Benennungen
Griech. ^^uaiS^. Ex Spreng. Hist. rei. Herb, p.95 et 179.
Deutsch. Der kleine oder der gemeine Gaman-der. Bathengel.
Franz, La Germandree olficinale,
Jtal. Camedrio.
Span. Germandrina,
Port. Carvalhinha.
H o 11. Gamander.
Engl. Creeping or Common germander.
P o 1 n. und Böhm. Ozanka.
Ung. Kis oser levelü-fü.
Diese ausdauernde, kleine, artige Pflanze wächstin mehrern Gegenden des südlichen Deutschlands,in Frankreich, in der Schweiz etc. ziemlich häufigauf trocknen Hügeln und sonnigen Orten zwischenGräsern, an Wegen, in Weinbergen und gebirgigenWäldern. Auch wird sie wohl in Gärten gezogen.
Die lange, dünne, gelbliche, etwas kriechende,mit kurzen, zarten Fasern besetzte Wurzel treibtviele dünne etwas niederbiegende, dann aufrechte,undeutlich viereckige, feinbehaarte, blättrige, sechsbis neun zoll lange und wenig, nur am Grunde äs-tige Stengel.
Die Blätter sind gegenüberstehend, kurz gestielt,keilförmig-eyformig, glatt, oben lebhaft, dunkel-grün, unten blässer und etwas haarig, tief gekerbt,stumpf, zuweilen am Rande etwas lappig, ein we-nig steif und sechs bis acht Linien lang. Die obernoder die Blüthenblätter sind kleiner, fast stiellos,
eyförmig, unter der Mitte oder fast ganz ungetheiltund etwas zugespitzt.
Die purpurröthlichen, zuweilen weifsen Blumenstehen auf kurzen Stielen zu drey bis fünf zusam-men in den obern Blattwinkeln nach einer Seite ge-richtet in halbseitigen Quirlen.
Der gestielte, einblättrige, bleibende, röhrige,oft etwas purpurfarbige, haarige Kelch hat fünf fastgleiche, spitzige Zähne. Die einblättrige, rachen-förmige, aufsen etwas behaarte Blumenkrone mitkurzer, walzenförmiger Röhre ist noch einmal solang, als der Kelch. Die Oberlippe derselben ist
kaum merklich, tief in zwey aufrechte, auseinandergesperrte, spitzige Einschnitte getheilf, zwischenwelchen die vier pfriemenförmigen, mit kleinenStaubbeuteln versehenen Staubfäden, wovon zweylänger und zwey kürzer sind, hervortreten. DieUnterlippe ist grofs, ausgebreitet und dreylappig,der mittlere Lappen gröfser und rundlich. Die Sei-tenlappen sind klein, den Einschnitten der Oberlippeähnlich und etwas aufrecht stehend. Der vierthei-lige Fruchtknoten trägt eineu fadenförmigen mit zweydünnen Narben versehenen Griffel von der Längeder Staubfäden. Im Grunde des Kelchs sind vierglatte, unbedeckte Saamen enthalten.
Die Vermehrung dieser Pflanze, welche baldgröfser, bald kleiner vorkömmt, geschieht sehr leichtdurch Zertheilung der Wurzeln. Sie blüht im Julyund August, nnd bringt im August und Septemberreife Saamen.
Das Kraut (Edelgamander, Herba Chamae-dryos) ist offizineil.
Man pflegt in der Blüthezeit das ganze Kraut,den Stengel mit den Blättern einzusammeln. Frischbesitzt das Kraut einen angenehmen, gewürzhaftenGeruch, welcher sich durchs Trocknen verliert. DerGeschmack ist bitter und etwas zusammenziehend.
Abbildungen:
Flor du Dict. des Scienc. med. Livr. 48. pl. i83.
Plenk icon pl. med. p. 477-
Engl, botany p. 680.
Kniphof Cent. 11. n. g5.
Sabbat i Hort. Rom. 2, tab. 88.
Rivin. Mon. t. 10.
Lobel. Hist. icon. 49 1 -
Black well Herb. tab. 80. var. ß t
Clus. Hist. I. tab. i7. var. ß.
Fuchs Hist. icon. 498. var. ß.
Tournef. Instit. tab. 98. var .ß.
Erklärung der Platte.
Taf. No.
1. Die ganze Pflanze im blühenden Zustande,
2. Eine einzelne Blumenkrone.
3. Ein einzelner Kelch.