Dieser sehr schöne, mit braunrother, glatterKinde bedeckte Baum erreicht eine Höhe von drey-fsig Fufs uud drüber. Er findet sich ursprünglichauf den molukischen Inseln, besonders auf denBanda-Inseln; auf lsle de France, in Sierra leona,in Surinam, etc. augehaut; wächst sehr schnell vor-züglich in schattigen, feuchten Gegenden, und bringtschon im fünften bis sechstenIahre Früchte, welcheerst im gten Monat nach der Blüthe reifen.
Der Stamm ist grade mit glatterRinde von schmut-zig-oliven-grünlicher Farbe. Die Zweige stehen inregelmäfsig gleich weit entfernten Quirllen fast ho-rizontal, und sind an den Spitzen öfters verwelkt.Die Blatter sind abwechselnd fast zweireihig kurzgestielt, elliptisch, ganz randig, auf beiden Seitenglatt, oben grün unten blafs. Zerrieben riechen sieangenehm aromatisch. Ihre Länge beträgt 3 — üZoll, ihre Breite 1 - ai Zoll.
Die männlichen Blüthen stehen in den Blatt-winkeln in zweytheiligen Träubchen mit sparrigerZertheilung. Die Blüthen sind zahlreich aufsteigendkeulenförmig. Die Blüthenstielchen fast so lang alsdie Blüthenstiele. Die Brakteen stehen an den Blü-thensiielchen einzeln, sind klein und hinfällig, dieunter der Blüthe sind breiter fleischig ausdauernd.Der Kelch ist einblättrig, krugförmig mit dreyzah-nigem Saum. Die ßlumenkrone fehlt. In der Mittedes Kelchs erhebt sich ein gemeinschaftlicher Trä-■;cr der Staubgefäfse, er ist beinahe so lang als derKelch, von gleicher Dicke, länglich stumpf; an ihmsind gewöhnlich über neun Paare linieniörmige Staub-beutel und zwar an der obern Hälfte desselben sobefestigt, dafs sie mit ihren unteren Enden ansitzen.
Die weiblichen Blüthen stehen einzeln in denBluttwin'eln. Die Blüthenstiele sind aufsteigendlänger als die Blattstiele. Die Brakteen und derKelch sind wie bey der männlichen Blüthe. Derobere Fruchtknoten ist eyfönnig mit zwey sehr kur-zen verwachsenen Griffeln, von denen jeder miteiner abstehenden Narbe gekrönt ist. Die Steinfruchtist rundlich - birnförmig, fleischig und etwas wollig,mit einer Naht bezeichnet, die zwischen den Grif-feln durchgeht, sie ist einfächrig zweyklappig. Dierundlich-eyförmige Nufs ist am Grunde der Fruchtbefestigt, mit einem gelben, vielspaltigen, lederarti-gen Arillus (JVlacis) bedeckt und mit Furchen bezeich-net, die der Theilung des Arillus entsprechen, übri-gens ziemlich hart, glatt und von dunkelbraunerFarbe. Der Saamenkern ist von der Gestalt der Nufsund an ihrer Spitze befestigt. Der Embryo liegtam Grund des Eyweifskörpers, und besteht aus ei-nem kleinen zweispaltigen Körperchen, welcheszwischen zwey fleischig - mehligen , zusammenge-rollten, wohlriechenden und aromatischen Cotyledo-nen ruht.
Die Saamendecken (arillus) und die Saamen-kern e sind offizineil.
Erstere sind unter dem unschicklichen Namen,Muskatenblüthe (Macis), in den Offizinen vorräthig.Sie besitzen, so wie auch die Saamen, Muskaten-nüsse (Nuces moschata?) einen eigenthümlichen,starken, sehr aromatischen Geruch und angeneh-men, sehr gewürzhaften, etwas bitterlich-scharfenGeschmack. Zum Arzneygebrauch bedient man sichvorzüglich der noch ganzen, dünnen, biegsamenHüllen, welche eine lebhafte Farbe und einen durch-dringenden Geruch und Geschmack besitzen.
