Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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ni't langen rothbräunlichen, haarigen Stielen sind-weit von einander abstehend, beynahe rund, amGrunde etwas herzförmig, fünf-lappig; die Lappenderselben ganz ungetheilt, zugespitzt uud zuweilenso klein, dafs sie nur als Ecken erscheinen.

Die kleinen, aufsitzenden Blümchen sind mitabfallenden , lanzettförmigen, gefranzten Nebenblätt-chen versehen, und finden sich in zusammengesetz-ten Trauben in den Winkeln der Blatter. Die Trau-ben sind kürzer als die Blätter; die Stiele haarigund die Blüthenstielchen abwechselnd.

Bey den männlichen Blumen besteht der Kelchaus sechs gleichen, länglichen, stumpfen, glatten,zweyreihigen Blättchen, und die Krone aus sechskleinen, keilförmig-länglichen, hohlen, fleischigen,stumpfen ßlumenblättchen. Die Staubfäden (iti)sind länger, als die Blumenblätter; die Staubbeutelvierlappig und vierfächerig.

Die weiblichen Blumen sind nach Decandollenoch unbekannt, und überhaupt müfsen die sehrkleinen, veränderlichen Blumen dieser Pflanze inihrem Vaterlande noch genauer beobachtet werden.

Die Wurzel Kalumba-, Colombowurzel, (Ra-dix Columho, s. Colombo, s. Columbae, s. Colom-bae) ist offizinell.

Die Eingebornen sammeln diese Wurzel imMonat März, und treiben damit beträchtlichen Han-del nach Trankebar, und andern Orten europäischerBesitzungen in Ostindien. Die Portugiesen bringensie von Mozambik; auch kommt sie von der InselCeylon (Hauptstadt Colombo) nach Europa.

Im Handel erhält man die Colombowurzel nieganz; sondern gewöhnlich in runden Scheiben vonein halb bis drey Zoll Breite, und überhaupt vonungleicher Dicke und Gröfse. Auch findet mandarunter runde, kleinere oder gröfsere, länglicheStücke, die wahrscheinlich von den dünnern Endenoder Jüngern Wurzeln herkommen; mehr bitter undgewürzhaft schmecken und für kräftiger gehaltenwerden, als die Scheiben. Aufsen sind diese so-wohl, als jene mit runzlicher, brauner oder braun-grünlicher, ein bis zwey Linien dicker, innen hell-gelblicher Rinde bedeckt. Die beyden Flächen sind

ungleich und runzlich, gelb oder gelb - grünlich,strahlenförmig gestreift und durch schwärzliche,kreisförmige Linien auf denselben erscheint der holzige, dichtere Theil der Wurzel von der Rinde unddem den Mittelpunkt einnehmenden, zusammenge-schrumpften, weichern, schleimigen, mehligen Markegeschieden. Dickere Stücke findet man , vielleichtdes Trocknens wegen, mit kleinen Löchern durch-bohrt. Der Geruch ist schwach, dem Mutterküm-mel etwas ähnlich; der Geschmack stark, anhaltendbitter, etwas aromatisch und schleimig.

Dem Wurmfraß ist diese Wurzel sehr unter-worfen. Auch verliert sie in freyer Luft bald ihreKräfte. Eine zuweilen statt findende, jedoch sel-ten vorkommende Verfälschung derselben, vielleichtmit den Wurzeln des bittern Costus (Costus ama-rus) oder den mit einem Auszuge von ächten Co-lombowurzeln getränkten und gefärbten W r urzelnder Zaunrübe ( Bryonia alba) läfst sich bey genauerVergleichung durch die abweichende Beschaffenheitleicht erkennen.

An m erkung.

Decandolle gibt in seinem Werke, Regnivegetabilis systema naturale, oben beschriebenePflanze als Mutterpflanze der Colombo - Wurzel an.Nach Lamark aber soll sie von Menispermum pel-tatum herkommen. V. Dict. des Sciences medicales,Tome XXXII, pag. 3;3.

Abbildungen :

Berry in Asiat. Res. 10. p. 385. tab. 5. eine männ-liche Pflanze.Flor du Dict. des Scienc. med. Livr. 45- ph 20 7*

Erklärung der Platte.

Nro.

i. Eine blühende männliche Pflanze

2. Die Wurzel als der offizinelle Theil.

3. Eine Blüthe von aufsen gesehen. *

4. Dieselbe von innen.

5. Ein Blumenblatt.

6. Ein Staubfäden mit 4 Fächern.