Dieser Strauch, welcher von Dierville zu-erst in Arcadieu entdeckt wurde, wächst in Nord-amerika, besonders in Canada, und wird auch inunsern Gärten gezogen, wo er sich durch YVurzel-ausläufer bald sehr vermehrt; welches auch durchSaameu geschehen kann.
Da der Bau dieses Strauchs von den Lonicerensehr abweicht, so hat man jetzt daraus unter demNamen Diervilla eine eigene Gattung gebildet.
Der strauchartige, aufrechte Stengel wirdzwey bis drey Fufs hoch.
Die kurzgestielten, eyförmigen, lang-zugespitz-ten Blätter sind gesägt, auf beyden Seiten glattund stehen sich entgegen.
Die gelben Blüthen bilden an den Enden derZweige Trauben.
Der kleine, einblättrige Kelch ist länglich vier-oderfünfspaltig, und am Grunde mit einem Nebenblattversehen; die Blumenkrone trichterförmig, infünf gleiche Abschnitte getheilt, offen stehend unddoppelt länger, als der Kelch. Die fünf Staub-fäden sind hervortretend und mit den Abschnittender Blumenkrone abwechselnd; dieStaubbeu-Der untere, längliche Fruchtknoten
tel länglich
hat einen einfachen G r i f f e 1 mit kopfformiger Nar-be. Die nakte, längliche, vierfächerige Saanien*rkapsei enthält viele kleine runde Saamen.
Die Blüthezeit dieses Strauchs ist Junius undJulius. Die Stengel desselben (Diervillenstengel,Stipites Diervillae) sind offizineil.
sie sind rund, schlank, von der Dicke einesPfeiffenstiels, auch wohl dicker, zähe und holzig,von braunrother Farbe, und besitzen einen ekelhaf-ten widrigen Geruch und ähnlichen, etwas scharfenGeschmack.
Abbildungen.
Plenk icon. plant, med t. i35.
Schmidt östr, Baumz. t. 116.
Linne hört, cliffort. tab. 7.
Du Hamel arb. I. t. 87.
Tournefort act. Paris, 1706. t. 7. ßg. 1.
Erklärung der Platte.
Taf. No.
i. Ein blühender Zweig.
2. Die geöffnete Blumenkrone.
3. Fruchtknoten und Pistill.