel (Oleum destillatum et exprefsum lau-rinum s. Baccarum lauri), Lorbeeröl, Looröl, sowie auch das Pulver vorräthig gehalten.
Abbildungen:
Flor, du dict. des scienc. med. livr. 56. pl, 214»Black well herb. t. ij5. femina.Regn. botan. t. 323.
Erklärung der Platte.
Taf. No.
1. Ein blühender Zwei^.
2. Eine einzelne Blume.
3. Ein Staubbeutel vergröfsert.
4. Der weibliche Theil der Blüthe,
5. Ein Honiggefäfs.
6. Der Fruchtknoten.
7. Eine Frucht,
8. Die Nufs.
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