Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Benennungen.

Holl.

Meesterwortel.

Dan,

Mesterurt.

Sehwed

Mästarerot.

Engl.

The master-wort.

Franz.

L'imperatoire, le benjoin franeois.

Ital.

Imperatoria.

Span.

Imperatoria.

Port.

Imperatoria.

Die weifse Meisfenvurzel ist auf den Gebirgendes südlichen Europas, in 0 e s t r e i c h, in derSchweiz und in Frankreich einheimisch, undwird leicht in unsern Gärten cultivirt.

Die Wurzel liegt schief oder fast horizontalin der Erde, und besteht aus einem walzenförmi-gen geringelten schwarzbraunen Wurzelstock, derin eine allmählig sich verdünnende Hauptwurzel vonhellerer Farbe ausläuft} aus ihm kommen krie-chende Ausläufer (stolones) hervor.

Der Stengel ist aufrecht, etwas gebogen undzwei bis drei Fufs hoch, fast einfach, rund, glatt,an den obern Indernodien gestreift.

Die Wurzelblätter stehen aufrecht aufrun-den hohlen glatten und gestreiften, ungefähr sechsbis zehn Zoll langen Blattstielen; sie sind doppeltdreizählig, die Blüthen der ersten Ordnung sind ge-stielt, die der zweiten hängen am Grunde gewöhn-lich zusammen, die beiden seitlichen sind oval,spitz, das mittlere ist breiter, an der Spitze drei-lappig, alle sind scharf gezahnt, auf beiden Seitenglatt, blafsgrün und etwas runzelig. Die unterenStengelblätter sind den Wurzelblattern gleich, nurkleiner, sie stehen aufrecht-ab (erecto-patentes) aufsteifen engen glatten und gerippten Scheiden. Dieobersten Blätter sitzen unmittelbar auf ihren wei-ten Scheiden ohne Blattstiel auf.

An der Spitze dieses Stengels bildet sich einegrofse flache vielstrahlige und vielblüthige Doldemit zwei gewöhnlich unvollkommenen Seitendolden;die gemeinschaftlichen Blüthenstiele sind gestreift,die besonderen rund und glatt.

Die Hülle der besonderen Döldchen (involu-crum) besteht aus fünf bis acht sehr schmalen fastborstenförmigen ziemlich langen Blättchen, die nochvor der Reife der Saamen abfallen.

Die Blüthen sind gleichförmig weifs; dieBlumenblätter oval, auf beiden Seiten verdünnt,mit ganzer eingeschlagener Spitze.

Die Staubfäden sind weifs. Die beidenGriffel auf der stark erhabenen Nectarplatte sindabstehend.

Die Frucht ist zusammengedrückt, gelblich-grau, auf dem Rücken jedes Carpells sind fünf fa-denförmige Rippen, von denen zwei sich dem ge-flügelten Rand nähern.

Die Wurzel ist unter dem Namen w eif s e Mei-sterwurzel (Radix Imperatoriae albae) officinell.Wir erhalten sie gewöhnlich in Fingers langen etwaszusammengedrückten Stücken; auf der äufsern Seiteist sie geringelt, sehr runzlich, graulich - braun, imInnern schmutzig-weifs und ganz mit zahlreicheneigenen Gefäfsen, die ein eigenthümliches, sehrscharf-aromatisches Harz enthalten, angefüllt; die-sem Harze verdankt die Wurzel ihren durchdrin-gend starken eigenthümlichen Geruch und Ge-schmack. Ihre Anwendung ist jetzt gröfstentheilsauf die Thier-Heilkunde beschränkt, doch wird siein der neuesten Zeit von Dr. Mylius äufserlich inForm einer Salbe, bei Gesichtskrebs empfohlen. (SNotiz f. N. u. Heilk. B. 5.)

(N. v. E.)

Abbildungen»

Engl. Bot. tab. i38o.Moris. Sect, IX. tab. 4,

Erklärung der Tafel.

1. Die Wurzel,

2. Ein Wurzelblatt.

3. Der obere Theil des blühenden Stengels.

4. Ein blühendes Döldchen (umbellulaj.

5. Dasselbe mit unreifer Frucht.

ö. Die Blumenkrone ohne die Staubgefäfse, ver-gröfsert.

7. Ein Blumenblatt, ebenfalls vergröfsert.

8. Der Fruchtknoten in natürlicher Grölse,

9. Derselbe vergröfsert.

10. Die reife Frucht mit dem Fruchthalter,ti. Dieselbe, vom Rücken gesehen.

12. Dieselbe auf der Fuge (commissura).