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Tilia microphylla, foliis cordato-subrotundis,acuminatis, argute serratis; nuce subglobo-sa, vix costulata, tenuissima, fragüi . ,
Tilia parvifolia.............
Tilia europaea, floribiis nectario destitutis ♦ ♦ »
T. cordata .....
T. ulmifolia . . .T. beruhe nostratis folioT. femina, folio minore
T. folio minore
Benen nun g en:Griech. <pi\vt>*. Theophr. - Sprengel. Hist, rei»
herb. p. 95.Deutsch. Die gemeine Linde»Franz. Le tilleul.
Ital. Tiglio.
Span. Tilo.
Port. Til.
Engl, The Lime-tree.
H o 11. Linde.
Dan. u. Schwed. Lind.Russ. Po In. u. Böh. Lipa.Ungar. Hars-fa.
Die Linde einer unserer schönsten, einheimi-schen Baume, wächst in ganz Europa auf trocknemBoden. Sie erreicht eine ansehnliche Höhe von 36bis 70 Fufs und ein Alter von 5oo bis 800 Jahrenund drüber. Ihres angenehmen Schattens und desWohlgeruchs wegen, den sie während der Blüthe-zeit verbreitet, pflanzt man sie häufig zu Alleen undLauben an; besonders da sich die Äste auf ver-schiedene Weise künstlich ziehen lassen. Auch ge-braucht man sie ihres hohen Alters wegen zu Mark-und Grenzzeichen.
Der wesentliche Charakter dieser Pflanzengat-tung besteht in einem einblättrigen, gefärbten, hin-falligen Kelche mit fünf tiefen Einschnitten; einerfünfblättrigen Krone; deren abfallende länglich stum-pfe an der Spitze gekerbte Blätter mit den Kelch-einschnitten abwechseln; einer grofsen Anzahl (drev-fsig und mehrere) pfriemenförmigerStaubfaden vonder Länge der Krone, mit länglichen, doppeltenStaubbeuteln; einem obern rundlichen, bei einigenArten mit fünf kleinen Schuppen umgebenen Frucht-knoten, mit fadenförmigem Griffel, der so lang alsdie Staubfäden und mit einer fünfeckigen, stumpfenoder kreisrunden Narbe verschen ist. Die Fruchtbildet eine lederartige, kugeliche, vier bis fünfseiti-ge, mit vier bis fünf Klappen, und anfangs eben soviel Fächern versehene, später aber (die übrigenunvollkommen) einfächerige, einsaamige Kapsel. DerSaame ist eine rundlich-eyfÖrmige, kleine, weifsgrü-ne, ölig-mehlige Nufs; die Kapsel, wenn der Saamekeimt, an der Basis aufspringend.
Unter dem Namen europäische Linde (tilia eu-ropaea) gibt es zwey Varietäten, die von mehrernJetzt als eigene Arten aufgestellt werden; sich aberdos durch die Gröfse der Blätter und Gestalt derFrucht untersheiden.
1. Tilia europaea graiidifolia; Tilia platyphylos Scop.Die gemeine, Früh, Sommer, weiche, Wasser, grofsblät-trige, Gras-Linde, wird häufig um Dörfer und Städ-te angepflanzt angetroffen.
2 Tilia europae parvifolia s. cordata s. sylvestris,die Stein, Winter, Sand, Wald, Berg, harte, späte,kleinblättrige Linde wächst mehr wild in Wäldern.Der Stamm erreicht eine beträchtliche Stärke undHöhe. Die Rinde desselben ist rissig, runzlich, rauh,und schwärzlich-grau, die jüngere Rinde rothbraun,glatt und zähe, das Holz weils, leicht und weich,von der zweyten zäher, fester und gröber. Diezahlreichen zerstreuten Äste breiten sich weit aus.Die Zweige sind glatt und rund. Die abwechseln-den Blätter sind gestielt, schief herzförmig, rund-lich, lang zugespitzt, geädert, bey der erstem frü-her hervorbrechend, gröfser, ungleich gesägt, etwasrauh, weich, oben dunkelgrün und glänzend, untenblässer, in den Winkeln der Adern grau-braun bär-tig; bey der zweyten kleiner, ungleich gesägt, auf
Ventenat. Annal. bot. 2, p. 209,
Du Hamel edit Michel, tom. I» p, 221»
Spreng, fl. Halens. p. i54»
Hoffm. fl. Germ. i85.
