Der Taback stammt aus dem südlicherenAmerika, von wo er durch die Spanier in derMitte des sechszehnter. Jahrhunderts nach Europakam; gegenwärtig wird er auch an mehreren Ortenin Deutschland angebaut.
Die Wurzel ist einjährig, aber stark, ästig,weifs, mit sehr zahlreichen Wurzelfasern bedeckt.Aus ihr kommen mehrere, aufrechte, runde, mehroder weniger ästige, krautartige Stengel hervor,die eine Höhe von vier bis sechs Fufs erreichen.
Die Blätter sind sehr grofs, abstehend; dieuntersten sind mehr elliptisch, laug zugespitzt, ineinen kurzen Blattstiel herablaufend* die oberensind sitzend, lanzettförmig, die obersten sehr schmalund linienförmig. DieBlüthen bilden eine grofse,reiche und sparrige Rispe an der Spitze des Sten-gels. Die besonderen Blüthenstiele sind sechsbis acht Linien lang. Der einblätterige Kelch istetwas bauchig und endigt in fünf lang-zugespitzteAbschnitte. Alle diese Theile der Pflanze sind mitgelblichen Drüsenhaaren bekleidet und dadurch et-was klebrig.
Die Blumenkrone ist trichterförmig, zwei-mal so lang als der Kelch; das Blumenrohr ist et-was gebogen, nach oben erweitert, blafs-röthlichund auf der äufsern Seite mit kurzen feinen Drü-senhaaren besetzt. Der Saum besteht aus fünf brei-ten und fein zugespitzten rosenrothen, gefaltetenAbschnitten. Die an der Spitze blafs-röthlichenStaubfäden sind fast von der Länge des Blumen-rohrs und an der Basis behaart; die pfeilförmigengrünlich-gelben Antheren enthalten einen weifsenPollen. Der eiförmige glatte grüne Fruchtkno-ten ist am Grunde mit einem gelben ringförmigenNectarium umgeben; der Griffel ist von der Längeder Staubgefäfse und mit einer kopflormigen grünenNarbe gekrönt. Die Frucht ist eine vom Kelchumgebene, eiförmige, zugespitzte, braune, glatte,an der Spitze aufspringende, zweifächerige, vielsaa-
mige Kapsel. Die Scheidewände entstehen aus deneingeschlagenen Wänden der Kapsel und sind mitdem centialen Saamenhalter verbunden, an demdie zahlreichen, kleinen, braunen Saamen ansitzen.Die Blätter dieser Pflanze und mehreren andernArten dieser Gattung, besonders N. fructicosaN. macrophylla und N. rustica, sind, auf ver-schiedene Weise zubereitet, als Taback bekanntSie gehören zu den narkotisch-scharfen Arz-neistoffen, und erregen, innerlich angewendet, Be-täubung, Erbrechen und Purgiren, weshalb sie nuräufserlich oder zu heftig erregenden Klystiren be-nutzt werden. Diese Wirkungen ruhen in einem ei-genthümlichen näheren Bestandtheil des Tabacks,welcher sehr flüchtig ist, und durch Destillation alsein weicher, blättrig-krystallisirter Körper darge-stellt werden kann, Er ist unter dem Namen Ni-cotianin aufgeführt, in Wasser und Weingeistlöslich und verbreitet beim Verdunsten den Gerucheiner feinern Rauchtaback-Sorte. (S. HermbstädtJourn. für Chem. und Phys. N. 5. B. I. H. 4.)
(N. v. E.)
Abbildungen.
Bulliard. Herb. tab. 285.Blackw. Herb. tab. i\G.
Erklärung der Tafel.
i. Die blühende Spitze der Pflanze.
2. Ein Wurzelblatt.
3. Ein Stengelblatt.
4. Eine ßlüthe, der Länge nach durchschnitten,so dafs man die Staubfäden und das Pistill sieht.
5. Eine Kapsel vom Kelch umgeben.
6. Dieselbe gespalten mit dem Saamenhalter und
den anhängenden Saamen.
7. Dieselbe im Querdurchnitt.