Benennungen.
G riech, plxwv. Homer, et Diosc. ex Spreng, bist.
rei. herb. p. 2o et 17Ü.Deutsch. Der gemeine Mohn. Gartenmohn. Mahn-
saame.Franz. Le Pavot.
Ital.
Papavero domestico.
Span.
Adormidera.
Port.l
.
Dorrnideira.
Engl.
The common poppy.
Holl.
Slaapbol.
Dan.
Vallnme.
S ch we
d.
Vallmo.
R u s s.,
Po
In, Böhm. u. Ungar.
Mak.
Der gemeine oder schlafmachende Mohn, eineeinjährige Pflanze, ist im Orient zu Hause, und wirdjetzt auch wild im südlichen Europa, so wie auchhin und wieder in Deutschland auf Aeckern, Schutt-haufen und in Gemüfsegärten angetroffen. In Aegyp-ten, Persien, Arabien etc. wird sie häufig angebaut,gedeiht daselbst außerordentlich und wird viel hö-her, als bei uns, wo sie tlieils des Saamens wegenauf Feldern, tlieils auch in Gärten als Zierpflanzegezogen wird.
Der Stengel ist aufrecht, blättrig, blaugriinlich,glatt*, rund, etwas ästig, und drei, vier bis fünfFufs hoch.
Die breiten, grofsen, abwechselnden Blätter,sind aufsitzend, den Stengel umfafsend, eingeschnit-ten, ungleich-gezahnt, zugespitzt, saftig, auf bey-den Flächen glatt, und von blau-grünlicher Farbe.
Die sehr grofsen, blafs - purpurfarbigen, amGrunde jedes Blumenblattes mit einem schwärzlichenFlecken bezeichneten Blumen stehen einzeln amEnde des Stengels und der Zweige auf glatten Blu-menstielen, uud sind vor dem Aufblühen hängend.Sie kommen oft gefüllt vor, sind sehr schön, undin Hinsicht der Farben sehr mannigfaltig.
Der glatte Kelch besteht aus zwei hinfälligen,ziemlich eyrunden, vertieften, stumpfen Blätteben,und ist nur an den ungeöffneten Blumen vorhanden.*Die vier abfallenden Blätter der ßlumenkrone sindsehr grofs, rundlich, ausgebreitet und am Grundeetwas sebmäler. Die vielen im Blumenboden stellen-den , haarförmigen Staubfaden, welche viel kürzersind als die Blumenkrone, tragen längliche zusam-mengedrückte stumpfe, aufrechte Staubbeutel. Derobere Fruchtknoten ist grofs, fast rundlich, ohneGriffel und mit schildförmiger, flacher, gestrahlterund gekerbter Narbe versehen.
Die Frucht besteht in einer sehr dicken, grofsen,glatten, fast kugeligen Saamenkapsel, welche, ge-krönt mit der grofsen Narbe, unter welcher sie inviele Löcher aufspringt, inwendig durch halbe Schei-dewände in viele Fächer gelheilt ist, und eine sehrgrofse Anzahl kleiner weifslicher oder schwärzlicherSaamen enthält.
Die Blüthezeit ist Junius und Julius, und dieSaamen reifen gegen August und September. Manhat eine Varietät mit blau-schwärzlichen Saamen.
Die Saamen (weifse Mohn- oder Magsaamen,Semen papaveris albi) sind offizinell. Auch sind
die vor der völligen Reife eingesammelten und vonden Saamen befreyten Mohnköpfe (capita s. capitu-la s. Capsula? papaveris) gebräuchlich.
Die völlig reifen Saamen sind klein, nierenfür-mig, etwas runzlich, sehr weifs, besitzen einen ölig-süfsen Geschmack, und liefern durchs Auspressengegen den vierten Theil eines angenehm schmecken-den, milden, klaren, hellen Oels (Mohnöl, Ol. sein,papaveris albi) von weifslicher Farbe.
Der schlafmachende Mohn liefert ferner auchden Mohnsaft oder das Opium (Opium, opium cru-dum s. thebaicum), ein aus den noch nicht ganzreifen, geritzten Saamenkapseln fliesender und ver-härteter, gummig-harziger Milchsaft, welcher auchin allen übrigen Theilen der Pflanze, vorzüglichaber in den Kapselu enthalten ist.
Das Opium erhalten wir aus Arabien, aus derTartarey, Persien, Aegypten und mehrern andernGegenden Asiens, in Gestalt rundlicher, gewöhnlichplatt-gedrückter Kuchen oder unförmlicher Stücke,von ein bis \\ g. Schwere. Diese Stücke sind mitden anhängenden innern Häutchen der Mohnköpfeund verschiedenen Saamen bestreut, und mit Mohn-,Tabacks- oder einer Art Ampferblätter etc. umwik-kclt, um das Aneinanderkleben zu verhindern. Dasgute, ächte Opium bildet eine dichte, selbst in klei-nen Stücken und an den Ptändern undurchsichtige,in der Hand leicht erweichende, auf dem Brucheetwas glänzende, zähe, trockene, gleichförmige,beym Durchschneiden nicht knirschende, sondern
gern in Stücke springende, keine Spuren von fremd-artigen Theilen enthaltende, uud im Verhältnifs desEinfangs ziemlich leichte Mafse, von gleichartigröthlich-gelb-brauner Farbe. Es besitzt einen erstbitterlich-widrigen, dann aber scharfen und beif-senden Geschmack und durchdringenden, ekelhaf-ten und betäubenden Geruch; färbt beym Kauenden Speichel gelb-bräunlich, ins grünliche spie-lend, und macht ihn schäumend; läfst sich am Lich-te leicht entzünden; brennt mit heller Farbe, gibtangefeuchtet auf dem Papier einen etwas unterbro-chenen hellbraunen Strich, und läfst sich in einlicht-braunes, leicht wieder zusammenbackendesPulver verwandlen.
Das Opium ist mancher Verfälschung unterwor-fen. Es darf nicht dunkelbraun, schwarz oder sicht-bar mit fremdartigen Theilen, mit Sand, Süfsholz-saft, Tragantschleim, Lein- oder Sesamül etc. ver-unreinigt, verfälscht oder zusammengeknetet, wedervöllig ausgedörrt, noch zu weich und schmierigseyn; nicht brenzlich, brandig und schwach riechen,noch einen süfslichen Nachgeschmack haben, auchden Speichel nicht braun oder schwarzbraun fär-ben, und endlich darf auch der mit angefeuchtemOpium gemachte Strich auf dem Papier nicht gleich-förmig und dunkelbraun erscheinen, welches ge-wöhnlich bey dem mit Süfsholzsaft verfälschtenOpium der Fall ist.
Abbildungen.
Flor du Dict. de Scienc. med. Livr. 69. pl. 365.
La mark, lllustr. Gen. t. ^öt.
Regn. botan. tab. ia3 et i44-
Black well. Herb. t. 482 et 483.
Buillard. Herb. Franc, tab. öj.
Moris. Hist. Oxon. 1. S. 3. tab. 14. fig. 1 — 4-
Lobel. Icon. t. 274. f. 2.
Erklärung der Platte.
Taf. Nro.
1. Ein blühender Stengel.
2. Der Fruchtknoten mit dem Ansatz von Staubfäden.
3. Eine Saamenkapsel.