Benennungen :
Griech, «sti^io*. Diosc, ex Spreng. Hist, rei herb,
p. 189,Deutsch, Das zvreyblättrige Knabenkraut, Das
Hodenkraut. Die Ragwurz,Franz. L'orchis blanc.ltal. Orchio con due foglie.
Span, Hierba de dos hojas,
Port, Satyriaö.
Engl. Butterfly orchis.
Holl. Tweebladig Standelkruid,
Dan. Giögurt.
Nor w. Huv ende.l.
S c h w e d. Ständpers.
Russ. Kakouschking-slezy. (Kukuksthränen),
Poln. Slorczyk.
Böhm, Wstawak,
Das weifse Knabenkraut eine ausdauernde Pflan-ze, wuchst in mehreren Ländern Europas, und durchganz Deutschland auf feuchten Wiesen und Weiden,in Wäldern und Gebüschen.
Die Wurzel desselben besteht aus zwey unge-teilten weifsen, fast runden, länglichen, unten zu-gespitzten Knollen, mit einigen etwas dicken Fasernan ihrem Ende und oben an dem Grunde desStengels. Die Knollen sind dicht, hart, fleischigund ohngefähr von der Gröfse einer Muskaten nufs.
Der Siengel ist einfach, aufrecht, glatt, eckig,von gelblich-grüner Farbe, und einen Fufs unddrüber hoch.
Die zwey grofsen eyförmigen, stumpfen Wur-zelblätter sind gerippt, ganz ungetheilt, glatt, hell-grün und mit etwas breiten den Stengel umfassen-den Blattstieleu versehen. Die abwechselnden, stiel-losen Stengelblätter sind kleiner, lanzettförmig undangedrückt.
Die weifslichen Blumen, welche ebenfalls ab-wechselnd und stiellos sind, bilden am Ende desStengels eine Ähre. Die Deckblättchen sind lanzett-förmig. Der Kelch fehlt. Die Blumenkrone, wel-che am obern Theile des Fruchtknotens sich befes-tigt, besteht aus sechs Blumenblättern mit einemHoniggefäfse. Drey dieser Blätter sind auswärts ab-stehend ; zwey innere nach oben in einem Helm zu-sammengeneigt. Die Oberlippe ist aufrecht undkurz; die Unterlippe, das Blatt des Honiggefäfses
nach unten zwischen der Theilung der Blumen-blätter, lanzettförmig, ganz ungetheilt, und endigtsich in einen langen, pfriemenförmigen, geradenSporn. Die sehr kurzen und dünnen Staubfadenmit länglichen Staubbeuteln sitzen auf dem Stem-pel, bedeckt von der Oberlippe. Die Narbe iststumpf und zusammengedrückt. Der Fruchtknotensitzt unten, ist länglich und gedreht.
Die längliche, einfächerige, dreyklappige sichin drey Spalten öffnende, und an der Spitze undam Grunde zusammenhängende Kapsel enthält vielesehr kleine Saamen.
Diese Pflanze blüht im Junius und Julius. DieSaamen reifen im August und September.
Die Wurzel (Stendelwurzel, Knabenwurzel, Ra-dix Satyrionis, s. Satyrii, s. Orchidis) ist offizinell»Wenn man sie ausgräbt, welches nach der Blüthegegen Ende des Sommers geschehen mufs, findensich gewöhnlich bey einer Pflanze 2 bis 3 Knollen,wovon nur die saftigen, dichten und festen genom-men, die runzlichen und saftlosen aber zurückge-lafsen werden müfsen. Sie besitzen einen schleimi-gen Geschmack, und werden ohne weitere Zuberei-tung eingesammelt, gereinigt und getrocknet.
Diese Wurzel kann den persischen Salep er-setzen, und mit Vortheil so wie die Wurzeln dermeisten Orchisarten angewendet werden.
A.bbil düngen,
Plenk icon. pl. med. tab, 644»Engl, botany. t. 22.Oeder fl. dan. t. 235.Hall er stirp. helvet. t. 35.Vaillant. bot. paris t. 3o, fig. 7.Seguir plant, veron. t. i5. f. lo.Black well herb. t. 588.Ludwig eetyp. t. 95.Kniphoff cent. 6 .n. 65.Rivinus tab. 12.
Erklärung der Platte.
Taf. No.
1. Eine blühende Pflanze.
2. Eine einzelne Blume.
3. Die Befruchtungs - Werkzeuge