Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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I

zwischen sehr kleinen spitzen gewimperten Schüpp-chen- die Blüthenhülle besteht aus zwei eiför-migen stumpfen convexen gelb-grünen Blüthen.

Die acht Staubgefäfse ragen nur wenigüber die Blüthenhülle hervor; die Staubfäden sindan der Basis verdickt und mit einander verwachsen.Die Staubbeutel bestehen aus zwei nachInnen gekehrten und gesonderten Fächern von derLänge der Träger.

Die weiblichen Blüthen stehen in einfa-chen hängenden Aehren, an denen die Blüthen ein-zeln und entfernt ansitzen. Die Blüthenhülle isteiförmig, mit drei bis fünf spitzen Zähnen.

Der herzförmige oder zweiköpffige Frucht-knoten ist gröfser als der Kelch; der Griffelist kurz und in zwei sehr lange linienförmige Nar-ben gespalten.

Die Frucht ist eine schwarze runde zweiköpfigezweifächrige fleischige in zwei Klappen aufsprin-gende Kapsel, von der Gröfse einer grofsen Erbse;in jedem Fach ist ein runder Saamen.

Die Rinde dieses Baumes ist die Alkornok-rinde, Cortez Alcornoque vel chabarro,die vor mehreren Jahren in Deutschland mit be-sonderem Beifall aufgenommen wurde, schon jetztaber ihren Ruf gröfstentheils verloren hat. Dieächte Rinde, scheint vom Stamm und den dickerenAesten gesammelt. Sie kommt in anderthalb biszwei Zoll dicken und mehreren Zoll langen etwaseingerollten Stücken vor, die Dicke beträgt zweibis drei Linien; auf der äufsern Seite ist sie theilsmit der äufsern sehr runzlichen und rissigen Rin-denlage bedeckt, theils fehlt diese; die eigentlicheRindensubstanz ist körnig, hell röthlich - braun, aufder innern Seite liegt ein lockerer fasriger schmut-zig-gelblicher Bast an, der aber ebenfalls an man-chen Stücken fehlt, die dann eine glatte dunkel-

braune Fläche zeigen. Ihr Geruch ist unbedeutend,der Geschmack schwach bitterlich adstringirend.Nach Geiger enthält sie in drei Unzen 6 Drach-

men:

Bittern Extractivstoff . . .Gummigen Extractivstoff mit china-saurem (?) Kalk ....Eisengrünenden GerbestofF . .Dem Vogelleim ähnliches HarzBraunrothes geschmackloses HarzUnauflöslich gewordenen ExtractivstoffPflanzenfaser .....Verlust an Feuchtigkeit . . .

ü.

Dr.

Gr.

2

18

28

20

54

1

14

8

6

44

1

54

3 6Anm. Wir wurden durch ein Exemplar, welchesuns Herr Professor Ritter Hörne mann gütigstmittheilte, in den Stand gesetzt, eine vollstän-digere Darstellung des noch wenig bekanntenBaumes zu geben,

(N. v. E.)

Abbildungen.Lam. JH. gen. tab. 998.

Erklärung der Tafel.

Ein blühender Zweig der männlichen Pflanze.Ein BIüthen-Büschelchen, vergröfsert.Eine männliche Blüthe, vom Rücken gesehen.Dieselbe, vergröfsert.

Dieselbe, von oben gesehen, mit den verwach-senen Staubfäden.

6. Ein Aestchen mit weiblichen Blüthen.

7. Eine weibliche Blüthenähre, vergröfsert.

8. Die Alkornok-Rinde, von aufsen.g. Dieselbe von innen.

1.

2.3.

4-5.

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