Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Benennungen,

Deutsch.

Das gemeine Süfsholz.

Franz.

La reglisse glabre.

Ital.

Regohzia. Liquirizia.

Span.

Regalicia. Palo dulce.

Port.

Regaliz. Regoliz,

Engl.

Liquorice.

Ho 11.

Zoethout.

Dan.

Lakris.

Schwed.

Lakrits.

Russ.

Dubez Solotkoi.

Poln.

Lakryczia. Stodki korzen.

Das Vaterland ist das südliche Frankreich undSpanien; die Pflanze wird aber auch in Deutsch-land, besonders bej Bamberg, der Wurzel wegen,cultivirt. Diese Wurzel ist perennirend, kriechend,stark und holzig, aufsen bräunlich, innen gelb.Die Stengel, deren immer mehr aus einer Wurzelhervorkommen, sind gerade, aufrecht, fast einfach,4-5 Fufs hoch, rund, nach unten mit zerstreutensehr kurzen Stachelspitzen besetzt, oben glatt.

Die gefiederten Blätter stehen abwechselnd undabstehend auf rundlichen, oben rinnenförmigen, mitsehr kurzen anliegendeu Haaren besetzten Blattstie-len; die einzelnen Fiederblättchen, zu 13 oder i5an dem gemeinschaftlichen Blattstiel, sind kurz ge-stielt, eyförmig- länglich, ganz randig, stumpf,etwas ausgerandet und glatt; ihre Farbe ist gelb-lich-grün, auf der untern Seite haben sie eineneigenen Glanz und sind besonders in der Jugendsehr klebrig.

Die Blüthen stehen in einfachen Aehrchen inden Winkeln der Blätter. Die Blüthenstiele und

die Kelche sind, wie die Blattstiele, schwach be-haart und klebrig. Die Kelchzähne sind lanzettför-mig, spitz, von ungleicher Länge, der längste stehtauf der Seite des Kiels. Die Fahne ist an den Sei-ten zurückgebogen und länger als die Segel und derzweyblättrige Kiel; alle diese fünf Blumenblättersind weifs mit violetten Spitzen. Die Frucht isteine zusammengedrückte glatte Hülse.

Die Wurzel ist das bekannte Süfsholz (Ra-dix Liquiritiae) , aus dem man in Spanien daswäfsrige Extract bereitet, welches unter dem NamenSuccus Liquiritiae in den Üfficinen vorkommt.Der wichtigste Bestandtheil dieser Wurzel ist eineigenthümlicher süfser Extractivstoff (Glycion),mit einem harzigen scharfen Stoff, Amylum, Ey—weifs, apfelsauren und phosphorsausen Salzen ver-bunden.

(N. v. E.)

Abbildungen.

Hayne Getr. Darst. V r ol. 1. tab. 4 2 *Plenk Icon. pl. med. tab. 070.Lamark Illustr. gen. tab. 625. fig. 2.Ludwig Ectyp. tab. 64.Kniphoff Cent. [\. n. 29.

Erklärung der Tafel.

1. Der obere Theil eines blühenden Stengels.

2. Der Kelch mit der Blumenkrone, von der Seite

gesehn, in natürlicher Gröfse.

3. Die ausgebreitete Blumenkrone, vergröfsert.

4- Ein Blättchen des Kiels mit dem anhängendenFlügel, vergröfsert.

5. Die Staühgefäfse und das Pistill, vergröfsert.

6. Die Hülse, in natürlicher Gröfse.9. Die Wurzel,