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Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Engl. Mullein, white Mullain, great Mullain.

Ho 11» Wollekruid, Foortskruid:

Dan. Kongelys, Kongs-lius.

Nor\r, Kongstaka.

Schwed. Kongsljus.

Russ. Zaarskii skipeta.

Poln. Dziewanna ziele.

Böhm. Wolowe oko.

Unj

Ökör - fark.

Diese zweyjährige Pflanze wächst durch ganz Eu-ropa auf steinigem, sandigem Boden, auf Schutthau-fen, Dämmen, an Wegen, Zäunen, in Feldern undWeinhergen. Sie scheint ein wärmeres Klima zumVaterlande zu haben, indem sie dort mehr Kraftund Fülle zeigt und sich meist zu einer Höhe vonsechs Fufs erhebt, während sie in kältern Gegendenkaum ein Drittel dieser Höhe erreicht.

Die Wurzel ist weifslich, hart, fast holzig, rund,dick, geht ziemlich tief in den Boden und wirft hierund dort kleinere Wurzelfasern.

Der Stengel ist aufrecht, gewöhnlich einfach,blätterreich, cylindrisch, dick, stark, sehr filzig, 46Fufs und öfters noch höher.

Die Wurzelblätter sind sehr breit, auf derErde rosettenförmig ausgebreitet, kurz gestielt, stumpfgezahnt, von graugrüner Farbe und auf beyden Sei-ten sehr dickfilzig, so wie auch die Stengelblätter,welche aber kleiner und wenig geöffnet, runzlicht,aufsitzend, am Stengel herablaufend, abwechselnd,eyformig-lanzettförmig sind.

Die gelben grofsen Blüthen bilden eine sehrlange, dichte, stumpfe, schöne Aehre, am Ende desStengels. Diese Aehre besteht aus vielen, nahe bei-sammensitzenden Büschelchen, deren jedes mit ei-nem lanzettförmigen Deckblatt versehen ist. JedeBlume hat einen einblättrigen, kleinen, filzigen, blei-benden Kelch, mit fünf ovalen, spitzigen, aufrech-ten Einschnitten, und kurzem filzigem Stiele; eineeinblättrige, radförmige, etwas ungleichförmige, fünf-theilige Krone, mit sehr kurzer Röhre und erwei-tertem beynahe flachem Rande, welcher fünf nichtganz gleiche, eyförmige, stumpfe, Lappen bildet; fünfStaubfäden, wovon die drey obern gelbhaarig, diezwey untern aber länger und glatt, die Staubbeutelrundlich und zusammengedrückt sind; einen einfachenrundlichen, obern Fruchtknoten, aus dem sich eineingebogener fadenförmiger Griffel erhebt, dessenNarbe einfach und kugelförmig ist.

Die Frucht, eine eyförmige Kapsel vom Kelchumgeben, ist zweifächerig, zweyklappig, an der Spi-

tze aufspringend und enthalt viele kleine eckigeSaamen,

Sie blüht im Julius und August, bringt im Herb-ste reifen Saamen, durch dessen Ausfallen sie sichsehr stark vermehrt. Sie wird häufig als Zierpflan-ze in Gärten gezogen, wo sie sehr gut fortkommt,und eine ausserordentliche Höhe erreicht. Als Va-rietät findet man eine mit weifsen Blumen, und ei-ne andere mit ästigem Stengel.

In den Offizinen sind das Kraut und die Blumen(Herba et flores verbasci) vorräthig. Die Blätter rie-chen im frischen Zustande schwach betäubend, wassich aber beym Trocknen verliert und besitzen ei-nen schleimicht-bitterlichen ein wenig zusammen-ziehenden Geschmack. Man verwechselt sie sowohlmit den Blättern der Weifskerze (Terbascum Lych-nitis L.), die aber vorne stumpf, oben runzlicht undhellgrün, und unten nur weifs bestäubt sind, sowieauch mit den Blättern der Schwarzkerze, (Verbascumnigrum L.), welche oben dunkelgrün, und auf derUnterfläche nur etwas weifslich und haarig sind.

Die Blumen haben einen rosenartigen Gerach,und einen schleimicht - süfslichen Geschmack. DieBlumen der Weifskerze sind viel kleiner, weifslichoder blasgelber und ohne angenehmen Geruch; dieder Schwarzkerze sind zwar auch gelb, aber inwen-dig am Schlünde roth gefleckt und haben auch ro-the Staubfäden.

Abbildungen;

Lobel ic. 56i.

Blackwell herb. t. 3. et 5o2,

Zorn ic. pl. t. 197.

Morison bist. 2. p. 485. s. 5. t. 9. f. i.

Sabbati bort. rom. 2. t. 53.

Oede r fl. dan. 63t.

Weinmann n. ioo3.

Schkuhrs bot. Handb. t. 4 2 -

Handb. d. ph. bot. bl. IX. f. 67.

Plenk icon. plant, med. t. 109.

Fl. du dict. des scienc. med. Iivr. 19 pl. 74.

Erklärung der Platte.

1.

2.3.

Taf. No.Ein blühender Stengel.

Ein Wurzelblatt.Ein Kelch mit dem Griffel,4- Eine geöffnete Blumenkrone mit fünf Staubfäden

wovon zwey länger und drey kürzer, etwas

haarig sind,

5. Pistil.

6. Eine querdurchschnittene Frucht.7» Ein vergröfsertes Saamenkorn,