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Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Benennungen:

Griech. mann* y\\>Kwftn StjAsia Diosc. ex Spreng.

hist. r. herb. p. 177.Deutsch. Die gemeine Pseonie, Pfingstrose, Kö-nigsrose, Gichtrose.Franz. La pivoine.ItaL Span, und Port. Peonia.Engl. The pa?ony.

Peonie,

Peon.

Pion.

Pionnaja rosa.

Piwonia.

Piwonka.

Basa - rosa.

Holl.

Dan.

S c h w e d.

Russ.

Po In.

Böhm.

Ung.

Die gemeine Pfingstrose stand, ehe sie in dieZahl unserer schönsten Gartenblumen aufgenommenwurde, schon lange in grofsem Rufe bey den be-rühmtesten Aerzten der Vorzeit. Sie ist eine, aus-dauernde Pflanze und wächst in den südlichen Län-dern Europas, in Frankreich, Spanien, in der Schweiz,auf den Alpen, in Siberien, auf Candia, auch inDeutschland in Wäldern und gebirgigen, steinigenGegenden. In unsern Gärten bringt sie manche vor-treffliche Abarten mit sehr schön gefüllten Blumenhervor.

Die Wurzel derselben treibt einen oder meh-rere aufrechte, runde, glatte, ästige, etwas röthli-che, ein bis zwey Fufs hohe Stengel.

Die abwechselnden, grofsen Blätter sind ge-stielt, fast zweymal geflügelt, in längliche, runde,oder breit-lanzettförmige, glatte, oben grüne, un-ten wenig weifsliche und an ihrem Ende etwas ein-geschnittene Blättchen oder Lappen getheilt.

Die grofsen, dunkelrothen , auch rosenfarbigenoder weifsen Blumen stehen einzeln an den Spi-tzen der Stengel.

Der kleine Kelch ist fünf blättrig und blei-bend. Die Blättchen desselben sind ungleichförmig,rundlich vertieft und zurückgebogen. Die Kronebesteht aus fünf oder mehrern sehr grofsen, vertief-ten, rundlichen, abstehenden, am Grunde schmälernBlumenblättern. Im Blumenboden steht einegrofse Menge (ohngefähr 3oo) haarförmiger kurzerStaubfäden mit grofsen, länglichen, aufrechte^viereckigen und vierfacherigen Staubbeuteln. Diezwey bis fünf aufrechten Fruchtknoten sind dick,eyförmig, filzig, mit aufsitzenden, länglichen, zusam-mengedrückten, zurückgekrümmten, dicken, stump-fen, gefärbten Narben versehen und an ihremGrunde mit einem fleischigen Kreise umgeben.

Die Frucht besteht in zwey bis fünf oval-länglichen, fast gerade aus stehenden, bauchigen,filzigen, durch eine gerade oder gekrümmte Spitzebeendigten, einklappigen Kapseln, die der Längenach einwärts sich öffnen, inwendig lebhaft rothsind-und viele eyförmige, fast runde, erbsengrofse,

glatte, glänzendschwarze, mit weifsen geruchlosen,öligten Kernen versehene S a a m e n enthalten.

Diese Pflanze blüht im May und Juni. Die Saa-men reifen im August und September. Die Fort-pflanzung derselben geschieht leicht durch Wurzel-sprossen.

Die Wurzel, (Paeonienwurzel, Pfingst - oderGichtrosenwurzel, radix Preoniae) ist offizineil. Auchdie Saamen und dunkelrothen Blumenblätter werdenin den Apotheken aufbewahrt.

Die Wurzel ist knollig, fest, dicht, aus rundli-chen, daumensdicken, äufserlich rothbraunen oderbraungrauen, inwendig weifsen, dichtfleischigen, sel-tener schwammigen, einen Zoll langen Knollen, diedurch Fasern aneinanderhängen, bestehend. Frischbesitzt sie einen starken, unangenehmen, betäubend-widrigen Geruch, der sich aber beym Trocknen ver- jliert. Der Geschmack ist bitterlich süfs, etwas zu-sammenziehend , bleibt auch nach dem Trocknen;jedoch geht das Süfsliche desselben verloren. DieWurzel wird im Frühjahr ausgegraben, von derbraunen Oberhaut befreyt, in Scheiben geschnittenund getrocknet. Veraltete, geschmack-und kraftlo-se Wurzeln sind zum Arzneygebrauche untauglich.

Anmerk, Man unterscheidet gewöhnlich zweySpielarten:

1) Die bev uns in Gärten häufige Paeonia foemi-na mit schmalen, blafsgrünen Blättern und dunkel-röthern meist gefüllten Blumen; die Mutterpflanzeder eben beschriebenen Wurzel, und

2) Die seltenere Pa?onia mascula mit breitern,dunkelgrünem, glänzenden Blättern, gröfsern, ästi-gen Stengeln, meist einfachen, blässern Elumen undeiner senkrecht und tief in die Erde gehenden undsich dann in viele von aufsen röthliche und inwen-dig weifsliche Aeste verbreitenden Wurzel. Einigegeben dieser vor jener den Vorzug.

Abbildungen.Flor d. dict. d. scienc. med. livr. 71. p. 274.Plenk icon. pl. med. 432.

J. Gerard herb. 981. f. 2. et f. 3. 4- Aore pleno.Blackw. herb. t. 65.Kniphof cent. 6. n. 6g.Knorr del. 1. t. R. 3. et t. R. 2. flore pleno.Moriss. hist. 3. p. 454» S. 12. t. 1. f. 6. et p. 455.

t. 1. fig. 7. i3. i5.J. Bauh. hist. 3. p. 4g3. f. 2,

Besler Eyst. vern. 6. t. i5.f. 1. et tab, 7,8. flore pl,Dalechamp lugd. 807 et 858 flore pleno,Dodon. pempt. ig5. f. 1.

Lohel. icon. 682. f. 2. et 684. £ *. flore pleno.Matthioli comm. 655. f, 2.Fuchs hist. 202.

Erklärung der Platte.Taf. No.1. Ein blühender Stengel.£. Ein einzelner Staubfaden.3. Die zwey auf den Fruchtknoten sitzenden Narben.