Der Wasserfenchel findet sich durch ganz.Deutschland in stehendem Wasser.
Die Wurzel ist zweijährig; im ersten Jahrebesteht sie ans einem runden sehr kurzen Wurzel-stock, der sich in zahlreiche lange weifse Wurzel-fasern auflöst, im zweiten Jahre wird sie viel stär-ker und walzenförmig.
Der Stengel ist aufrecht, drei bis fünf Fufshoch mit zahlreichen langen sparrigen Aesten, in-nen hohl, aufsen glatt, gestreift und gegen dieSpitze hin gefurcht. In Rücksicht der Höhe undDicke findet man ihn sehr verschieden.
Die Wurzelblätter, die sich nur bei Pflan-zen des ersten Jahres finden, ehe die Stengel her-vorkommen, stehen aufrecht auf runden hohlenBlattstielen und sind dreifach gefiedert, mit gefie-dert zerschnittenen Blättchen der letzten Ordnung;die Stengelblatter sind horizontal-abstehend, oderhangend auf schlaffen am Grunde der Stengel schei-denartig umfassenden Blattstielen, doppelt gefiedert,mit gefiedert - zerschnittenen Blättchen, alle sindauf beiden Seiten glatt.
Die Dolden stehen an der Spitze der Zweigeund in den Winkeln der Blätter auf kurzen ge-furchten Blüthenstielen und bestehen aus sechs bisneun Strahlen, deren jeder ein vielblüthiges etwasgewölbtes Döldchen trägt. Die allgemeineHüllefehlt, die besondere ist aus mehreren lanzettför-migen Blättchen von der Länge der Blüthenstiel-chen gebildet. Die Blumenblätter sind weifs, ander Spitze eingeschlagen und dadurch gleichsamverkehrt-herzförmig, die äufsern sind etwas gröfserals die nach dem Centro des Döldchen gerichteten.Die Staubfäden sind weifs, die Staubbeu-tel vor dem Ausstreuen des Pollens violett. DasStempelnectarium und die Griffel sind weifs.Die Früchte sind oval, rundlich (teretes) braun,mit dem Reichzahne und den Griffeln gekrönt; diebeiden Carpellen hängen ohne Fruchthalter zusam-men; auf ihrem Rücken sind drei stumpfe Rippen,
und zwei breitere an den Rändern der Fuge; die vierThälchen sind wenig vertieft, von dunklerer Farbe.In jedem Thälchen ist ein Streifen (vitta), auf deretwas vertieften Fuge liegen zwei derselben in derMitte genähert beisammen.
Diese Früchte sind in den Officinen unter demNamen des Wasserfenchels, Semen Phel-landrii s. Foeniculi aquatici bekannt. Siebesitzen einen starken durchdringenden unangeneh-men etwas betäubenden Geruch; der Geschmackist scharf aromatisch, widrig. Sie sind ein geschätz-tes Arzneimittel, was aber in gröfsern Gaben nar-kotische Kräfte besitzt. Nach Berthold enthaltensie in 16 Unzen:Aetherisches Oel mit dem Geruch und
Geschmack des Saamens . . . .1 Dr. 55 Gr.Fettes Oel, dem des Bilsensaamens
ähnlich......... . 6 - 3o -
Cerin........... ?, - 18 -
Harz........... . 5 - 35 -
Extractivstoft......1 Unze 2 - i5 -
Gummi , ♦......... ^ - 2G -
(N. v. E.)
Abbildungen.
Hayne Getr. Darst. I, tab. 4°«Blackw. Herb. tab. 5yo.
Erklärung der Tafel.
t. Ein Ast mit Blüthen.
2. Ein grofses unteres Stengelblatt.
3. Die Wurzel mit dem untern Theil des Stengels.
4. Ein Blüthen-Döldchen.
5. Eine vergröfserte Blumenkrone.
6. Die reifen Früchte, in natürlicher Gröfse.
7. Ein Carpell vom Rücken gesehen, vergröfsert.
8. Dasselbe von der Fuge.
9. Dasselbe im Durchschnitt.