Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Benennungen.

i) Triticum vulgare.

Holl.

Tarw.

Dan.

Hvede.

Seh wed,

Hvete.

Engl.

Wheat.

Franz.

Froment, Bled.

Ital.

Grano, Formento.

Span.

Trigo.

Port.

Trigo.

Russ.

Ptscheniza.

U n g e r.

Buza,

Hebr.

Chittach.

2) Triticum Spelta.

Holl.

Spelte.

Dan.

Spelt.

S c h w e d.

Spelt.

Engl.

The speit wheat.

Franz.

L'epeautre blanc.

Ital.

Spelta.

Span.

Escanda.

Port.

Espella.

Russ.

Polba.

U n g a r.

Tönköly.

Das Vaterland des Waizens ist, so wie dasder meisten unsrer Cerealien, noch unbekannt.

Die Wurzel ist eine einjährige weifse Faser-wurzel, die mehrere Halme hervorbringt.

Diese Halme sind gerade, aufrecht, einfach,rund, mit zwei bis drei Knoten versehen, innenhohl, aulsen glatt und mehr oder weniger blau-grün. Die Höhe und Stärke der Halme ist michder Verschiedenheit des Bodens sehr verschieden.Die langen gestreiften Blattscheiden sind samintden linienförmigen Blättern ebenfalls glatt.

Die Blüthen bilden an der Spitze des Hal-mes eine mehr oder minder dichte vierseitige, dreibis vier Zoll lange Aehre, mit einer gebogenen ge-gliederten aber nicht sehr zerbrechlichen Spindel(rachis).

Die Aehrchen (spiculae) sind drei- bis vier-blüthig. Die beiden Kelchspelzen (glumae) sindgleichförmig, kielförmig gestaltet, lederartig mitstarkem Rückennerven, der an der Spitze in einenstumpfen Zahn hervortritt.

Die äufsere oder untere Kronspelze (val-vula exterior vel inferior) ist den Kelchspelzenähnlich, an der Spitze gegrannt oder unge-grannt; die obere Spelze, die von der unternumfafst wird, ist zart häutig durchscheinend.

Die Staubfäden sind, wie bei allen verwand-ten Pflanzen, sehr dünn weifs, die Staubbeutelpfeilförmig blafs gelb.

Der eiförmige Fruchtknoten ist mit zweigefiederten weifsen Narben gekrönt. An einer Seitederselben liegen die beiden kleinen eiförmigenspitzen gewimperten Nectarschuppen (lodiculae)dicht an.

Die kleine Frucht (caryopsis) ist oval, an bei-den Seiten stumpf, glatt, gelblich, auf einer Seitemit einer vertieften Längsfurche bezeichnet. Sie ist

nicht mit den Kronspelzen verwachsen(caryopsis libera) und besteht fast ganz aus demmehligen Eiweils, an dessen einem Ende der kleineEmbryo auf dem flachen schildförmigen Keimhalter(Hypoblastus) liegt.

Man unterscheidet gewöhnlich Sommer- undWinter- W a i z e n; der erslere hat gegrannte,der letztere ungegrannte Aehren, und von mehre-ren Schriftstellern werden beide als besondere Ar-ten betrachtet. Aufserdem zählt man nach der Ver-schiedenheit der Farbe und der Behaarung derAehren zahlreiche Spielarten auf, die besonders inder oben angeführten Monographie der Ce-realien von Metzger gut beschrieben sind,

Triticum Spelta

unterscheidet sich durch die längere mehr zusammengedrückte Aehre, durch die entferntstehendenAehrchen, die leicht zerbrechliche Spindel (rachis)und besonders dadurch, dafs die Kronspelzen mitder Caryopsis verwachsen (caryopsis tunicata). Auchbei dieser Art kommen Spielarten mit oder ohneGrannen, mit glatten oder sammtartig behaartenAehrchen vor.

Wir nehmen diese beiden Getraide- Arten hierauf, weil sie doch vorzugsweise vor einigen ver-wandten Arten wegen ihrer mehlreichen Saamenangebaut werden.

Sie werden zu den Medizinal-Pflanzen gezählt,weil aus ihren Saamen das Stärkmehl, A m y 1 u m,bereitet wird, welches den Hauptbestandtheil desMehls bildet.

100 Theile des besten Waizenmehls geben 75Stärkmehl, 24,5 frischen Kleber und sehrwenig Zucker und Gummi; in einer etwas ge-ringeren Sorte fanden sich in derselben Menge 70Theile Stärkmehl, eben so viel Kleber, aber etwasmehr Zucker und Gummi. (Henry Journ. dePharm. V1U. p. 5i.) (N. v. E.)

Abbildungen.

Metzsrer Cerealien tab. I. II. et VI.Kern er Oekon. Pfl. tab. 202 et 29.3.

Erklärung der Tafel.

A. X. Der untere Theil des Hahns von Triticum

vulgare.

2. Die blühende Aehre.

3. Ein Aehrchen von der Seite gesehen, ohneGrannen ( Winterwaizen).

4. Ein anderes mit Grannen (Sommerwaizen.)

5. Eine Kelchspelze, von der Seite gesehen.

6. Die beiden Kronspelzen, mit den Staubge-fafsen und dem Pistill.

7. Eine Kronspelze von vorn gezeichnet.

8. Der Fruchtknoten, mit den Narben und Nec-tarschüppchen, vergröfsert.

9. Die reife Frucht, (caryopsis oadaY

B. 1. Eine Aehre von Triticum Spelta mit unrei-

fer Frucht.

2. Ein Aehrchen ohne Grannen.

3. Ein anderes mit Grannen.

4. Die Frucht, (caryopsis tunicata.)