len; diese Blattstiele sind von der Länge des Blatts,vier bis fünf Zoll lang. Das Blatt selbst ist herz-förmig dreilappig, jeder Seitenlappen hat am Grundeeinen kleinern Lappen, so dafs die Blätter fünflap-pig erscheinen; die obere Seite ist glatt, die untereist netzförmig geädert und mehr oder minder he-haart; der Rand ist mit grofsen, ungleichen, etwasstumpfen Zähnen besetzt.
Den Blattern gegenüber entspringt eine lange,glatte, ästige Ranke (cirrhus); in den Winkeln eineeiförmige spitze Knospe.
Die Blüthen bilden einen aufrechten, sparrigenzusammengesetzten Trauben (racemus compositus.)Der Kelch ist sehr klein, rund und am Randekaum merklich gezahnt. Die Blumenkrone besteht ausfünf schmalen, kurzen, gleichbreiten, grünen Blättchen,die an der Spitze mit einander verwachsen sind, beimAufblühen sich vom Kelch ablösen und dann wieein Mützchen auf den sich erhebenden Staubgefä-fsen erscheinen (corolla calyptraeformis). Fünf ge-rade, pfriemenförmige Staubfäden tragen auf demRücken angeheftete, herzförmige, gelbe Antheren.Der Fruchtknoten ist eiförmig zugespitzt, zweifäch-rig, mit sitzender, kopfförmiger Narbe. Die Fruchtist eine obere, gewöhnlich zweisaamige, sehr saf-tige Beere (bacca vera). Die Saamen sind birnför-mig, etwas zusammengedrückt und enthalten untereiner harten und festen Saamenschale (testa) denEmbryo mit lanzettförmigen Coryledonen im Ei-weifskörper.
Von dieser herrlichen Pflanze kommen zahl-reiche, durch die Kultur entstandene, Spielarten vor.Diese unterscheiden sich theils durch die abwei-chende Form der Blätter, besonders aber durch dieGe-stalt, Gröfse, Farbe, und den Geschmack der Früchte;bei den w e i f s e n Trauben erscheinen viele Nuan-cen von grüner, bei den rothen von rother, vio-letter und dunkelblauer Farbe» So hat man inSpanien allein an 120 Spielarten gezählt. (V, Rom.et Schult. Syst. Veg. VI. p. 3oo.)
Der Weinstock ist für die Medizin in verschie-dener Hinsicht wichtig. Aus mehreren, durch dieGröfse der Beeren ausgezeichneten, Spielarten wer-den durch Trocknen die grofsen Rosinen (Passu-lae majores, Zibebae) bereitet, die wir aus Grie-chenland, aus Smirna, und aus dem südlichen Eu-ropa erhalten; auf dieselbe Weise entstehen aus ei-ner andern Spielart, die kleine Beeren ohne Saa-men bringt (Vitis apyrena), die kleinen Rosinen, Co-rinthen (Passulae minores), die von den Grie-chischen Inseln zu uns gebracht werden.
Der Traubensaft giebt durch Gährung die ver-schiedenen Sorten des W r eins und während diesemProzefs scheidet sich der Weinstein, (sauresweinsteinsaures Kali) aus, der gereinigt als Crystallitartari ein beliebtes Arzneimittel darstellt,
(N. v. E.)
Abbildungen.
Duhamel Arb. 11, tab. 1 - G.
Blackw. Herb. tab. i54>
Plenk Icon. pl. med. tab. i44 - *45.
Erklärung der Tafeln.
A. 1. Ein blühender Zweig.
2. Der Kelch und die Blumenkrone, vor demAufblühen.
3. Die Blumenkrone.
4. Der Kelch mit den Staubgefafsen und demPistill.
5. Der Kelch mit dem Fruchtknoten und demNectarium.
(Die Figuren von 2-5 vergröfsert.)
6. Der Saamen in natürlicher Gröfse.
B. 7. Die Frucht des abgebildeten blühenden Zweigs.
8. Die gröfse Cibehentraube.
9. Die kleine Rosinentraube (Vitis apyrena).