Die vor dem Versenden von ihrer Schale be-freiten, guten nnd gesunden Kerne oder Muskaten-nüfse sind von der Gröfse eines kleinen Taubeneys,rundlich, auswendig mit hell-aschgrauer, röthlich-oder bräunlich-weifslicher Haut bedeckt, etwas un-regeh.iäisig gefurcht, inwendig braungelb-röthlichmarmorirt, schwer, ölig und fettig. Mit einer heis-sen Nadel durchstochen, schwitzen sie ein gelbliches
Oel aus, zerbröckeln nicht beym Durchschneiden,und zeigen durchschnitten bey durchgehends glei-cher Festigkeit und Dichtigkeit eine marmorirt-glänzende, wie mit Oel getränkte Fläche. Manpflegt den kleinen , mehr runden Muskatennüfsen,welche man gewöhnlich Weibchen nennt, vor dengrößern, länglich-runden, die einen minder kräf-tigen Geruch und Geschmack besitzen, inwendignicht selten schimmlich und braun-schwärzlichermarmorirt sind, und auch wohl Männchen genanntwerden, den Vorzug zu geben.
Unter dem Namen Rompen verkauft man diezum Arzneygebrauche undienlichen, zum Theil ver-dorbenen, vielleicht vor der Reife eingesammelten,angefrefsenen, wurmstichigen, leicht zerbrechlichen,inwendig oft ganz hohlen Nüfse von schwachemGeruch und Geschmack. Die durch Destillation< der Ausziehen mit Weingeist des GewürzstoffesBeraubten Muskatennüfse erkennt man theils an demauftauend schwachen Geruch und Geschmack, theilsan der ganz egalen, braunen Farbe auf der Ober-fläche sowohl, als im Innern.
Nicht selten findet man auch den ächten Mus-k.itennüfsen, falsche, zuweilen künstlich nachge-u achte ><üfse oder ganz fremdartige, denselben ähn-liche, jedoch aufsen nicht gefurchte, nicht runzlige,mehlig und etwas zusammenziehend-schmeckendeFrüchte beygemischt. Bey genauer Untersuchungverräth sich ein solcher Betrug sehr leicht.
Abbildungen.
Roxburgh Plants of Corom. tab 274.
Flor du Dict. des Scienc. med. Livr. 63. pl. 242.
Plenk Ic. pl. med. 4 2 5.
Lamark Illustr. Gen. tab. 832.
— Acta. Paris. i788. t. 5. 6. 7.Botan. Magnz. Stück G. tab. 1. 2.Black well Herb. tab. 353.Pluknet Almag. bot. tab. 209. f. 1.Rumph. Herb. Amboin. 2. tab. 4.
Erklärung der Platte.
(Roxburgh Plants of Corom tab, 2^4«)Taf. No.
Ein Blüthenzweig von dem mannlichen Stamme,natürlicher Gröfse.
Ein Zweig mit Blüthen und Früchten von derAveiblichen Pflanze, in naturlicher Gröfse.
Eine einzelne männliche Blumenkrone, und ih-re Brakteen.
Dieselbe aufgeschlitzt um die Staubgefäfse zu
4.5.
G.
Ein senkrechter Abschnitt von der Säule derStaubfäden.
Ein Querdurchschnitt derselben Säule mit ihrenneun Staubbeuteln.
Die vordere Ansicht eines Staubbeutel Paars,
Eine Ansicht derselben von der Rückseite.
Ein Querdurchschnitt eines Staubbeutels.
Diese Darstellungen sind alle vergröfsert,hauptsächlich die vier letzten.
Eine einzelne weibliche Blumenkrone, vergröf-sert um die Narbe zu zeigen.
Eine reife aufgeplatzte Frucht.
Der Arillus oder das häutige Netz mit der Nufsdie es umgiebt.