Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Die Blätter sind grols , abwechleind, gestielt,breit, grün, runzlich, rauli, wellenförmig, gelappt undgekerbt; Die untern gerundet, etwas herzförmig amGrunde; die übrigen winkelig, fünf bis siebeneckig.

Die Blumen sind grofs, rosenförmig geöffnet,oft doppelt, nach den Varietäten von verschiedenerFarbe, meistens purpurfarbig oder weifs gestreiftstehen auf kurzen Stielen in den Winkeln der obernBlätter und bilden durch ihre Annäherung eine locke-re, lange Aehre, welche den Stengel endigt.

Der Kelch ist doppelt und bleibend. Beyde ein-blättrig. Der äufsere sechsspaltig mit sehr schmalenEinschnitten und kürzer als der innere, welcherfünf breitere, spitzigere Einschnitte hat. Die Kronebesteht aus fünf umgekehrt-herzförmigen abgebisse-nen, flachen, dem Stauhfadenrohr eingefügten Blu-menblättern, die gröfser sind als der Kelch. DieStaubfäden sind zahlreich, unten in eine rundeSäule, vereinigt, oben frey und tragen kleine, fastnierenförmige Staubbeutel. Der oberhalb befind-liche Fruchtknoten ist kreisrund und mit einemwalzenförmigen, kurzen Griffel versehen, der sichan seinem obern Theile in viele (20) Zweige oderborstenförmige, sich ausbreitende Narben zertheilt,die so lang sind als die Griffel.

Die. Frucht besteht aus einer scheibenförmigen,aus vielen zweiklappigen Fächern, die quirlförmigum den säulenförmigen Fruchtboden sitzen, zusam-mengesetzten Kapsel. Jedes Fach ist einsaamig. DieSaamen sind zusammengedrückt, nierenförmig.

Die gemeine Herbstrose blüht im Juli. Die Blu-men fangen von unten an zu blühen und die Blü-

the dauert bis spät in den Herbst. Die Saamen rei-fen im September bis October. In jedem Bodenkömmt diese Pflanze fort und wird aus Saamen ge-

zogen.

Die Blumen, Pappelrosen, Stockrosen, (flores Mal-vae arborese, s. roseae s. hortensis) sind offizinell.Zum Arznev gebrauch wählt man diejenigen, welcheeine dunkelrothe Farbe haben. Sie besitzen einenschwachen Geruch und einen schleimigen, etwas sal-zig zusammenziehenden Geschmack.

Abbildungen*Plenk icon. plant, med. 542.Flor, du dict. des scienc. med. livr. 4« pl. i3.Ludwig Eclyp. t. 42.Knorr Deliciae nat. 1. t. R, i5.Kniphoff cent. 6. n. 2.Dodon. Pempt. G52.

Erklärung der Platte.

Taf. No.

1. Ein Blüthenzweig.

2. Der Umrifs eines gröfsern Stamm oder Wurzel-

blattes.

3. Ein Kelch mit dem in eine Säule verwachsenen

Staubfadenbündel.

4. Ein einzelner Staubfaden.

5. Ein Bündel verwachsener weiblicher Stempel.

6. Die scheibenförmige aus vielen zweiklappigen Fä-

chern rund herum um den Fruchtboden sit-zende Kapsel.

7. Ein einzelnes solches zweiklappiges Fach.