Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Benennungen:

Griech. -kioAx. Homer ex Spr. Hist.'r. heidi,p. 23.Deutsch. Die gemeine Rüster. Die Ulme. JIme.

Ypern. Leimbaum.Franz. L'orme sauvage.ltal. Olmo.

Span. u. Port. Olmo.Engl. The common rough., or broad-leaved

Witch Elm.Holl. Olm.

Dan. u. Schwed. Alm.Russ, Jlim.

Pol. Jim.

Ung» SzeT-fa.

Die gemeine breitblättrige Ulme ist ein ansehn-licher Baum, welcher eine Höhe von öo bis 70 Fufserreicht. Er wächst häufig in Deutschland, so wieüberhaupt in Europa und findet sich an den Rän-dern der Wälder und Dörfer, an Zäunen und wirdhäufig in Alleen angepflanzt.

Die glatte Rinde desselben ist bräunlich-afch-grau und an alten Stämmen etwas gerifsen. DieAeste sind niemals korkartig.

Die abwechselnden, kurzgestielten Blätter sindey förmig, zugespitzt, am Grunde ungleich, doppeltgesägt, steif und rauh, oben dunkelgrünn, untenblafs und mit erhabenen Adern versehen. Die Af-terblätter sind lanzettförmig, trocken, und abfallend.

Die grünrothen, last stiellosen Blumen stehenin Haufen zusammengedrängt an den äufsersten Zwei-gen. Die Blumenstiele sind gleich.

Der bleibende, einblättrige Reich ist kreisel-«förmig, runzlich, aufrecht, inwendig gefärbt undfünfspaltig. Die Blumenkrone fehlt. Die 5 im Blu-menboden eingefügten, pfriemenförmigen Staubfä-den haben dunkelrothe vierfurchige, aufrechte, kur-ze Staubbeutel. Der oberhalb befindliche Frucht-knoten ist scheibenförmig; die Griflel sind kürzerals die Staubfäden, zurückgebogen und mit haari-gen Narben versehen.

Die Frucht (Flügelfrucht) ist unbehaart, oval,grofs, zusammengedrückt, einfacherig und einsaa-

mig. Der Saame ist eyrund-länglich, leicht zusam-mengedrückt, glatt am Rande, haarig und von brau-ner Farbe.

Die glatte Ulme blüht im März bis Mai vor derEntwickelung der Blätter. Die Saamen reifen imMai und Juni.

Die innere Rinde (Cortex ulmi interior, Ul-menrinde, Rüsterrinde ) ist offizinell.

Man befreyt sie von der äufsern, spröden, rau-hen, braunen, geruch und geschmacklosen Ober-rinde, und sammelt sie im Frülijahr von den dün-nern , nicht über zehn bis zwölf Jahr alten Aestenoder von den Stämmen junger Bäume. Sie ist glatt,zähe Aid dünn; im frischen Zustande gelblich, ge-trocknet aber rothbräunlich und hat einen sehrschleimigen, etwas scharfen, bitterlichen, zusammen-ziehenden Geschmack; aber keinen Geruch. Dievon den Aesten gesammelte Rinde ist bitterer, alsdie vom Stamme. Von den Materialisten erhält mansie oft mit der äufsern Oberrinde bekleidet.

Abbildungen.

Plenk. icon. pl. medic. t. 172.

Schkuhr. bot. Handb. 176. t. Ö7. a.

Oeder. fl. dan. t. 632.

Cramer. tab. 5.

Lamark. illustr, gen. t. i85.

Hayne. Ökonom, t. 1.

Schöllenbach Wolf. t. 67. 68.

Svensk. bot. t. i5.

Reiter u. Abel. Abbild, t. 3.

Engl. bot. t. i8S7 (Ulmus montana.)

Erklärung der Platte.

1.

2.3.

Taf. Nro.

Ein blühender Zweig.

Zweig mit noch nicht ganz reifen Früchten,

Zwei» - mit Blätter.

4. Eine einzelne Blume.

5. Dieselbe vergröfsert.

6. Eine Frucht.

7. Der Saame allein.

I