Linn. Sp. PI. 733. var. 3.
Oeder. fl. Dan. t. 553.
Miller. Dict. n. 1.
Scopoli. fl. Carn. edit. 2. 642.
Plucknet. Mont. 181.
C. Bauh. Pin. 4 2 6.
Paris i53.
1. park 2. p. 137.
1695.PI. prov. p. 464*
Seiten
Dalibard. flJ. Bauh. vol.Ray. Hist. PLGaridel. Hist.
beyden Seiten glatt, sehr dunkel und schwärzlich-grün, unten blaulich blafs grün, an den Winkeln derAdern rostfarbig bärtig und entwickeln sich fpäter.
Die weifslichen, blafsgelben, wohlriechendenBlüthen, ohne Honiggefäse, stehen in den Achselnder Zweige und Blätter zu drey, vier und meh-rern in Gestalt eines kleinen Büschels vereinigtauf einem gemeinschaftlichen Stiele, der sich gegendie Mitte eines häutigen länglichen schmalen, lanzett-förmigen, stumpfen, weifs-gelblichen Nebenblatteseinsetzt. Bei der Sommerlinde finden sich die
Staubfaden zuweilen an der Basis in mehrere Bün-delverwachsen. Die andere hat gewöhnlich mehre-re nicht so wohlriechende Blumen auf einem ge-meinschaftlichen Stiele; auch sind sie kleiner undblässer und die Staubfäden stehen einfach undfrey.DielNarbe ist bei der Sommerlinde vier bis fünflap-pig mit aufrechten, fast stumpfen, am Rande auf-getriebenen Lappen; bey der zweyten anfangs rund,dann fünf auch wohl sechslappig und ausgebreitet.Die bey der Reife bräunlichen Saatnenkapseln sindbey der Spätlinde fast länglich rundlich., kleiner,dünn, zerbrechlich, mehr glatt, schief, filzig und ge-nabelt, bey der Sommerlii.de fast umgekehrt, eyför-mig,gröser, kurz genabelt, gewöhnlich fünfrippig, et-was haarigu. mit dickerer, fast holzigerSchale versehen.
Die grofsblättrige Linde blüht im Junius, di<kleinblättrige im Julius. Die Saamen der erstemreifen im September, der letztern im October. DieFortpflanzung geschieht durch Saamen, durch Ab-leger, Stecklinge und Wurzelbrut.
Die Blüthen, flores tiliae (früher auch die Saamen,die Blätter und innere Rinde) sind offizinell.
Sie besitzen frisch einen süfsen, schleimigen Ge-schmak und einen sehr angenehmen, erquickenden,nmscatähnlichen Geruch, welcher sich bey der De-stillation dem Wasser und Weingeist mittheilt, bevmtrocknen aber gänzlich verloren geht. Auch wirddie Lindenkohle (Carbo Tilia?) in den Offizinen zumancherley Gebrauch rorräthig gehalten.
Abbildungen.
Var I. Tilia p 1 a t y p h y 11 o s :Flor du Dict. des Scienc. med. Livr. 88. pl. 34i.Plenk. Je. pl. med. 4 2 4-Du Hamel edit Michel, vol. I. tab. 5o.Reiter und Abel. Abbild, t. 18.Schkuhr. bot Handb. t. l/fai.Blackw. Herbar. t. 4^9«Gärtn. de fruet. vol. 2. tab. n3.Kniph. Cent. io. n. 87.Knorr. Delic. I. t. L. 11.
Var. II. Tilia microphylla :Schkuhr. bot. Handb. t. i4i.Oeder. fl. Dan. tab. 553.Till. Hort. par. tab. 49. fig. 3.
Erklärung der Platte.Taf. l>o.
1. Ein blühender Zweig von Tilia plaryphyllos oder
Grandifolia.
2. Ein einzelnes Blumenblatt.
3. Der Kelch, mit dem Fruchtboden und Griffel in
der Mitte.
4. Der Fruchtboden und Griffel vergröfsert.
5. Ein paar Staubfäden, vergröfsert.
6. Ein paar Früchte, mit ihrer äufsern Hülle,
7. Ein einzelnes Saamenkorn.
8. Ein Zweig mit Blüthen von Tilia microphylla.
9. Einige zergliederte ßlüthentheile.