Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

S c h w e d.

Kalmufs.

Russ.

Koren. Jr.

Poln,

Tatarskie Ziele.

Böhm.

Pruskworek,

Ungar.

Kalmufs.

Der gemeine Kalmus, eine ausdauernde Pflanze,wächst durch ganz Deutschland, überhaupt durch ganzEuropa an Gräben, Seen, Flüssen und in Sümpfen.An mehrern Punckten der kriechenden, dickenWurzel erheben sich aufrechte, glatte, einfache,zusammengedrückte, den Blättern ziemlich ähnlicheSchafte von zwey bis drey Fufs Höhe.

Die Blätter sind aufrecht, sehr lang, flach, schmal,glatt, schilfartig, schwerdtförmig, wellenförmig am Ran-de schneidend und inwendig mit einer schwammigen»weifsen Substanz versehen.

Fast gegen die Mitte des blattförmigen Schaftsbildet sich zur Sehe ein aufsitzender, einfacher, ziem-lich dicker, walzenförmiger, oben ein wenig schmä-ler werdender, abgestumpfter, fast zwey Zoll langer,gelblicher, ganz mit kleinen, dicht neben einandersitzenden Blumen bedeckter Kolben, ohne Scheide.Der Kelch fehlt. Die Blumenkrone be-steht aus sechs kurzen, oben verdickten, vertieften,fast abgestutzten, stumpfen, lockern, bleibenden Blät-tern. Die sechs dicklichen Staubfäden sind imBlumenboden eingefügt, etwas länger als die Krone,und tragen dickliche zweiknopfige Staubbeutel.Der oberhalb befindliche Fruchtknoten, ist länglichhöckerig, so lang als die Staubfaden, und mit einerkleinen Hervorragung versehen, welche die Narbebildet. Der Griffel fehlt.

Die Frucht besteht in einer kurzen, dreyecki-gen, stumpfen, gefurchten, an bey den Enden dünnenKapsel, mit drey einsaamigenFächern. Die Saamensind eyrund-länglich.

Die Blüthezeit ist Junius und Julius; Die Zeitder Saamenreife September und October. Der asia-tische Kalmus (Acorus asiaticus) eine Varietät mitdünnerer Wurzel findet sich in Malabar, Zeylon undandern Gegenden Ostindiens.

Die Wurzel (radix Calami aromatici s. vulga-

ris, Kalmuswurzel, Ackerwurz, Acker magenworz,deutscher Zittwer) ist oflizinell.

Sie ist ziemlich lang, fingersdick auch wohl di-cker, etwas platt zusammengedrückt, mit schief über-einander liegenden, seheidenartigen und ringförmi-gen Absätzen versehen, wodurch sie ein geglieder-tes Ansehen erhält. Frisch ist sie äufserlich braun-grünlich glänzend, an verschiedenen Stellen, beson-ders unterwärts, mit vielen Fasern und runden Zel-lenartigen Punkten besetzt; inwendig ist sie weifs,weich und einigermafsen schwammig. Sie besitzteinen eigentümlichen aromatisch - bittern Geschmackund verbreitet, so wie auch die Blätter in den Hän-den gerieben oder gequetscht, einen angenehmen bal-samifchen Geruch. Sie wird im Anfange des Früh-lings oder im Spätherbst eingesammelt, geschält,zerschnitten und schnell getrocknet, weil sie in derLuft bald lichtroth anläuft. Gut aufbewahrt behältsie lange Zeit ihre Kräfte.

Die Wurzel der Wasserschwerdtlilie (Jris Pseu-dacorus) ist rothbraun, geruchlos, von einem etwaszusammenziehenden Geschmack, und daher nichtleicht mit der Kalmuswurzel zu verwechseln.

Abbildungen:

Flor, du Dict. des scienc. med. liv. 78. pl. 3o3.

Plenk. Jcon. plant, med. 270.

Smith. Engl, botany. 356.

Flor. Dan. 1158.

Schkuhr. bot. Handb. t. 97.

Leers fl. Herborn. t. i3» fig. 12.

Blackw. Herb. t. 466.

Rheede. Hort. Malabar. it. t. 60.

Rumph. fl. Amboin. t. 72. f. 1.

Ludwig. Ectyp. t. 34.

Kniphoff. Centur. 9. n. 3.

Moriss. His. 8. t. i3. fig. 4

Erklärung der Platte.Taf. No.

1. Die ganze Pflanze mit einem Blumenkolben.

2. Ein einzelnes Blüthchen aus demKolben.

3. Der Fruchtknoten.

4 Ein einzelner Staubfaden,