Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Der Quendel ist durch ganz Deutschlandund in den angrenzenden Ländern an trockenen mitGras bewachsenen Stellen gemein.

Er ist ein kleines niederliegendes immer grü-nes Strauchgewächs mit sehr ästigen an, der Spitzeaufsteigenden und oft dichte Rasen bildendenStengeln.

Die Blätter sind kurz gestielt, klein, ovaloder länglich, stumpf, ganzrandig, glatt und nur ander Basis gewimpert. Die kleinen violetten Blüthenstehen in mehr oder weniger genäherten Quirlenan den Spitzen der Aeste.

Wir unterscheiden drei verschiedene Formendieser Pflanze, die einige als Arten, andere alsSpielarten betrachten, und die gemeinschaftlichgesammelt unter dem Namen HerbaSerpylli alsein aromatisches Arzneimittel äufserlich an-gewendet werden.

1) Th. sylvestris Sehr, foliis ovalibus, flo-ribus verticillato - capitatis majoribus, staminibusduobus exsertis,

(Thymus sylvestris Schreber Fl. Erl.)Die Blüthen stehen fast kopfförmig an den Spit-zen der Zweige, sind ziemlich grofs; zwei Staub-fäden ragen über die Blumenkrone hervor, zweisind von der Länge derselben.

2) Th. parviflorus n. foliis ovalibus, flori-bus minoribus, subspicatis, staminibus inclusis ste-rilibus vel nullis.

Die Blüthen bilden längere Aehren; die Blu-menkrone ragt nur wenig über den Kelch hervor;die Staubgefäfse fehlen sehr oft ganz oder sind ver-kümmert. (Hierher gehört Th. subeitratusund Th. citratus Schreb., Th. Serpyllumanander Wallr.)

3) Th. angustifolius Pers. foliis ovali-linearibus, floribus majoribus subcapitato - ver-ticillatis, staminibus omnibus exsertis.

Diese Form kommt seltner als die beiden an-dern vor, und ist durch die abweichende Form derBlätter hinlänglich verschieden.Anm. Ich glaube, dafs mau diese verschiedenenFormen eben so gut als eigene Arten betrach-ten kann. Th. lanugulosus ist durch seinestarke Behaarung sehr ausgezeichnet und kommtschon wegen seiner Seltenheit nicht in den Of-ficinen vor. (N. v. E.)

Erklärung der Tafel.

A. Thymus Serpyllum var. sylvestris.

1. Die Blüthe in natürlicher Gröfse,

2. Dieselbe, vergröfsert.

3. Die Blumenkrone so geöffnet, dafs man dieStaubgefäfse und das Pistill sieht.

4. 5. Die Staubbeutel.

6. Der Pollen im Wasser, bei sehr starker Ver-gröfserung, seinen zarten Inhalt ausspritzend.

7. Derselbe, ohne Wasser angesehen.

B. Thymus Serpyllum var. parviflorus.

1. Die Blüthe in natürlicher GröCse.

2. Dieselbe, vergröfsert.

3. Dieselbe von innen, mit den kurzen ver-kümmerten Staubgefäfsen.

4- Die vier Fruchtknoten, mit dem Griffel.

5. Der Kelch , von der Seite gesehen.

6. Derselbe, von oben.

7. Derselbe, geöffnet mit der Frucht, in natür-licher Gröfse.

8. Die vier Klausenfrüchte, vergröfsert.g. Eine derselben.

C. Thymus angustifolius.