Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Holl.

Dan.

Schwed.

Russ.

Poln.

B ö h m.

Ung.

Melisse, Confilje de Grein, Citronenkruid,

Hiertensfryd.

Meliss.

Melissa.

\ Melisa.

Meli fu.

Diese ausdauernde Pflanze wächst in Eu-ropa, besonders in den südlichen Provinzen, vor-züglich auf den italienischen Alpen und in derSchweiz: ferner in Frankreich, am adriatischen Mee-re, auf den Inseln des Archipelagus, auch in Deutsch-land, in Österreich, bey Frankfurt a. Bf,, Altonaund in Schlesien auf Gebirgen, an waldigen, unge-bauten Orten und an Zäunen. Sie wird beynahe inallen Gärten gezogen und läfst sich auch auf Fel-dern anbauen.

Die runden, schiefen Wurzeln derselben sindhart, holzig, dünn, ein wenig ästig und zaserig.

Die Stengel sind aufrecht, viereckig, etwashaarig, sehr ästig und zwey bis drey Fufs hoch.Die Zweige sind kurz und kommen aus den Blatt-winkeln.

Die kurzgestiellen gegenüberstehenden, ovalen,stumpfen oder zugespitzten, meistens am Grunde,besonders die untern, herzförmig ausgeschnittenenBlätter sind gefurcht, am Rande sägenartig ge-zähnt, etwas haarig, oben von etwas glänzender,

dunkelgrüner, unten von blasserer Farbe und we-rt '

nigsteiis lg Zoll lang, auch fast so breit.

Die kleinen Blumen stehen halb quirlförmigum den Stengel auf einem gemeinschaftlichen, klei-nen Stiele, an dem sich die einfachen, einblumi-gen Blüthenstielchen befestigen und sind alle nachderselben Seite gekehrt und mit einigen kleinenlänglichen oder eyförmigen, gestielten, ganz unge-theilten Nebenblättchen versehen.

Der einblättrige, bleibende Kelch ist eckig,fast glockenförmig, gestreift, haarig, trocken, etwasoffen und bildet eine dreyzahnige, zurückgelegteflache Oberlippe und eine kürzere, etwas spitzige,zweytheilige, abstehende Unterlippe.

.Die weifse, selten blassröthliche Blumenkro-ne ist einblättrig und rachenförmig; die Röhre der-selben walzenförmig; der Schlund etwas aufsprin-gend mit kürzerer, aufrechter, zweispaltiger, rund-licher, gewölbter Oberlippe, derer Ränder zurück-

geschlagen und mit flacher, abstehender dreylappi-ger Unterlippe, wovon der mittlere Lappen gröfser,fast rund und etwas herzförmig ist.

Die vier Staubfä den wovon zwey länger undzwey kürzer, sind pfriemenförmig; die Staubbeu-tel klein und paarweifs zusammengeneigt. DerFruchtknoten ist vierspaltig; der Griffel ein-fach, fadenförmig, von der Länge der Krone, undmit den Staubfäden unter der Oberlippe derselbeneingebogen; die Narbe dünn, zweyspaltig und zu-rückgebogen. Im Grunde des vergröfserten Kelchsbefinden sich vier eyförmige, nackte Saamen.

Die Melisse blüht im July und August und derSaame reift im September. Sie wird durch Zerthei-lung der Wurzel in Menge vermehrt; läfst sich aberauch aus Saamen ziehen und kömmt in einem lo-ckern , etwas trocknen Boden am besten fort.

Das Kraut, (herba melissoe citrinse, s. citrata?, s.hortensis, s. cedronellae) ist offizineil. Es wird im Ju-ni vor der Blüthe bey trockner Wftterung eingesam-melt. Der aromatische, sehr angenehme Geruch des-selben hat viel ähnliches mit dem der Citrone. Vorder Blüthe ist er viel stärker, als zu jeder andernZeit und wird durch das trocknen beträchtlich ver-mindert. Der Geschmack ist balsamisch und etwasscharf. Durch Destillation des Melissenkrauts wirdein ätherisches Oel (Oleum Melissas) gewonnen.

Abbildungen.

Black well herb. t. i7.

Zorn icon. pl. t. i34-

Keiner ökon. pfl. 3. t. 280.

Schkuhrs bot. Handb. t. 164.

Plenk icon. plant, med. t. lii.

Fl. du dict. des scienc, med. livr. 60. pl. u3o,

Handb. d. pharm, bot. bl/LV. f. 27Ü.

Erklärung der Platte.Taf. No.

Ein blühender Sten°el.

Eine vergröfserte Blume wegen Ansicht der Ge-schlechtstheile von oben betrachtet.

3. Eine vergröfserte Blume Avegen Ansicht des

Kelchs von der Seite gesehen.

4. Eine geöffnete Blumenkrone mit den Staubnefa-

fsen, vergröfsert.

5. Ein vergröfserter Stempel mit zurückgebogenem

geöffnetem Kelche.

6. Ein vergröfsevtes Saamenkorn.

1.2.