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gelappten und gekerbten etwas krausen Rand frei.Die Farbe dieses Laubs ist auf der oberen Seite,an dem trockenen Gewächs blafsgelb, an dem durch-näfsten gelblich - grün; die untere Seite ist weifs,ohne deutliche Wurzelfasern,
Die Apothecien sitzen auf einer kurzen Er-habenheit des Thallus, und sind dadurch gleichsamgestielt; an den Jüngern Individuen sind sie concavund einzeln auf der Oberfläche des Thallus zer-streut, auf den altern sind sie in der Mitte dichtzusammengedrängt, mehr flach und eckig. DerRand dieser Apothecien ist ganz und von Thallusgebildet, die Scheibe (discus) ist von einer mehrgesättigt - gelben Farbe.
Unter dem Mikroscop erscheint diese Scheibegestreift, wenn man sie von oben nach unten durch-schneidet und von der Seite betrachtet, welchesdurch die aufrechten dicht gedrängten Schläucheentsteht, zwischen denen die ovalen Sporen zumVorschein kommen. Der Geruch der Flechte isteigenthümlich, etwas dumpfig, aber schwach; derGeschmack unbedeutend bitterlich -adstringirend.
Durch die Sander'sche Schrift, über die Heil-kräfte dieser Flechte, kam sie vor mehreren Jahrenals Arzneimittel in Gebrauch, hat aber ihren Ruf be-reits gröfstentheils wieder verloren, — Die chemischeAnalyse zeigte harzigen Farbestoff, Extractivstoff,Schleimzucker, Gummi, Gallussäure, (?) salzsau-res Kali^ und ein eigenthümliches ätherisches Oel,welches einen der China ähnlichen Geruch besitzt;
dieser letztere Bestandtheil ist aber in so geringerQuantität vorhanden, dafs aus zwanzig Pfund derFlechte nur fünf Gran erhallen wurde. (Vergl.Sander die Wandflechte als Arzneimittel, Troms-dorf N. Journ. Band. 1. St. 1. und Pfaff Mat.med. B. 6. p. 29a.)
Anmerk. Die Verwechselung dieser Flechte mitLecanaria candelaria möchte wohl nieStatt finden, weil diese letztere weit seltenervorkommt; auch ist sie durch die dunklereFarbe, so wie durch den fast krustenartigenund von den Steinen, auf denen sie gewöhn-lich wächst, kaum zu trennenden Thallus ver-schieden.
(N. v. E.)
Abbildungen.
Hoffm. En. Liehen, tab. 18. fig. 1.Hayne Getr. Darst. V. tab. 48.
Erklärung der Tafel.
1. Ein älteres Exemplar der Wandflechte,
2. Ein jüngeres.
3. Dieselbe, von der untern Seite gesehen.
4. Ein Apothecium, vergröfsert.
5. Dasselbe im Durchschnitt, sehr stark vergröfsert,
so dafs man die Schläuche und Sporen derKeimschicht sieht.