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Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Als ausdauernde Pflanze wird das ge-meine Kolbenmoos Läufig in ganz Deutschlandangetroffen, und wächst vorzüglich in Thüringen,so wie überhaupt durch ganz Europa in bergigen,moosigen Wäldern, und sandigen Heiden.

Die Wurzel desselben ist schwach, fast spin-delförmig und mit vielen haarförmigen Fasern ver-sehen.

Die Stengel sind dünn, hart, oft über zehnFufs lang, ästig, mannichfach gekrümmt, breitensich auf der Erde aus, und schlagen hie und daWurzeln. Die Aeste sind aufsteigend.

Die zahlreichen, kleinen, stiellosen, zerstreu-ten, Blätter, welche die Stengel und Zweige be-decken, sind linienförmig, kurz, sehr schmal, seichtgesägt, krumm-behaart, von etwas gelblich grünerFarbe, ohne Rippen, dicht übereinander liegendund an der Spitze mit einer feinen Borste verse-hen.

Am Ende jedes Astes erhebt sich ein geraderfast nackter, beynahe drey Zoll langer, mit klei-nen, abstehenden, pfriemenförmigen Schuppen be-deckter Stiel, welcher sich gewöhnlieh in zweyaufrechte, cylindrische, etwas zusammengedrückteznweilen auch in drey, seltner in eine, weifs-gelb-liche, ein bis zwey Zoll lange Aehre endigt, diemit kleinen, gezähnten und so zu sagen an ihrenRändern gefranzten und durch eineBorsle beendigtenSchuppen versehen ist.

Diese Schuppen enthalten in ihren Achselnkleine aufsitzende , gelbliche , fast nierenförmigeKapseln, die sich elastisch in zwey oder drey Klap-pen öffnen, aus welchen eine Menge gelblichenStaubs hervorkömmt.

Die Blülhezeit ist Juli und August.Der Saame (Farina, Pulvis, Semen, StilphurLycopodii, Sulphur vegetabile, Bärlappsaamen, He-xenmehl, Trutenmehl, Alpmehl, Wurmmehl, Klopf-pulver, Blitzpulver, Moospulver, Streupulver, Bär-lappenpulver) ist offizinell.

Dieser in seinen kleinsten Theilen kugelrundeStaub ist blafs-gelb, äufserst zart und leicht, weichund fettig anzufühlen, sich an die Finger anhän-gend, nicht gut mit Wafser zu mischen, und ohneGeruch und Geschmack. Auf glühende Kohlen ge-streut, verbrennt und verraucht diefs Pulver lang-sam; aber in eine Lichtflamme geblasen oder ge-worfen, entzündet es sich augenblicklich und miteinigem Geräusche, Die Einsammlung geschieht

vom August bis September, ehe sich die Behähnif-se öffnen.

Anstatt des Bärlappsaamens sammelt man auch'zuweilen den Blüthenstaub vom Nufsbaum, vonTannen und Fichten, welcher aber nicht so fein ist,ein fchmutzig- dunkelgelbes Ansehen hat, und dervon Tannen und Fichten einen nicht unangeneh-men Harzgeruch besitzt.

Eine Verfälschung des Bärlappstaubs mit PuderUnd andern leichten mit Curcumä-Decoct gefärbtenPulvern wird theils durch die gröfsere Schwere,theils durch den mit heifsem Wafser entstehendenKleister, theils durch die mitKaliauflösuug bey derVermischung entstehende, roth-gelbe Farbe ent-deckt. Eine Vermischung mit zerfallenem Kalk ver-räth sich nicht nur durch die Schwere und das mis-farbige Ansehen, sondern auch dadurch, dafs imWasser das ächte Pulver obenauf schwimmt, undder Kalk zu Boden fallt. Auch wird auf glühendeKohlen gestreut durch den alsdann entstehendenSchwefelgeruch leicht eine Verfälschung des ächtenHexenmehls mit Schwefel erkannt; so wie auch durchden Geruch nach faulen Eyern, wenn das auf sol-che Art verfälschte Pulver mit Aetzkaliflüssigkeit ge-kocht wird; welcher Geruch sich bey Zusetzung vonverdünnter Schwefelsäure noch mehr entwickelt, undzugleich Schwefel dabey niedergeschlagen wird,

Abbildungen :

Dillen. Muscologia. t. 58, fig. l»Oeder il, dan. t. 126,Engl. bot. 224.Sturm deutsch, fl. II. 5.Plenk icon. pl. med. t. 737.Flor du dict. des scienc. med, livr. 58. pl. 2x4.Zorn icon. pl. t, 54»* Black w. herb. t. 535.Moriss, hist, t, 5. f. 2,

Erklärung der Platte.

Tafel. Nro.

Ein blühender Zweig einer Pflanze.Ein einzelnes Blättchen vergrössert.Die Spitze einer ßlüthenähre.

1»2.3.