Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Von dieser einjährigen Pflanze, welche Ostin-dien, China und Persien zum Vaterlande hat, auchhäufig in unsern Gärten gezogen wird, gieht es durchKultur mehrere Varietäten, die sich durch die ver-schiedene Form der Blätter und die Farbe der Blu-men von einander unterscheiden. Die Abbildungstellt die durch Kultur nicht veränderte, ursprüng-liche Art dar.

Die Wurzel izt hart, zaserig und braun oderschwarz von Farbe,

Der Stengel ist aufrecht, ästig, 1* Fufs hoch,und wie die ganze Pflanze entweder hellgrün oderdunkelröthlich, am obcrn Theil hie und da mitkleinen weifsen Haaren besetzt.

Die Blätter stehen gegenüber, sind gestielt,eyförmig, mehr oder weniger lanzettförmig, amRande verloren gezähnt,, zuweilen ganzrandig, glatt,punktirt, und etwas fleischig.

Die Blüthen, welche um den Stengel und dieAeste quirlförmige Aehren bilden, sind von weifseroder purpurröthlicher Farbe. Am Grunde der Quir-le, welche gewöhnlich aus sechs Blumen besteben,befinden sich zAvey kleine gegenüberstehende Ne-benblättchen.

Der einblättrige, bleibende Kelch ist sehrkurz, gefranzt und iweylippig. Die Oberlippe istkreisförmig, flach breiter und aufsteigend; die Un-terlippe hingegen ist in vier spitzige, zusammenge-neigte Zähne getheilt.

Die Blumenkrone ist einblättrig, rachenför-mig und verkehrt stehend. Die Röhre derselbenist sehr kurz, ausgebreitet und endigt mit einer auf-wärtsgerichteten, breitern, "stumpfen, gleichförmighalb-vierspaltigen, und einer herabwärtsgekehrtenschmälern, längern, ungetheilten, gesägten oder ge-kerbten Lippe. Die vier Staubfäden, wovon diezwey längern an ihrem Grunde eine wollige, gebo-gene Verlängerung haben, sind herabgeneigt; dieStaubbeutel halbmondförmig. Der Frucht-knoten sitzt oben, ist viertheilig und hat einen

einfachen, fadenförmigen Griffel, der so lang ist,als die Staubfaden und sich mit zweyspaltiger Nar-be endigt.

Die Frucht besteht in vier kleinen, länglich ey-förmigen, nackten schwarzen Saamen, welche imGrunde des Kelches befestigt sind.

Das gemeine Basilienkraut blüht im Julius undAugust. Die Fortpflanzung desselben geschieht durchSaamen, welcher, da die Pflanze keine Kälte ver-tragen kann, im März oder April in Mistbeete ge-säet wird. Die Pflänzlinge werden so bald sie grofsgenug und keine Fröste mehr zu befürchten sind,an einen sonnenreichen Ort entweder ins freveLand oder in Töpfe versetzt.

Das Kraut (Herbabasilici majori* s. Ocymi ci-trati sonst auch der Saame) ist offizinell. Es be-sitzt einen feinen, sehr angenehmen Geruch, derbei vorsichtigem Trocknen nicht verloren geht, undeinen majoranähnlichen, gewürzhaften etwas scharfenGeschmack. Statt desselben wird auch das kleineBasilienkraut (Ocymum minimum L.) eingesammelt,dessen Blätter jedoch viel kleiner, aber von ähnli-chem, noch feinerm und angenehmem Geruch undGeschmack sind.

Abbildungen.

Black well herb. t. loi.

Zorn icon. pl. t. 22Ü.

L o b e 1 i u s icon. 5o3.

Rheede mal. io. p. 2G9. t. 85.

Fl. du dict. des scienc, med. livr. i5. pl. 58.

Plenk icon. plant, med. t. 4-9 *

Erklärung der Platte.Taf. No.

1. Ein blühender Stengel.

2. Ein Kelch.

3. Stempel.

4. Eine geöffnete Blumenkrone mit den Staub-

gefäisen.