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Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Benennungen.

Griech. ^«a,3«'»ij. Hippocr. ex Spreng. Hist. rei herb 1p. 4o.

Deutsch. Das Galban-Bubon. Galbankraut. Gal-lenkraut. Das aethiopische ächte Galba-num. Galban eppich.

Frauz. Bubon galbanifere.

Engl. The lovage leav'd bubon.

H o 11. Galbanumplant.

Dieser Strauch ist in Aethiopien zu Hauseblüht im August, und wird bey uns in Treibhäu-

sern "ezogen.

I

Die JWurzel ist holzig, und der strauchartigeStengel wird vier bis fünf und mehrere Fufs hoch,ist glatt, ästig, und graugrün von Farbe.

Die abwechselnden, am Grunde scheidenförmi-gen, zwey und dreymal gefiederten Blätter sind vonzart grüner, etwas bläulicher Farhe; die Blättcheneyförmig-keil förmig, ziemlich grofs, glatt, gestreift,fächerförmig ausgebreitet und oben scharf gesägt.

Die grünlich-gelben Blumen sind alle frucht-bar und einförmig; sie stehen in wenigen dichten,grofsen, rundlich - erhabenen Enddolden, die ausvielen Strahlen, wovon die mittlem kürzer, bestehenund mit bleibenden Hüllen von 10 bis 12 schmalen,etwas umgekehrten, an den Rändern häutigen Blätt-chen versehen sind. Die besondern Dolden sindauch vieblstrahlig, und die Hüllen derselben beste-hen aus ähnlichen, kleinern Blättchen.

Der eigentliche Kelch ist sehr klein, bleibendund fünfzahnig. Die Krone besteht aus fünf lan-zettförmigen, eingebogenen Blumenblättern. DieStaubfäden sind von der Länge der Krone. DerFruchtknoten ist eyförmig, und die bleibenden Grif-fel sind borstenfürmig, zurückgebogen, abstehend,kaum so lang als die Krone, und mit stumpfenNarben versehen.

Die Frucht besteht in zwey glatten, länglichen,evfÖrmiffen etwas erhabenen und mit drev kleinen,der Länge nach laufenden Streifchen versehenen,unbehaarten Saamen.

Der aus dem über der Wurzel queer durch-schnittenen Stengel äusfliefsende, an der Luft er-härtete, schleimartige Milchsaft ' Mutterharz, Galban-harz, Galbanum, Gummi Galbanijist oifizinell. Die-

ser zähe in allen Theilen der frischen Pflanze ent-haltene Milchsaft bildet ein gummiges, aus gelbbrau-nen oder dunkelbraunen, glänzenden mit weifslichenKörnern vermischten etwas durchscheinenden Stiik-ken bestehendes, in der Wärme weiches, in der Käl-te hingegen sprödes Harz, von starkem eigenthürn-lichen, den meisten Menschen widrigem Gerüche'und einem bitterlich-scharfen und erwärmendenGeschmack.

Im Handel gibt es zwey Sorten Galbanum: Dieerste in Körnern (Galbanum in granis) besteht auskleinen, höchstens haselnufsgrofsen, kugeligen, halb-durchsichtigen, aufsen gelblich-weifsen oder gelb-röthlichen, inwendig viele weifsliche Körner zeigen-den etwas zähen wachsharten, trocknen Stücken,ist seltner, aber die beste Sorte.

Die andere besteht aus Klumpen, Kuchen odergröfsern Mafsen (Galbanum in Massis) von baldheller bald dunkler brauner Farbe, und mit mehroder weniger weifsen Körnern untermischt. Ie mehrweifsliche Körner, je weniger Saamen und andereUnreinigkeiten in diesen Mafsen enthalten sind, jereiner und heller von Farbe sie vorkommen, destobrauchbarer und besser ist diese Sorte.

In den Offizinen wird das Galbanum zum Arzney-gebrauch zuerst gereinigt, (Galbanum depuratum.)Ganz schlechtes, schmutziges, dunkelbraunes, mitschlechtem Ammoniakgummi oder einem andermaus Sicilien kommenden , rothen Schleimharzeverfälschtes, mit Sand, Holzspänen und mancher-ley andern Unreinigkeiten vermengtes Galbanum istverwerflich.

Abbildungen,

Flor, du Dict. des Scienc. med. livr. 96. pl. 175.Plenk Jcon. pl. med. tab. 194.Plukenet Almagest. bot. tab. 12. f. 2.Hermann Paradis. tab. i63.

Erklärung der Platte.

Taf. Nro.

1. Ein blühender und auch schon Früchte zeigender

Zweig.

2. Das Stück eines etwas stärkeren Stengels, dessen

milchigter Saft das Galbanum liefert,

3. Eine einzelne Blumenkrone.

4. Ein einzelnes Saamenkorn.

5. Eine einzelne gerippte Frucht.