Russ.
Saitschaitschawel,
Poln.
Szczawik.
Ung.
Madar söska.
Böhm»
Zageys-staw.
Diese kleine, zarte, ausdauernde Pflanzewächst in ganz Deutschland, besonders häufig aufdem Harz, in Schwaben, in der Schweiz und inmehreren Gegenden des nördlichen Europa inschattigen Wäldern um und zwischen den Baum-wurzeln, an Hecken und Zäunen.
Die Wurzel derselben ist kriechend, dünn,schuppig - gegliedert, faserig und roth.
Aus der Wurzel entsteht eine ziemlich grofseAnzahl lang gestielter Blätter, welche aus dreykleinen umgekehrt-herzförmigen, aufsitzenden, gan-zen, hellgrünen mit feinen, weifslichen Härchenbesetzten Blättchen bestehen.
Die Blüthen sind etwas nickend, weifs undroth geädert, und stehen einzeln auf langen Stie-len, die so wie auch die Blattstiele rund undfeinhaarig sind.
Der Kelch ist fünfblättrig, (nach den mei-sten einblättrig mit fünf Einschnitten) spitzig, sehrkurz und bleibend. Die Krone besteht aus fünfgleichen, stumpfen, ausgeschnittenen Blumen-blättern, die an den Nägeln zusammenhangen.Die 10 Staubfäden sind von einander abgeson-dert > im Blumenboden eingefügt, haarförmig, auf-recht, ungleich, die fünf äufseren kürzer und tra-gen rundliche, gefurchte Staubbeutel. Deroben sitzende Fruchtknoten ist fünfeckig. Diefünf Griffel sind von der Länge der innern Staub-fäden, fadenförmig, mit stumpfen Narben. DieFrucht ist eine rundliche, fünfeckige, fünffäche-rige, an den Ecken der Länge nach elastisch auf-springende Kapsel, welche viele rundliche S a a-men enthält.
Der weifse Sauerklee blüht im April undMay und ihre Saamen reifen im Junius und Ju-lius. Er vermehrt sich stark durch die kriechen-den Wurzeln. Auch giebt es eine Varietät dessel-ben mit blauen, kleinern, etwas zottigen Blumen.Bey Regen und Gewittern, so wie auch bey küh-ler Luft legen sich die Blättchen zusammen. DiePflanze ist geruchlos, aber besitzt einen ange-nehmen , stark säuern Geschmack.
Das frische Kraut (herba acetosellae s. Lu-julae) ist offizineil. Getrocknet wird es in den Apo-theken nicht aufbewahrt, da sich durchs Trochnendie Säure verliert. Aus dem ausgeprefsten und ge-reinigten Safte des Krautes des weifsen gemeinenSauerklees, auch wohl des gelben Sauerklees (Oxa-lis corniculata L.) und des Sauerampfers (Rumexacetosa) etc. wird das Sauerkleesalz (Oxalium, salacetosellae) erhalten,
Abbildungen:
Oeder fl. dan. t. 980.
Weinmann n. 20. f.
Jacq. Oxal. t. 8o, fig. 1.
Flor. dan. 980.
Schkuhrs handb. t. ia3.
Zorn pl. med. icon. t. g.
Blackwell herb. tab. 3o8.
Handb. der pharm, bot. bl. XXXVII. f. ao3.
Plenk icon, plant, med. t. 354«
Flor, du dict. des scienc. med, livr. 68. pl. 261.
Erklärung der Platte.
Taf. No.
1. Die ganze Pflanze in der Blüthe.
2. Die fünf Blumenblätter in aufgeschnittener Blu-
menkrone.
3. Der Kelch.
4. Die zehn ungleichen Staubfäden.
5. Die fünf Griffel mit den Fruchtknoten.