Der Majoran ist in Portugal einheimisch undwird bei uns in Gärten als eine beliebte Gewürz-pflanze angebaut.
Die Wurzel ist fasrig braun, ziemlich festund fast holzig.
Der Stengel wird einen bis anderthalb Fufshoch; er ist undeutlich viereckig, am Grunde braunund holzig, übrigens etwas weichhaarig (puhes-cens), und sehr ästig. Die Aeste stehen kreuzweiseaufrecht und nehmen gegen die Spitze hin sehr anLänge ab.
Die Blätter sind kurz gestielt, oval - länglich,stumpf, ganzrandig, graulich - grün und mit einemsehr kurzen, zarten Haarüberzug bekleidet; dieoberen Blätter sind fast sitzend.
Die Blüthen stehen in zahlreichen evförmi-gen stumpfen undeutlich viereckigen dichten Aehr-chen, die gewöhnlich zu dreyen an allen Endspitzender Aeste und Aestchen erscheinen. Diese Aehr-chen sind mit eyförmigen Stümpfen Deckblättchenumgeben.
Der Kelch besteht aus zwey grofsen abgerun-deten gewimperten und weichhaarigen Blättchenvon ungleicher Gröfse.
Die Blumenkrone ist trichterförmig, zweylip-pig, weifs, innen behaart und ragt nur wenig überden Kelch hervor. Die Oberlippe ist zweispaltig,die Unterlippe besteht aus drei gleichförmigenspitzen und am Rande gewöhnlich zurückgeschla-genen Abschnitten.
Die Staubfäden sind weils und ragen überdie Blumenkrone hervor; die Staubbeutel sindvor der Befruchtung ebenfalls weifs, und bestehenaus zwei runden abstehenden Fächern.
Der Griffel ist fadenförmig, weifs, von derLänge der Staubfaden.
Das Kraut (Herba Majorana e) besitzt einenstarken angenehmen aromatischen Geruch und Ge-schmack und wird als ein äufserliches Arzneimittelbenutzt. Ein Pfund des getrockneten Krauts ent-hält ohngefähr zwey Drachmen eines gelblichen,ätherischen Oehls.
Anmerk. Origanum majoranoides scheint einedurch Cultur entstandene Abart dieser Pflanzemit holzigem Stengel, und kleinern mehr weifs-behaarten Blättern. (N. v. E.)
Abbildungen.
Hayne 1. c. VIII. tab. IX.Plenk lcon. plant, med. tab. 4q4«Blackw. Herb. tab. 319.
Erklärung der Tafel.
1. Die blühende Pflanze.
2. Ein Kelchblättchen von vorn gesehen.
3. Die Blumenkrone mit dem hintern Kelchblättchen.
4. Dieselbe mit dem vordem Kelchblättchen, (Die
Figuren von 2-4 vergröfsert.)