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Der Knoblauchsgamander, eine ausdauerndePflanze wächst in Deutschland und den übri-gen Ländern Europas in feuchten Gräben und Wie-sen , au Quellen und Flüssen, überhaupt au sum-pfigen, wässerigen Orten.
Die Wurzeln desselben sind faserig und krie-chend. Die schwachen, etwas viereckigen, feinhaa-rigen Stengel sind gewöhnlich am Grunde auf demBoden liegend, weitschweifig, wenig ästig und fastii Fufs lang.
Die gegeneinander überstehenden, aufsitzenden,etwas runzligten, zottigen und weichen Blätter sindeyförniig-länglich, unten schmäler, stumpf, säge-artig gezahnt, fast einen Zoll lang und von weis-Üch-irrüner Farbe.
Die wenig zahlreichen Blumen sind hell oderbläulich rolh, und stehen auf kurzen Stielen, ge-wöhnlich zu 2 , zuweilen zu 4 m den Blattwinkelnbeysammen.
Der zottige, einblättrige, bleibende Kelch iströhrig und fünfzahnig. Die rachenförmige Blumen-krone ist einblättrig; die Röhre derselben kurz,walzenförmig und endigt sich in einen gekrümmtenRachen. Die. Überlippe ist kurz, aufrecht, spitzig,mit tiefem Einschnitte, aus welchem die Staubgefäßehervorgehen. Die untere Lippe ist ziemlich grofs,absiebend, und dreilappig; der Mittellappen gröfser,rundlich vertiert und oben etwas ausgeschnitten. Diemehr aufrechtstehenden Seitenlappen sind der obernLippe ähnlich. Die pfriemenförmigen,gebogenenStaub-fäden, wovon zwei länger und zAvei kürzer sind,tragen kleine Staubbeutel, und sind länger als dieOberlippe der Krone. Der viertheilige Fruchtkno-
ten sitzt oben und hat einen fadenförmigen, ander
Spitze zwevtheiligen und mit zwei dünnen Narbenversehenen Griffel, von der Länge der Staubfäden.Im Grunde des unveränderlichen Kelchs finden sich4 kleine rundliche, nackte Saamen.
Die Blüthezeit dieser Pflanze ist Junius undAugust. Die Saamen reiten im September und Oclober.
Das Kraut derselben, Scordienkraut, Lachen-knoblauch (herba Scordii) ist offizinell.
Man sammelt gewöhnlich die ganze Pflanze mitden Stengeln und Blättern vor der Blüthe im MonatJuni. Im frischen Zustande besitzt das Kraut einenstarken, gewürzhaften, eben nicht unangenehmen,obgleich knoblaucharti"en Geruch und einen sehrbittern, etwas scharfen und gelinde zusammenziehen-den Geschmack. Der Geruch verliert sich mit derZeit und der Geschmack wird unangenehmer,
Abbildungen.
Flor, du Dict. des Scienc. med. Livr. 83. pl. 320.
Engl, botan. t. 828.
Flor. dan. tab. 5o3.
Buillard. Herb. tab. 2o5.
Black well. Herb. tab. t. 4j5-
Rivini. Jntrod. tab. 11.
Erklärung der Platte.
Taf. Nro.
1. EifT blühender Zweig.
2. Eine aufgespaltene Blumenkrone mit ihren vier
Staubfäden, deren zwey kürzer.
3. Ein einzelner fünfzahniger Kelch, in defsen Mitte
der fadenförmige oben zwej theilige Griffel.