Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Die Zwiebel derselben ist schuppig, oval,rundlich) von der Gröfse eines Hühnereyes unddrüben Die gelblichen Schuppen sind etwas läng-lich, eyförmig, in der Mitte dick und sehr saftig.Am untern Theile der Zwiebel bilden sich dickeWürzelfäsern.

Der aufrechte, einfache, starke, runde Sten-gel ist beblättert und erreicht eine Höhe von zweybis drey Fufs.

Die Wurzelblätter sind lang, zugespitztund glatt; die Stengelblätter zahlreich, Zer-streut, lanzettförmig, am Grunde etwas verdünnt,ungestielt, sehr glatt und glänzend-grün.

Die Blüthen, ausgezeichnet durch ihre Grö-fse, schneeweifse Farbe und ihren angenehmen Ge-ruch, stehen zu mehrern am Ende des Stengels, sindgestielt, anfangs aufrecht, bey fortschreitender Ent-wicklung aber etwas geneigt;

Der Kelch fehlt. Die Blumenkrone istsechsblättrig, glockenförmig und unten enger. Dieweifsen, inwendig glatten Blumenblätter sind auf-recht, übereinander gelegt, haben eine stumpfe Rü-ckenschärfe, werden nach und nach breiter undabstehender und sind an der Spitze stumpf, dickund zurückgebogen. In Form einer Röhre erstrecktsich ein Honiggefäfs vom Grunde bis zur Mitte je-des Blumenblatts. Die sechs Staubfäden, wel-che im Blumenboden stehen, sind pfriemenförmig,aufrecht, kürzer, als die Krone, und tragen läng-liche, aufliegende, goldgelbe Staubbeutel. DerFruchtknoten sitzt oben, ist länglich, walzenför-mig und sechsfurchig. Der Griffel ist so lang alsdie Krone, walzenförmig und mit einer dicklichen,dreylappigen Narbe versehen. Die Frucht, eineSaamenkapsel, ist länglich, sechsfurchig, dreyeckig

an der Spitze, stumpf, hohl, hat drey Fächer unddrey Klappen und enthält viele in doppelter Reiheliegende^ flache, auf der aufsern Seite halbkreisför-mige Saamen.

Die Blüthezeit ist Julius und August.

Die Blüthen, ehedem auch die Zwiebel undStaubbeutel sind offizinell. Sie besitzen im frischenZustande einen sehr starken und angenehmen Ge-ruch, den sie aber durchs Trocknen verlieren.Durch Infusion derselben mit ausgeprefsten geruch-losen Oelen, wodurch diesen der Liliengeruch mit-getheilt wird, erhält man das Lilienöl, Ol. lilioralb. Ehedem bereitete man auch durch Destilla-tion der frischen Blüthen ein Wasser, Lilien - Was-ser, aq, lilior. alb.

Die getrocknete Zwiebel ist durchscheinend,hart, röthlich, geruch-und geschmaklos. Die fri-sche Zwiebel hingegen schmeckt schleimig scharfund enthält einen zähen, bittern Schleim.

Abbildungen.Blackwell herb. t. 11.Knorr del. 2. t. L.Zorn icon. plant, t. 4°2.Kern er ökon. pfl. b. 3. pl. 219.Handb. d. pharm, bot. bl. XXVIII. f. i58.Red oute liliac. t. 4. t. 19g.Plenk icon. plant, med. t. 273.Flor, du dict. des scienc. med. livr. 58. pl. 221.

Erklärung der Platte.Taf. No.

1, Der obere Theil eines blühenden Stengels.

2. Der untere Theil des Stengels mit den gröfse-

ren Stengelblättern.

3. Eine Zwiebel mit den Wurzelfasern.