Die ßlüthenähren stehen gewöhnlich zudrei, doldentraubenförmig beisammen; sie sind vier-seitig, vier bis sechs Linien lang, aus kleinen ei-förmigen spitzen convexen dachziegelförmig über-einander liegenden grünlichen (nicht gefärbten) wiedie Blätter behaarten Deckblättchen gebildet.
Unter diesem liegt ein kleiner walzenförmigerKelch mit fünf gleichförmigen spitzen Zähnenverborgen.
Die kleinen weifsen Blüthen ragen überdie Deckblättchen hervor; die Blumenkrone istzweilippig, mit einer stumpfen etwas ausgerandetenOberlippe und einer in drei fast gleich grofse Lap-pen getheilten Unterlippe, sie ist auf der äufsernSeite behaart und drüsig.
Die beiden längern Staubfäden gehen überdie Blumenkrone hinaus, die kürzern erreichen dieMündung des Blumenrohrs; die Staubbeutel sindoval, blafsgelb, mit getrennten abstehenden Fächern.Der Griffel hat die Länge der gröfsern Staub-gefäfse und ist an der Spitze in zwei schmale Nar-ben getheilt.
Die kleinen Klaufsenfrüchte, die man gewöhn-lich als Saamen betrachtet, sind eiförmig, glatt,gelblich-braun.
Alle Theile dieser Pflanze, besonders die Blät-ter und Blüthen (Herba vel Summitates Ori-gani cretici;, besitzen einen sehr starken, demMajoran ähnlichen, aromatischen Geschmack undGeruch und enthalten ein eigenthümliches rothbrau-nes ätherisches Oel von feurig - aromatischem Ge-schmack, welches unter dem Namen spanischesHopfenöl bekannt ist.
Anm. Die Pflanze ist unserm Majoran ähnlichund findet sich nur sehr selten in Gärten •, manverwechsele damit nicht das ganz verschiedeneOriganum Dictamnus L., welches zuwei-len, wie z. B. bei GuibourtHist. des drog.und auch bei Plenk leon. pl. med. unterdem Namen Origanum creticum vorkommt.
Uebrigens sind zwei verschiedene Formenunter dem Namen O. creticum vereinigt, dieman besser als eigene Arten betrachten würde.
Die eine zeichnet sich durch längerespitzere mehr rauhhaarige Blätter und kürzereminder dichte ßlüthenähren aus; hieher gehörtwohl das Origanum creticum Lin. Mat.med. ed. pr.
Die zweite Form hat weit mehr rundlich-eiförmige ganz stumpfe minder behaarte Blätterund längere dichtere deutlichere viereckigeAehren mit kürzern Blüthen; hierher scheinenuns das O. folio subrotundo C. Bauh.und vielleicht auch alle übrigen Synonyme mitAusnahme der eben angeführten zu gehören.Sie verdient als eigne Art betrachtet zu werden.
0. creticum Decand. Fl. franc. bleibtzweifelhaft wegen der »bracteaecoloratae.»
Die uns aus einer Materialhandluns vonCöln zugekommenen ßlüthenähren stimmenmit denen unsrer ersten Form überein.
Wir haben bei dieser Untersuchung sehr
vollständige Exemplare benutzt, die uns durch
die Güte des Herrn Präsidenten von Schlech-
tendal zugekommen sind.
(N. v. E.)
Erklärung der Tafel,i. Die blühende Pflanze.
2. Eine Blüthe mit Kelch und Deckblättchen, innatürlicher Gröfse.
3. Dieselbe Figur vergröfsert.
4. Die Blumenkrone, von oben an gesehen mit
den Staubgefäfsen und dem Griffel.
5. Der Kelch und das Deckblättchen, von der
Seite gesehen.G. Das letztere ausgebreitet, (alle Figuren wie bei
Fig. 3 vergröfsert.)7. Die zweite Form mit fast glatten stumpferen
Blättern, nach der Blüthe, (O. creticum
Hayne. S. die Anmerkung,)
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