Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Benennungen:

Griech. jwiAor Theoph. <rfMX»% Diosc. ex Spreng.

hist. r, herb. p. 106 et. 191.Deutsch. Der Taxus, Eibenbaum, Ifenbaum.

Fran z.

If.

Ital.

Tasso.

Span.

Tejo.

Port.

Teixo.

Engl.

Yew - tree.

Holl.

Taxisboom.

Dan.

Taxtrae.

Schwed.

und Norw. Barlind.

Russ. und Böhm. Tis.

Poln.

Cis.

Ung.

Tissa-fa.

Der gemeine Eibenbaum wird fast in allenLändern Europas angetroffen; er wächst in Frank-reich, Italien, der Schweiz, in Schweden, Deutsch-land etc., in Siberien und Nordamerika und liebtvorzüglich bergige, steinige Gegenden und finsteredüstere Wälder. Wild bildet er meistens einenStrauch. Seit langer Zeit war er eine Zierde unse-rer Gärten, wo er unter der Scheere allerlei Ge-stalten annahm und nicht selten zu einem Baumevon 25 bis 3o Fufs Höhe gezogen wurde, dessenStamm einen halben bis ii Fufs im Durchmesserhielt. Er wächst sehr langsam, erreicht nach hun-dert Jahren seine Vollhommenheit und soll vierhundert Jahre und länger dauern. Seit den älte-sten , auch noch in den neuern Zeiten hielt manalle Theile dieses Baumes sogar seinen Schatten fürgiftig und tödtlieh. Viele hingegen behaupten dasGegentheil.

Die Rinde der Stämme ist uneben, dunkel-braun -und blättert sich ab. Bey den Jüngern Zwei-gen ist sie grün. Die Aeste sind zahlreich, bieg-sam, abwechselnd, von den Blattstielen eckig undgestreift.

Die zahlreichen, bleibenden, immergrünenBlätter stehen wie die Zähne eines Kammes zer-streut und abwechselnd zu beyden Seiten der Zweige.

Die Blüthen sind klein, wenig sichtbar, kurzgestielt, einzeln in den Blattwinkeln sitzend. Diemännlichen Blumen sind zahlreich; die weib-lichen seltener und haben das Ansehen kleiner,grünlicher Knöspchen. Die Gesc'. 1 echter sind zu-weilen halb oder ganz getrennt.

Die Knospe der männlichen Blüthen isteinem vierblättrigen Kelch ähnlich. Die Kronefohlt. Die Schuppen sind zugerundet und hohl.Viele Staubfäden (8 bis 10) sind unten in einen Cy-linder vereinigt, länger als die Knospe und ste-hen im Blumenboden. Die Staubbeutel sinddergedrückt, am Rande stumpf, achtspaltig, ein-fäcberig, öffnen sich nach unten, und stehen kreis-förmig in Form eines Schildes.

Die weiblichen Blüthen sind den männ-

lichen ähnlich. Der obere Fruchtknoten isteyförmig zugespitzt. Der Griffel fehlt. DieNarbe ist stumpf.

Aus dem knospenartigen Kelche entsteht einekleine, lebhaft rothe, kugeliche, einsaamige, in derMitte vertiefte, unächte, saftige Beere, welche denschwärzlichen, sehr harten, nufsartigen, eyförmig-länglichen Saamen zur Hälfte einschliefst.

Der Taxbaum blüht im März bis May. DieFrucht reift im August und September.

Die Blätter (Taxusblätter, Eibenbaumblätter,Ibenbaumblätter herba s. folia taxi, sonst auch dieRinde und die Beeren) sind offizinell. Sie werdenim Frühjahr mit den jungen grünen Trieben ge-sammelt.

Die Blätter stehen dicht aneinander, sind flach,strichförmig, ganz randig, am Rande dem Anscheinnach zurückgebogen, steif, härtlich, einen bis an-derthalb Zoll lang, spitzig und den Tannenblälternähnlich, nur etwas breiter. Die Oberfläche ist dun-kelgrün glänzend und hat eine erhabene Linie. DieUnterfläche ist hellgrün, mit einer glänzenden Mit-tellinie und scheinbar mit zwey glänzenden Seitenli-nien bezeichnet. Am Grunde sind die Blätter zu-sammengezogen und mit sehr kurzem, ablaufendemStiele versehen. Sie besitzen, wenn sie frisch sind»einen widrigen, betäubenden, jedoch nur schwachenGeruch, welcher sich bey den getrockneten fast ganzverliert. Der Geschmack ist widerlich, klebrig-schleimig, bitterlich, dann etwas scharf. Das ausden Taxusblättern bereitete Extraet (extr. taxi e fo-liis) hat eine grünlich-braune Farbe, ist undurch-sichtig und von bitterlichem Geschmack.

Abbildungen.

Flor. d. dict.. d. scienc. med. livr, 5a, pl, 199.

Reiter und Abel Abbild, tab. 81.

Oelhafen Abbild, wild. Bäum. tab. 23. a|.

Engl. bot. t. j\Q.

Du Hamel edit. Michel. I. n. 19.

Bulliard herb. t. i36.

Du Hamel arb. II. tab. 86.

Blaekw. herb. t. 5j2.

K n i p h o f cent. I. n. 89. mas.

J. Bauh. hist. pl. I. 241.

Dodon. pempt. 85g,

Erklärung der Platte.Taf. No.

1. Ein fruchttragender Zweig.

2. Ein blühender Zweig.

3. Die in eine Säule unten verwachsenen Staubfä-

den aus Knospen hervorkommend (ver-gröfsert).

4. Eine weibliche Blüthe.

5. Dieselbe vergröfsert.

6. Der Kelch und die Nufs vor der Reife, ehe er-sterer zu fleischiger Substanz geworden überdieselbe himvegwäehst.