Benennungen.
Ho 11. Jamaika-peper.
Schwed. Kryddpeppar.
Engl. The pimento, Allspice.
Franz. Pimente, Toute-epice, Tete de clou.
Port. Pimenta da Jamaica.
Dieser trefliche Baum ist auf den WestindischenInseln, besonders auf Barbados und Jamaika,auch in Mexico einheimisch. Er wird auf der zu-letzt genannten Insel häufig cultivirt, erlangt im sie-benten Jahre seine volle Ausbildung und gewährtdann eine reiche Erndte.
Der Stamm wird ungefähr zwanzig bis dreifsigFufs hoch und acht bis zehn Zoll dick; seine Rindeist braunlich-grau und vollkommen glatt; die zahl-reichen Aeste bilden eine dichte buschige Krone.Die Blätter sind gegenständig, kurz gestielt,länglich-lanzettförmig, ungefähr fünf Zoll lang undanderthalb bis zwei Zoll breit, am Rande ganz, ander Spitze stumpf oder seltner etwas eingedrückt(retusa), vollkommen glatt, schön grün und aufder untern Seite punktirt. (Diese Gröfsen-Verhält-nisse der Blätter, die wir nach dem vorliegendenExemplare aus der Copenhagener Sammlung, auge-geben haben, stimmt mit der Angabe von Sloaneüberein.)
Die kleinen Blüthen bilden zahlreiche auf-rechte zusammengesetzte vielblüthige Trauben, wel-che kürzer sind als das Blatt, in dessen Winkeln sieentspringen; die Aestchen dieser Trauben sind drei-theilig und doldentraubenförmig geordnet (racemicorymbosi).
Der Kelch hat vier kleine eirundliche stum-pfe Zähne. Mit diesen wechseln vier ovale abge-rundete concave weifse am Rande etwas gekerbteBlumenblättchen, die noch einmal so lang sindals die Kelchzähne.
Die zahlreichen Staubfäden sind von derLänge der Blumenkrone, ihre Staubbeutel sindrundlich, gelb.
Der untere vom Kelch bekleidete Frucht-knoten ist eiförmig; der Griffel hat die Längeder Staubfäden, ist etwas behaart und endigt ineine kopftormige Narbe. Die äufsere Seite desFruchknotens, des Kelchs und der Blumenblätterist mit einem sehr zarten dem blofsen Auge kaumbemerkbaren Haarüberzug bekleidet; mit der Lupezeigen sich durchsichtige Drüsen.
Die Frucht ist eine schwarze zweifächrige undzweisaamige saftige vom Kelch bekleidete Beere.DerSaamen ist rundlich-nierenförmig, dunkelbraun.Sehr oft ist nur ein Fach mit einem Saameu aus-gefüllt.
Alle Theile dieses Baumes, besonders aber dieBlätter und die unreifen Früchte, besitzen ei-nen starken feurigen aber angenehmen aromatischenGeschmack. Diese letzteren sind das bekanute Eng-lische Gewürz, Nelkenpfeffer oder Piment,Semen Am omi, von dem aus Jamaika nachBrownejährlich über 4oo,ooo Pfund ausgeführt werden. Siewerden vor der Reife abgenommen, sorgfältig ge-trocknet und kommen so als Erbsen grofse festebraune runde Körner im Handel vor, die an derSpitze die Spuren der Kelchzähne zeigen. Die Rin-densubstanz dieser Früchte ist im Innern gelblichund besitzt mehr Aroma als der braune Saamen.
Nach der neuesten chemischen Analyse von B o-nastre enthalten 100 Theile dieser Früchte 10 Th.eines ätherischen Oels, schwerer als Wasser,dem sie ihren feurigen aromatischen Nelkenge-schmack verdanken. Aufserdem fand dieser Chemi-ker ein grünes Oel, welches zwischen den fettenund flüchtigen Oelen gleichsam in der Mitte steht,Harz, Extractivstoff mit Tannin, Gummi,Schleimzucker, Apfel- und Gallussäure.(Journ. de Pharm. Avril 1823.)
Anm. Myrtus acris, Sw. unterscheidet sichdurch die viel breiteren und im Verhältnifs kür-zereu Blätter und die Blumenstiele, welche län-ger seyn sollen als das Blatt, in dessen Winkelsie entspringen.
(N. v. E.)